US-Börsen im Minus - Blick nach Europa und schlechte Konjunkturdaten belasten - im Fokus: American Express, Bank of America, DuPont, eBay
Der Donnerstag begann positiv an der New Yorker Wall Street. Der Dow Jones legte zu Handelsstart 0,1 Prozent zu, drehte dann aber recht schnell ins Minus. Zur Mittagszeit ging der Dow dann unter die Marke von 13.000 Punkten. Die Händler waren angesichts der Gerüchte über eine Herabstufung Frankreichs verunsichert.
Außerdem belastete eine Vielzahl von schlechten Konjunktur den Markt: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gingen zwar um 2.000 auf 386.000 zurück. Der Vorwochen-Wert wurde allerdings zuerst von 380.000 auf 388.000 nach oben revidiert.
Außerdem enttäuschte der Philly Fed Index. Er sank von 12,5 auf 8,5 Punkte unerwartet stark.
Auch die Verkäufe bestehender Häuser gingen um 2,6 Prozent zurück, wobei die Experten eigentlich mit einem Anstieg gerechnet hatten.
Nur die Frühindikatoren für April stiegen um 0,3 Prozent leicht besser als von den Analysten zuvor erwartet.
Schon vorbörslich kam eine Zahlenflut. Die Bank of America musste im ersten Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen. Der Nettogewinn sank von 2,05 Milliarden auf 653 Millionen Dollar. Der Umsatz verringerte sich von 26,88 auf 22,28 Milliarden Dollar im Vorjahresvergleich. Das jüngste Ergebnis hatte allerdings unter einer Sonderbelastung in Höhe von 4,8 Milliarden Dollar zu leiden. Die Aktie schloss im Minus mit 1,7 Prozent.
Der US-Chemiekonzern DuPont ist unerwartet schwungvoll in das neue Jahr gestartet. Der Gewinn stieg von 1,43 auf 1,49 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz kletterte dank höherer Preise und Zukäufen um 12 Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar. Besonders stark war das Wachstum in aufstrebenden Volkswirtschaften. Die Aktie verlor 1,2 Prozent.
eBay wächst dank der Bezahltochter PayPal rasant. Im Vergleich im Vorjahr konnte der Umsatz im 29 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar gesteigert werden. Der Gewinn legte um 20 Prozent auf 570 Millionen Dollar zu. Der Marktplatz wuchs um 11 Prozent, der Umsatz von PayPayl kletterte um 32 Prozent. Die eBay-Aktie sprang mit 13,2 Prozent ins Plus.
Gewinnplus bei American Express. Die US-Kreditkartenfirma konnte den Gewinn zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf gut 1,2 Milliarden Dollar steigern. Die Aktie verlor 0,8 Prozent.
Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 12.964 Punkten. Der Dow schloss damit wieder unter der psychologisch wichtigen Marke von 13.000 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor 0,8 Prozent bei 3.008 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Verlust von 0,6 Prozent bei 1.377 Punkten.
Zu den nur drei Gewinnern im Dow zählten: Travelers (+3,8%), Verizon (+1,3%) und General Electric (+0,2%). Die größten Verlierer waren: McDonald´s (-2,1%), Alcoa (-1,9%) und Bank of America (-1,7%).
Der Taschen- und Reisegepäckhersteller Tumi feierte sein erfolgreiches Börsendebüt an der NYSE. Die Aktie legte am ersten Handelstag 47,2 Prozent zu.
Die Hotelkette Marriott meldete für das erste Quartal einen leicht höheren Gewinn, was mit gestiegenen Preisen und einer erhöhten Auslastung zusammenhängt. Die Aktie ging 4,3 Prozent nach oben.
Ford steigt als Nachzügler groß auf dem chinesischen Markt ein. Der US-Autobauer produziert für 760 Millionen Dollar eine neue Fabrik an der Ostküste von Festlandchina. Die Aktie verlor 1,1 Prozent.
Die Situation im Patentstreit zwischen Samsung und Apple scheint zu eskalieren. Kurz vor einem weiteren Anlauf, um den Konflikt beizulegen, wirft der südkoreanische Konzern Apple jetzt die Verletzung acht weiterer Patente vor und nimmt dabei Produkte wie das iPhone und das iPad ins Visier. Die Apple-Aktie wieder volatil. Sie verlor 3,4 Prozent und schloss bei 587,44 Dollar.
Der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson hielt jetzt grünes Licht von der EU-Kommission für die Übernahme des Schweizer Medizintechnikunternehmens Synthes. Die J&J-Aktie verlor 0,4 Prozent.
Nach Jahren der Entwicklung ist es nun endlich für Intel soweit: Das erste Smartphone mit einem Intel-Chip kommt noch im April auf den Markt - allerdings vorerst nur in Indien. Die Intel-Aktie verbuchte einen Verlust von 0,9 Prozent.
Der US-Mobilfunkanbieter Verizon buhlt um die Zustimmung der Kartellwächter zur geplanten Übernahme von Frequenzen von Kabelunternehmen. Die Verizon-Aktie verbuchte einen Zuwachs von 1,3 Prozent.
Der amerikanische Versicherer Travelers verbuchte im ersten Quartal einen Gewinnrückgang, die Dividende wird aber erhöht. Das kam gut an. Die Aktie der größte Dow-Gewinner mit 3,8 Prozent.
Der US-Zigarettenhersteller Philip Morris International konnte im ersten Quartal Umsatz und Gewinn steigern. Der Umsatz stieg von 6,79 auf 7,45 Milliarden Dollar. Der Gewinn verbesserte sich auf 2,16 Milliarden Dollar. Die Anteilsscheine verloren 1,1 Prozent.
Das US-Biotechunternehmen Human Genome Scienes hat die Übernahmeofferte des britischen Pharmamultis GlaxoSmithKline zurückgewiesen. Die Offerte lag bei 13 Dollar je Aktie. Das ist etwas weniger als das Doppelte des Aktienpreises.
Der US-Industriekonzern Danaher konnte seinen Nettogewinn von 429,4 auf 612,9 Millionen Dollar im im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr steigern.
Einer der größten Krankenversicherer in den Vereinigten Staaten, UnitedHealth, erzielte im ersten Quartal wegen eines soliden Umsatzes auch einen höheren Gewinn. Die Erwartungen wurden damit klar übertroffen. Auch der Ausblick wurde angehoben.
Am Freitag kommen keine wichtigen Konjunkturdaten. Von Unternehmensseite stehen die Zahlen von McDonald's, General Electric und American Electric an.
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