US-Börsen deutlich im Minus - Arbeitsmarktdaten enttäuschen - im Fokus: AIG, LinkedIn, UPS, Yahoo - Ausblick
Zum Wochenschluss zeigten sich die US-Märkte am Freitag vorbörslich bewegungslos. Der Dow Jones ging dann mit einem Minus von 0,1 Prozent in den Handel.
Der Fokus lag auf den offiziellen Arbeitsmarktdaten der US-Regierung und die enttäuschten. Im April wurden 115.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, Analysten hatten aber mit mindestens 160.000 gerechnet. Die Arbeitslosenquote sank zwar von 8,2 auf 8,1 Prozent, aber auch hier muss man genauer hinschauen. Viele Langzeitarbeitslose sind aus dieser Statistik gefallen, so dass der Wert nicht wirklich verbessert hat. Wie auch schon der ADP-Arbeitsmarktbericht diese Woche gezeigt hatte, werden vor allem Jobs im Service-Bereich geschaffen. Das sind Stellen, die nicht besonders qualifiziert sind. Der Arbeitsmarkt wird auch Präsident Obama im Wahlkampf noch beschäftigen.
Die weiteren Konjunkturdaten waren wenig spannend: Die Stundenlöhne stagnierten im April und auch die durchschnittlichen Wochenarbeitsstunden verharrten bei 34,5.
Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Minus von 1,3 Prozent bei 13.038 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor 2,3 Prozent bei 2.956 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Verlust von 1,6 Prozent bei 1.369 Punkten.
Im Dow gab es keine Gewinner. Die größten Verlierer waren: Bank of America (-3,1%), Cisco (- 3,0%) und JP Morgan Chase (-3,0%).
Das Karrierenetzwerk LinkedIn legte bereits am Donnerstag nachbörslich gute Ergebnisse für das erste Quartal vor. Der Umsatz stieg von 93,9 Millionen auf 188,5 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Der Nettogewinn kletterte nach einem Break Even-Ergebnis im Vorjahresquartal jetzt auf 4,99 Millionen Dollar. Man habe außerdem von einem starken Zuwachs der Mitglieder profitiert und das Angebot erweitert. Die Aktie stieg 7,3 Prozent.
Der vom Staat vor dem Bankrott gerettete US-Versicherer AIG verdiente im ersten Quartal 3,2 Milliarden Dollar. Das ist beinahe sieben Mal so viel wie im Vorjahresquartal. Die Aktie verlor 3,9 Prozent.
Der US-Paketdienst UPS will für fünf Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen. Dabei sollen im laufenden und im kommenden Jahr jeweils 1,5 Milliarden Dollar ausgegeben werden. Die UPS-Aktie war leicht bei 0,4 Prozent im Minus.
Kraft Foods hatte einen guten Start ins Jahr 2012. Der amerikanische Lebensmittelkonzern konnte Umsatz sowie Gewinn steigern. Trotzdem schloss die Aktie im Minus bei 0,9 Prozent.
Der weltgrößte Versicherungsbroker Aon musste trotz eines Umsatzzuwachses einen leichten Gewinnrückgang verbuchen. Damit wurden die Erwartungen deutlich verfehlt. Das sei vor allem auf einen anhaltenden Margendruck im Human Resources-Segment zurückzuführen. Druck lag auch auf der Aktie, sie verlor 5,8 Prozent.
Bei Yahoo kocht es in der Chefetage. Neben den geschäftlichen Turbulenzen kommen jetzt noch welche um den neuen Chef Scott Thompson dazu. Yahoo musste zugeben, dass Thompson entgegen bisherigen Angaben keinen Abschluss in Computerwissenschaften hat. Die falsche Information sei sein "unbeabsichtigter Fehler" gewesen, erklärte der Internet-Konzern. Die Yahoo-Aktie verlor 1,6 Prozent.
Die Analysten an der New York Stock Exchange sagen für die kommende Woche eher fallende Kurse voraus. Die wichtigsten Quartalszahlen sind ebenfalls durch. Auf diese Termine sollte man trotzdem einen Blick werfen:
Montag
Konsumenten-Kredite März
American Electric
Dienstag
Walt Disney
Mittwoch
Zahl der Hypothekenanträge
Großhandel Lagerbestände März
Rohöl Lagerbestände (erste Maiwoche)
AOL
Cisco
Macy's
Donnerstag
Erstanträge Arbeitslosenhilfe (erste Maiwoche)
Handelsdefizit März
Im- und Exportpreise April
Staatsbudget
Freitag
Erzeugerpreis-Index April
Verbrauchervertrauen Uni Michigan Mai
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