Steffen Eidam
Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Dienstag fester in den Handel starten. Experten taxieren den DAX vorbörslich rund 0,6 Prozent höher. Auf dem EU-Gipfel in Brüssel konnten sich die Staatsvertreter auf einen Fiskalpakt zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Länder einigen. Außerdem soll bereits ab Juli ein permanenter Rettungsschirm eingeführt werden. Indes ruhen die Hoffnung auf einen erfolgreichen Abschluss der Debatten im griechischen Parlament über einen Schuldenschnitt. Ministerpräsident Papademous zeigte sich zuversichtlich, dass dies in der laufenden Woche der Fall sein wird. Für Bewegung dürften am Nachmittag darüber hinaus mehrere US-Konjunkturdaten sorgen.
GfK legt gute Zahlen vorDer Marktforscher GfK hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Umsatz um mehr als sechs Prozent auf etwa 1,37 Milliarden Euro gesteigert. Dabei erzielte das Segment "Retail und Technology" mit knapp zehn Prozent den höchsten Zuwachs. Gleichzeitig verbesserte sich das angepasste operative Ergebnis um knapp 2 Prozent auf 188 Millionen Euro. Die Nürnberger wollen mit Hilfe eines straffen Wachstumsprogramms bis 2015 ihren Umsatz auf rund zwei Milliarden Euro steigern und das operative Ergebnis auf rund 320 Millionen Euro ausbauen.
Gigaset halbiert UmsatzDer Telefonhersteller Gigaset hat die eigenen Ziele für das abgelaufene Geschäftsjahr verfehlt. Demnach kletterte das operative Ergebnis EBITDA zwar von 3 auf 54 Millionen Euro, die eigene Prognose lag aber bei 57 Millionen Euro. Aufgrund der Entkonsolididierung von Unternehmensbeteiligungen hat sich der Umsatz nahezu halbiert auf 521 Millionen Euro. Hier hatte das Unternehmen 540 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Das Ergebnis je Aktie soll sich nach wie vor bei 0,36 Euro einpendeln.
Optimismus bei Lufthansa CargoKarl Ulrich Garnadt, Vorstandsvorsitzender von Lufthansa Cargo, blickt trotz der Abschwächung im abgelaufenen Jahr optimistisch nach vorn. Lufthansa Cargo steigert daher im laufenden Jahr ihre Kapazität um rund ein Prozent. Weltweit bleibt China langfristig der wichtigste Wachstumsmarkt, so Garnadt. Nach wie vor Probleme bereitet allerdings das chinesische Gemeinschaftsunternehmen Jade. Aufgrund der schwachen Nachfrage ist dessen Flotte derzeit nicht im Einsatz. Das größte Wachstum (plus vier Prozent) rechnet sich Garnadt im laufenden Jahr in Südkorea aus. Garnadt verwies außerdem darauf, dass das Nachtflugverbot, behördliche Auflagen oder ein hoher Ölpreis die Profitabilität von Lufthansa Cargo deutlich einschränken würden. Allein das Nachtflugverbot dürfte 2012 das operative Ergebnis um rund 40 Millionen Euro schmälern.
Neues Standbein für ProSiebenSat.1Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 will seine Abhängigkeit vom Werbemarkt in Zukunft reduzieren, indem der Geschäftsbereich Diversifikation weiter ausgebaut wird. Gegenüber dem Handelsblatt sagte Spartenchef Christian Wegner: "Unser Ziel ist es, bis 2015 einen organischen Umsatzzuwachs mit digitalen Entertainmentprodukten wie Web-TV, Video-on-Demand, Musik und Online-Games sowie Commerce-Plattformen von über 400 Millionen Euro zu erzielen." Die Sparte trug im Jahr 2010 rund 185 Millionen Euro zu den Erlösen bei. Eine dominierende Rolle soll der Konzern zukünftig im europäischen Spielemarkt einnehmen. In diesem Sektor dürften daher demnächst Übernahmen anstehen.