Nancy Lanzendörfer
Es war die längste Verlustserie seit Oktober 2008. Auf die drastischen Einbußen vom Vortag, als der Dow Jones 2,2 und der Nasdaq 2,8 Prozent an Wert verloren hatten, folgten am Mittwoch Gewinne - bei einem so hohen Volumen, wie seit Mitte März nicht mehr. Damit liegen die US-Indizes seit Jahresanfang immer noch beziehungsweise wieder im grünen Bereich.
Das sah nicht immer so aus. Nach einem verhaltenen Handelsauftakt rutschte der US-Leitindex zunächst bis auf 11.700,34 Punkte ab. Das niedrige Niveau haben einige Anleger zum Einstieg genutzt, so dass letzten Endes mal wieder grüne Vorzeichen auf der Anzeigentafel aufleuchteten: Der Dow Jones legte rund 30 Punkte oder 0,3 Prozent auf 11.896,44 Punkte zu, der Nasdaq Composite Index 0,9 Prozent auf 2.693,07 Zähler. Der S&P 500 verbesserte sich um ein halbes Prozent auf 1.260,34 Punkte. Die nächsten wichtigen charttechnischen Unterstützungen, so Trader auf dem New Yorker Börsenparkett, liegen bei 1.220 und 1.180 Punkten. Der Goldpreis eilt währenddessen von Hoch zu Hoch. Der Future kletterte zwischenzeitlich über 1.670 Dollar je Feinunze.
Die anfänglichen Kursverluste sind auf eine weitere Flut (teilweise negativer) Konjunkturdaten zurückzuführen. Der ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe ist von 53,30 auf 52,70 Punkte gefallen. Erwarten worden war ein Anstieg auf 54,00 Einheiten. Die Zahl der Industrieaufträge ist im Juni um 0,8 Prozent und damit stärker als erwartet zurückgegangen. Die ADP-Beschäftigtenveränderung fiel allerdings besser aus als erwartet. Im privaten Sektor gab es 114.000 neue Stellen im Juli. Am Donnerstag werden die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und am Freitag der offizielle US-Arbeitsmarktreport vorgelegt.
Die Berichtssaison, die zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten war, kam einigen Anlegern nach guten Zahlen von etwa MasterCard dann doch wieder ins Gedächtnis zurück. Die Kreditkartenfirma steigerte ihren Umsatz um über 22 Prozent auf 1,67 Milliarden Dollar, während Analysten im letzten Quartal nur 1,55 Milliarden erwartet hatten. Der Gewinn erhöhte sich um ein Drittel auf 4,76 Dollar je Aktie, hier lauteten die Prognosen auf 4,22 Dollar. Die Aktie zählte also mit einem Plus von über 13 Prozent nicht ohne Grund zu den besten Performern des Börsentages.
Auch Activision Blizzard hat mit seinen Zahlen für das letzte Quartal besser abgeschnitten, als Analysten gedacht hatten. Der Spieleentwickler wies nach Börsenschluss einen Umsatzanstieg von 967 Millionen auf 1,15 Milliarden Dollar bei einem Gewinnplus von 17 auf 29 Cent je Aktie aus, was deutlich über den Erwartungen lag. Für das Gesamtjahr hat Activison seine Umsatzprognose erhöht.