US-Börsen erneut im Minus - Dollar zieht weiter an - Gute Konjunkturdaten stützen nur vorübergehend - Avon, Facebook, Groupon, Home Depot
Am Dienstag startet der Dow Jones zunächst etwas fester mit einem Plus von 0,2 Prozent in den Handel. Nachdem er zu Wochenbeginn auf einem drei Monats-Tief aus dem Handel gegangen war.
Rezession in vielen Euroländern, die Abwertung italienischer Banken durch Moody's und das Chaos um Griechenland belasten die Märkte aber weiterhin. Die Berg- und Talfahrt an den Märkten geht also weiter.
In Griechenland sind die Gespräche von Staatspräsident Karolos Papoulias mit den Parteien des Landes gescheitert. Somit sind Neuwahlen unausweichlich. Die Sorge um Verbleib den Griechenlands in der Eurozone bleibt das dominierendes Thema auch an der Wall Street.
Angesichts des milliardenschweren Spekulationsverlusts von JPMorgan mehren sich die Forderungen nach schärferen Beschränkungen für die Wall Street. Nun hat sich auch US-Präsident Barack Obama zu Wort gemeldet und Werbung für seine stockende Finanzmarkt-Reform gemacht.
Von Seiten der Konjunktur gab es vor US-Börsenstart positive Neuigkeiten. Der Empire State Index für Mai fiel mit 17,09 deutlich über der Prognose von 9,30 aus. Die Verbraucherpreise für April sind wegen gesunkener Energiepreise stabil geblieben und haben die Prognosen der Ökonomen genau getroffen. Auch die Einzelhandelsumsätze trafen mit einer Zunahme um 0,1 Prozent genau die Schätzung der Volkswirte.
Der weiter anziehende US-Dollar im Verlgeich zum Euro drückte auf die Stimmung des Dow Jones und diesen dann ins Minus.
Zum Handelsende schloss der Dow Jones 0,5 Prozent schwächer bei 12.632 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor 0,3 Prozent auf 2.894 Zähler. Der breiter gefasste S&P 500 gibt um 0,6 Prozent nach auf 1.331 Punkte.
Die größten Gewinner beim Dow Jones waren: JPMorgan (+1,3%), Wal Mart (+0,4), Verizon (+0,4). Die größten Verlierer im Dow Jones waren: Home Depot (-2,4%), Hewlett-Packard (-2,4%), Alcoa (-2,4%).
Die Aktie von Groupon konnte bereits am Vortag schon um 18,5 Prozent zulegen in der Hoffnung auf gute Quartalszahlen. Und diese Hoffnung wurde bestätigt. Das US-Schnäppchenportal arbeitet sich langsam aus der Verlustzone heraus. Erstmals seit zwei Jahren gab es zumindest einen operativen Gewinn von 39,6 Millionen US-Dollar. Die Aktie springt an um 3,7 Prozent.
Die US-Baumarktkette Home Depot hat zum Jahresauftakt dank des milden Wetters Umsatz und Ergebnis erhöht und daraufhin die Prognose hochgesetzt. Die Erlöse stiegen im ersten Quartal um 5,8 Prozent auf 17,81 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn stieg um 27,5 Prozent auf 1,04 Milliarden US-Dollar. Für das laufende Jahr rechnet Home Depot nun mit einem Umsatzwachstum von 4,6 Prozent, bisher sollten es plus 4 Prozent sein. Die Gewinnprognose des Unternehmens liegt jedoch unter den Erwartungen der Experten. Die Aktie gibt um 2,4 Prozent nach.
Das Online-Netzwerk Facebook hat wegen der hohen Nachfrage die Angebotspreise für seine Aktien erhöht. Die Preisspanne liegt nun bei 34 bis 38 US-Dollar je Aktie. Der Wert des Unternehmens steigt damit auf 93 bis 104 (zuvor 77 bis 96) Milliarden US-Dollar. Die erwarteten Einnahmen der Aktienplatzierung würden um eine Milliarde auf 12,8 Milliarden US-Dollar steigen. Kreisen zufolge könnten die Bücher bereits am Dienstag geschlossen werden. Gründer und Chef Mark Zuckerberg könnte unterdessen laut Medienberichten der Nasdaq die kalte Schulter zeigen. Der 28-Jährige werde auf das traditionelle Läuten der Glocke zum Handelsstart verzichten, berichtete unter anderem das "Wall Street Journal". Stattdessen will er mit Mitarbeitern im kalifornischen Facebook-Hauptquartier feiern.
Die Avon-Übernahme durch den Parfüm- und Kosmetikkonzern Coty ist abgeblasen. Die deutsche Milliardärsfamilie Reimann hat seine milliardenschwere Übernahmeofferte zurückgezogen. Coty hatte sich für die geplante Übernahme zuletzt Starinvestor Warren Buffett ins Boot geholt und das Angebot für Avon auf 10,7 Milliarden US-Dollar erhöht. Die Aktie verliert 9,7 Prozent.
Der amerikanische Sportartikelhändler Dick´s Sporting konnte im ersten Quartal mit einem Gewinnanstieg aufwarten und schlug dabei die Analystenschätzungen. Der Umsatz lag mit 1,28 Milliarden US-Dollar über dem Vorjahreswert von 1,11 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Plus von 15,1 Prozent. Die Aktie legt um 6 Prozent zu.
Der Abschied von Yahoo fällt für den gestrauchelten Konzernchef Scott Thompson besonders bitter aus. Der Manager, dem ein falscher Uni-Titel zum Verhängnis geworden war, bekommt keine Abfindung. Ihm bleiben allerdings die Millionen in bar und Aktien, die er nach seinem Wechsel von seinem früheren Arbeitgeber eBay erhalten hatte. Die Aktie im Minus mit 0,7 Prozent.
Apple bereitet für Sommer die nächste Produktoffensive vor, heißt es laut Medienberichten. Die Notebooks der Reihe MacBook Pro sollen demnach dünner werden und Displays mit schärferem Bild bekommen. Apple wolle die neuen Geräte auf seiner Softwareentwickler-Konferenz WWDC vorstellen, die am 11. Juni beginnt. Die Aktie verliert 0,9 Prozent.
Am Mittwoch kommen von Konjunkturseite die Zahl der Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung. Baubeginne und Baugenehmigung für den April stehen zudem auf der Agenda und das Fed Sitzungsprotokoll der letzten Sitzung wird veröffentlicht.
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