Steffen Eidam
Der deutsche Aktienmarkt startet mit Gewinnen in die neue Handelswoche. So notiert der DAX gegen Mittag 1,3 Prozent höher bei 6.339 Punkten, dabei notieren alle 30 Indexwerte im Plus. Der MDAX zog um 1,1 Prozent auf 8.678 Punkte an, während der TecDAX rund ein Prozent auf 777 Punkte zulegen kann. Als Hauptgrund für die freundliche Entwicklung nennen Experten die Erholung an der Wall Street, wo der US-Leitindex Dow Jones am Freitag trotz enttäuschender Arbeitsmarktdaten seine Verluste mit einem starken Schlussspurt auf 1,2 Prozent reduzieren konnte.
Außenhandel zieht kräftig an
Der deutsche Außenhandel hat im Juni stark zugelegt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts zogen die Ausfuhren um 28,5 Prozent zum Vorjahr an und die Importe kletterten um 31,7 Prozent. Dabei stieg der Wert der Importe in absoluten Zahlen auf den höchsten Stand seit Erhebung der Datenreihe im Jahr 1950. Die Außenhandelsbilanz schloss im Juni mit einem Überschuss von rund 14,1 Milliarden Euro ab. Volkswirte hatten mit einem Überschuss von 13,6 Milliarden Euro gerechnet. Im Vergleich zum Vormate stiegen die Ausfuhren im Juni kalender- und saisonbereinigt um 3,8 Prozent und die Einfuhren um 1,9 Prozent.
Bauer profitiert von Hochstufung
Die Deutsche Bank rät zum Einstieg beim Tiefbauspezialisten und Baumaschinenkonzern Bauer, nachdem die Analysten zuvor die Titel mit "Halten" bewertet hatten. Gleichzeitigwurde das Kursziel von 31 auf 38 Euro hochgesetzt. In der Begründung hieß es, die Auftragslage und die Margen hätten sich erholt und dank der Nachfrage aus den Schwellenländern könnte Bauer von 2011 an stärker wachsen als zuvor erwartet. Zudem sei die Aktie günstiger als der Sektor bewertet.
Metro gibt Karstadt noch nicht verloren
Metro-Chef Eckhard Cordes glaubt immer noch an einen Zusammenschluss der Metro-Tochter Kaufhof mit der insolventen Warenhauskette Karstadt. Unterdessen geht der Streit um die Mietkonditionen zwischen dem Investor Nicolas Berggruen und Highstreet weiter. Metro-Chef Cordes sagte zur Welt, der Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt sei "eine gute Lösung". Der Markt sei nicht groß genug für zwei. "Irgendwann wird es zu einem Zusammenschluss kommen, wann und unter welchen Umständen auch immer", so Cordes weiter. Die Metro hatte bereits vor der Insolvenz versucht, Karstadt-Standorte für Kaufhof zu gewinnen, war aber gescheitert. Nach Meinung Cordes' habe auch eine europäische Warenhausallianz viel Charme. "So könnten die Warenhäuser in Deutschland von Erfahrungen in den anderen Ländern und von gemeinsamen Einkaufsvorteilen profitieren und auch Marken bekommen, die bisher von europäischen Wettbewerbern, aber nicht von uns, angeboten werden können."
QSC hebt Prognose an
Der Telekomanbieter QSC hat im zweiten Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen und zudem seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Der Umsatz legte im zweiten Quartal von 103,7 auf 104,9 Millionen Euro zu. Gleichzeitig zog das EBITDA von 19,0 auf 19,7 Millionen Euro an. Unterrm Strich verdiente QSC 4,3 Millionen Euro nach 1,1 Millionen Euro im Vorjahr. Der Free Cashflow verdreifachte sich zudemauf 7,6 Millionen Euro nach 2,6 Millionen Euro im Vorjahr. In diesem Jahr will QSC einen Free Cashflow von mehr als 25 Millionen Euro erwirtschaften, nach bislang geplanten mehr als 22 Millionen Euro. Darüber hinaus soll sich der Konzerngewinn auf mehr als 16 Millionen Euro verdreifachen (Vorjahr 5,5 Millionen Euro).
SAP will organisch wachsen
Der Softwarekonzern SAP rückt in den Fokus der Anleger, nachdem sich zuvor Finanzvorstand Werner Brandt gegenüber der Börsen-Zeitung zum weiteren Vorgehen geäußert hat. Demnach möchten sich die Walldorfer auf organisches Wachstum konzentrieren. In China will SAP zudem einen lokalen Marktführer überholen und zur Nummer 1 aufsteigen.
E.on und RWE im Blick
Die Energieversorger E.on und RWE könnten zu den Gewinnern zum Wochenauftakt zählen. Einem Bericht des Spiegel zufolge, zeichnet sich in der schwarz-gelben Koalition und den südlichen Bundesländern eine Verlängerung der Betriebszeiten für die Atomkraftwerke im Schnitt um 14 Jahre ab. Die Regierung will in den kommenden Wochen entscheiden. Bis dato gingen Experten von einer Restlaufzeit von lediglich 10 Jahren aus. Dem Pressebericht zufolge, würde die Bundesregierung derzeit mit vier Kernkraftwerksbetreibern über Alternativen zur Brennelementesteuer verhandeln.