US-Börsen dank EZB-Aussagen deutlich im Plus - gute Konjunkturdaten - Facebook, Exxon Mobil, United Technologies
Am Donnerstag gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Plus. Der Dow Jones gewann 1,3 Prozent hinzu. Grund waren die Aussagen von EZB-Präsidenten Mario Draghi. Er sagte am Morgen, dass die Europäische Zentralbank alles tun werde, um den Euro zu retten. Dieses starke Signal sendete den Märkten Vertrauen.
Schon vor dem US-Handelsstart kamen vorbörslich die Quartalszahlen von Exxon Mobile und United Technologies. Der größte Ölkonzern der Welt, Exxon Mobile (+0,1%), überraschte im zweiten Quartal auf Gewinnseite. Pro Aktie wies das Unternehmen einen Gewinn von 3,41 Dollar aus, Analysten hatten mit 1,95 Dollar gerechnet. United Technologies (+0,03%) erwirtschaftete im zweiten Quartal einen Gewinn von 1,44 Dollar pro Aktie, der Markt hatte mit 1,41 Dollar gerechnet. Die Jahresziele wurden aber wegen einer abschwächenden Weltwirtschaft zusammengestrichen.
Von Konjunkturseite kamen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Sie sanken in der vergangenen Woche überraschend deutlich von revidiert 388.000 auf 353.000. Experten hatten mit 375.000 Anträgen gerechnet. Der Auftragseingang für langlebige Güter stieg im Juni um 1,6 Prozent, Analysten hatten nur 1,0 Prozent erwartet. Im Vormonat stiegen die Aufträge um ebenfalls revidiert 1,6 Prozent. Vom Häusermarkt gab es abermals kein gutes Zeichen. Die anstehenden Hausverkäufe gingen um 1,4 Prozent zurück, Experten hatten ein Plus von 1,0 Prozent erwartet. Im Mai waren es sogar 5,9 Prozent.
Kurz vor den Quartalszahlen am Donnerstagabend nachbörslich berichteten Medien, dass Facebook (-8,0%) für 2013 sein erstes eigenes Handy auf den Markt bringen will. Ein schlechtes Omen waren die Ergebnisse vom Online-Spieleanbieter Zynga (-37,6%). Die Quartalszahlen enttäuschten auf ganzer Linie. Die Facebook-Zahlen entsprachen nicht den Erwartungen. Der Verlust lag nur bei 0,8 Dollar pro Aktie wobei die Analysten von 0,12 Dollar ausgegangen waren. Der Umsatz war mit 1,18 Milliarden etwas besser als die erwarteten 1,15 Milliarden Dollar.
Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Minus von 1,7 Prozent bei 12.888 Punkten. Der Nasdaq Composite gewann 1,4 Prozent bei 2.893 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Gewinn von 1,7 Prozent bei 1.360 Punkten.
Zu den Gewinnern im Dow zählten: Home Depot (+3,6%), American Express (+3,1%) und Walt Disney (+2,9%). Auf der Verliererseite gab es nur ein Unternehmen: Cisco (-0,3%).
Die zehn größten US-Prime-Fonds kürzten im Juni ihr Engagement im Euroraum um 33 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Das ist der tiefste Stand seit Beginn der Statistik 2006.
Der größte US-Chemiekonzern Dow Chemical (-3,6%) meldete für das zweiten Quartal einen Gewinnrückgang von 982 Millionen auf 649 Millionen Dollar. Der Umsatz lag mit 14,5 Milliarden Dollar 9,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das ist vor allem auf eine schwache Nachfrage in Europa und sinkende Margen zurückzuführen.
Der drittgrößte US-Mobilfunkanbieter Sprint Nextel vergrößerte im zweiten Quartal den Nettoverlust von 847 Millionen auf 1,37 Milliarden Dollar. Der Verlust ist vor allem auf hohe Sonderbelastungen sowie verlorene Kunden zurückzuführen.
Der amerikanische Konsumgüterkonzern Colgate-Palmolive verzeichnete im zweiten Quartal einen leichten Gewinnanstieg von 622 auf 627 Millionen Dollar.
Am Freitag schauen wir von Konjunkturseite auf die Schätzung des Bruttoinlandsproduktes für das zweite Quartal (Erwartung: +1,2 Prozent) und das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan für Juli (Erwartung: 72 Punkte). Von Unternehmensseite kommen Zahlen von Merck und Chevron.
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