US-Börsen deutlich im Minus - Bilanzen belasten - Google, General Electric, McDonald's, Microsoft - 25 Jahre Black Monday - Ausblick
Am Freitag gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Minus. Der Dow Jones verlor 0,3 Prozent.
Der Google-Gau (-1,9%) vom Vortag war weiterhin ein Thema. Der Internetkonzern hatte seine Zahlen durch einen menschlichen Fehler zu früh veröffentlicht. Außerdem waren die Zahlen schlechter als erwartet. Verunsichert drückten die Investoren auf den Verkaufsknopf und Milliarden an Börsenwert wurden in Minuten vernichtet. Das Verlagshaus RR Donnelley war für die Panne verantwortlich hnd hatte eine unvollständige Meldung viel zu früh veröffentlicht. Hinzu kommt, dass Google 15 Prozent weniger per Klick verdient und die Kosten durch den Kauf von Motorola massiv gestiegen sind. Google-Chef Larry Page bemühte sich um Schadensbegrenzung. Die Aktie tendierte bei 681,79 Dollar.
Der Mischkonzern Generel Electric (-3,4%) trotzt der Krise und verzeichnete im dritten Quartal einen Gewinnzuwachs von 8,3 Prozent auf 3,49 Milliarden Dollar im Vorjahresvergleich. Der Umsatz war mit einem Plus von 2,8 Prozent bei 36,35 Milliarden Dollar leicht schlechter als Analysten erwartet hatten. GE verzeichnet vor allem eine solide Nachfrage auf dem Heimatmarkt in den USA und in Asien. Turbinen und Lokomotiven seien dort gefragt. Damit konnten Schwierigkeiten in Europa ausgeglichen werden.
Die Schnellrestaurantkette McDonald's (-4,5%) lag im dritten Quartal bei der Gewinnseite leicht unter den Erwartungen der Analysten. Der Gewinn pro Aktie war 1,43 Dollar, Experten hatten hier 1,47 Dollar erwartet. Der Umsatz war hingegen besser: 7,2 Milliarden Dollar zu erwartet 7,1 Milliarden. Nicht gut lief es für die Burger-Kette in Japan und Afrika.
Microsoft (-2,9%) sehnt dem Start des neuen Betriebssystems Windows 8 entgegen. Das aktuelle Windows 7 verkaufte sich nur noch schwach und der PC-Markt schwächelt sowieso. Im abgelaufenen Quartal ging deshalb der Umsatz um acht Prozent auf 16,0 Milliarden Dollar zurück. Der Gewinn schrumpfte sogar um 22 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar. Einen derart starken Rückgang hatten Experten zuvor nicht vermutet. Der Konzern schaut jetzt nach vorne: Am 26. Oktober kommt das neue Betriebssystem heraus.
Von Konjunkturseite kamen die Verkäufe bestehender Häuser. Im September gingen sie im Vergleich zum Vormonat von 4,82 Millionen auf 4,70 Millionen Dollar zurück. Analysten hatten mit 4,70 Millionen gerechnet.
Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Minus von 1,5 Prozent bei 13.343 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor 2,2 Prozent bei 3.005 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Verlust von 1,7 Prozent bei 1.433 Punkten.
Aufgrund der schlechten Marktlage gab es am Freitag nur einen Gewinner: Home Depot (+0,2%). Die größten Verlierer waren: McDonald's (-4,5%), General Electric (-3,4%) und Caterpillar (-3,2%).
Der 19. Oktober 1987 bleibt für viele Händler wie Wall-Street-Urgestein Peter Tuchman unvergessen. Es war der "Schwarze Montag" - Börsencrash an der New York Stock Exchange: „Alles fiel in ein großes Loch. Die Angst war enorm. Alle haben rumgeschrien, sind umhergerannt. Es war außer Kontrolle. Ich handelte die „Digital Equipment"-Aktie. Sie hat 155 Dollar gekostet. Am Ende des Tages waren es nur noch 80 Dollar." Das geschah vor genau 25 Jahren. Der Dow Jones verlor damals 22,6 Prozent, ein Viertel des amerikanischen Börsenkapitals verpuffte.
Der US-Industriekonzern Honeywell verzeichnete einen Gewinnanstieg im dritten Quartal. Allerdings wurde die Prognose für das laufende Fiskaljahr nach unten revidiert.
Der weltgrößte Softdrink-Konzern Coca-Cola wird ein neues Aktienrückkaufprogramm auflegen. Das Unternehmen will 500 Millionen eigene Aktien kaufen. Außerdem will Coca-Cola eine reguläre Quartalsdividende in Höhe von 25,5 Cents pro Aktie ausschütten.
Der weltweit größte Einzelhandelskonzern Walmart soll laut Medienberichten 100 Millionen Dollar heimlich und an Gesetzen vorbei in eine indische Supermarktkette investiert haben.
Der amerikanische Zeitarbeits-Spezialist ManpowerGroup musste im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang verbuchen.
Nach den tiefroten Zahlen streicht der zweitgrößte Computerchip-Hersteller AMD rund 15 Prozent der Arbeitsplätze.
In der kommenden Woche schauen wir auf folgende Termine:
Montag
Quartalszahlen: Caterpillar, Yahoo
3. TV-Duell Obama-Romney
Dienstag
Richmond Fed Herstellerindex Oktober
Quartalszahlen: Facebook, Harley Davidson
Apple-Präsentation
Mittwoch
MBA Zahl der Hypothekenanträge
Verkäufe neuer Häuser (September)
FHFA Hauspreisindex (August)
PMI Manufacturing Index Flash (Oktober)
Donnerstag
Erstanträge Arbeitslosenhilfe
Auftragseingang für langlebige Güter (September)
Fed National Activity Index (September)
Hausverkäufe (September)
City Fed Manufacturing Index
Freitag
Bruttoinlandsprodukt 3. Quartal (Advance)
Verbrauchervertrauen University of Michigan Oktober (Final)
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