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US-Börsen im Minus - Anträge auf Arbeitslosenhilfe enttäuschen, Philly Fed Index positiv - American Express, Google, eBay, Morgan Stanley

Manuel Koch

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Am Donnerstag gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Minus. Der Dow Jones verlor 0,1 Prozent. Das lag vor allem an den gestiegenen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. Außerdem hielten sich die US-Anleger vor dem EU-Gipfel zurück.

Von Konjunkturseite enttäuschten die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. In der vergangenen Woche stiegen sie erneut deutlich auf 388.000 an, nachdem sie in der Vorwoche mit revidiert 342.000 auf dem niedrigsten Wert seit vier Jahren tendierten. Aber: Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Bundesstaat Kalifornien falsche Daten in der Vorwoche geliefert hatte. Der Arbeitsmarkt hat in den USA also weiter zu kämpfen. Der wichtige Philly Fed Index für die wirtschaftliche Entwicklung um Philadelphia liegt für Oktober bei Plus 5,7 Punkten, das ist deutlich besser als erwartet. Im Vormonat fiel der Index mit -1,9 Prozent pessimistischer aus. Die Frühindikatoren stiegen um 0,6 Prozent, Experten hatten hier nur mit einem Anstieg von 0,2 Prozent gerechnet.

Wichtige Unternehmen legten Zahlen vor: Google (-9.0%) sollte eigentlich erst nachbörslich Zahlen präsentieren, veröffentlichte sie dann aber schon kurz nach der Mittagszeit. Der Gewinn des Internet-Konzerns enttäuschte im dritten Quartal. Der Handel der Aktie wurde zeitweise sogar angehalten. Im Vergleich zum Vorjahr sank er von 9,72 Dollar auf 9,03 Dollar pro Aktie. Analysten hatten mit einem Anstieg auf 10,65 Dollar gerechnet. Per Klick verdiente Google 15 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Auch der Umsatz konnte mit 11,33 Milliarden zwar den Vorjahreswert schlagen, aber nicht die Erwartungen der Experten. In zehn Tagen wird Google ein neues Nexus-Handy vorstellen.

Die US-Bank Morgan Stanley (-1,4%) musste im dritten Quartal wegen hoher Einmalbelastungen im Zusammenhang mit Wertberichtigungen bei Kreditderivaten einen Verlust ausweisen. Analysten waren trotzdem zufrieden mit dem Ergebnis, das die Erwartungen übertraf. Das Nettogewinn wies einen Verlust von 1,05 Milliarden Dollar aus, im vergangenen Jahr verbuchte man noch einen Gewinn von 2,18 Milliarden Dollar. Der Umsatz sank von 9,81 auf 5,29 Milliarden Dollar. Der um Einmaleffekte bereinigte Umsatz lag bei 7,6 Milliarden Dollar. Gut lief es im Bereich Asset Management.

Die US-Mobilfunkgesellschaft Verizon (+1,4%) konnte Umsatz und Gewinn im dritten Quartal steigern. Der Nettogewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr von 1,38 auf 1,59 Milliarden Dollar. Der Umsatz erhöhte sich um 3,9 Prozent auf 29,01 Milliarden Dollar. Verizon lagerte unterdessen etwa ein Viertel seiner Pensionsverpflichtungen von 7,5 Milliarden Dollar aus.

Bereits Mittwochabend veröffentlichte Ebay (+3,7%) nachbörslich gute Zahlen für das dritte Quartal. Der Gewinn verbesserte sich um 22 Prozent auf 597 Millionen Dollar, der Umsatz stieg auf 3,4 Milliarden Dollar (+15%). Damit wurden die Erwartungen der Analysten getroffen, wenn auch nicht deutlich übertroffen. Trotzdem ist das Online-Auktionshaus auf dem richtigen weg. Auch die Bezahltochter PayPal wuchs erneut deutlich. Ebay profitiert vom boomenden Trend des Einkaufens im Internet und hat inzwischen 108 Millionen aktive Nutzer. PayPal hat 117 Millionen Kunden.

Auch das Einkaufen mit Kreditkarte erfreut sich wachsender Beliebtheit. American Express (-2,3%) verdiente im dritten Quartal 1,3 Milliarden Dollar und damit ein Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen stiegen um vier Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar. Damit traf American Express die Erwartungen der Analysten. Mit Blick auf die unrund laufende globale Wirtschaft, zeigte sich Konzernchef Chenault zufrieden mit dem soliden Ergebnis.

Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 13.549 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor 1,0 Prozent bei 3.072 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Verlust von 0,2 Prozent bei 1.457 Punkten.

Zu den Gewinnern im Dow zählten: Travelers (+3,5%), Verizon (+2,4%) und Johnson & Johnson (+2,1%). Die größten Verlierer waren: American Express (-2,9%), IBM (-2,8%) und McDonald's (-0,9%).

Wie jetzt bekannt wurde gab es am Mittwochnachmittag einen Anschlagsversuch auf die New Yorker Fed. Ein 21-Jähriger aus Bangladesch habe einen Kleinlaster mit einer Bombe vor dem Gebäude zünden wollen. Allerdings waren ihm die Ermittler schon länger auf der Spur, so dass es sich bei der Bombe nur um eine Attrappe handelte. Die New Yorker Notenbank befindet sich gleich um die Ecke von der Wall Street und der New York Stock Exchange.

Das Newsweek Magazine wird ab 2013 nur noch als Online-Ausgabe erscheinen und stellt sein Printmagazin damit ein.

Der US-Zigarettenhersteller Philip Morris meldete wegen rückläufiger Umsätze auch einen leicht gesunkenen Gewinn. Der Nettogewinn betrug 2,23 Milliarden Dollar im dritten Quartal.

Der amerikanische Versicherungskonzern Travelers konnte im dritten Quartal den Gewinn auf 864 Millionen Dollar mehr als verdoppeln.

Die Southwest Airlines konnte nach einem Vorjahresverlust von 140 Millionen Dollar im dritten Quartal nun zurück in die Gewinnzone fliegen und erziele einen Profit von 16 Millionen Dollar.

Am Freitag schauen wir von Konjunkturseite auf die Verkäufe bestehender Häuser im September und von Unternehmensseite kommen Zahlen von General Electric und McDonald's.

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