Steffen Eidam
Am deutschen Aktienmarkt herrschen am Dienstagmorgen gute Vorzeichen für weitere Kursgewinne. Händler taxieren den DAX vorbörslich rund ein Prozent höher als zum Vortagesschluss. Die starken Vorgaben aus China sorgten für ein Kursfeuerwerk an den wichtigsten asiatischen Leitbörsen. Zwar ist das Wirtschaftswachstum im Reich der Mitte im vierten Quartal auf 8,9 Prozent gesunken, Experten hatten allerdings mit einem stärkeren Rückgang gerechnet.
In Europa steht weiter die Schuldenkrise im Blickpunkt. Während Jean-Claude Juncker die Auswirkungen der Ratingabstufungen als weniger bedeutend einstufte, will die Europäische Kommission heute über das weitere Vorgehen gegenüber Ungarn wegen der umstrittenen Verfassungsreformen entscheiden. Am Nachmittag könnte der Empire State Manufacturing Index für neue Impulse sorgen.
Deutsche-Bank-Chef rechnet mit leichter Rezession Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, rechnet in Deutschland mit einer leichten Rezession. Das erste Halbjahr werde im Sinne einer "roten Null" ausfallen, so Ackermann. Für das zweite Halbjahr zeigt sich der Manager optimistischer. In diesem Zeitraum sollte sich die Konjunktur wieder beleben, und im Gesamtjahr werde sich das Wachstum "irgendwo zwischen null und einem Prozent einpendeln". Die deutsche Wirtschaft bezeichnete er als "im Kern gesund".
Evotec schließt Partnerschaft
Das Biotech-Unternehmen Evotec wird künftig mit der Harvard Universität und Brigham and Women's Hospital kooperieren. Die Zusammenarbeit soll zur Erforschung und Entwicklung neuer Biomarker und zur Behandlung von Nierenleiden beitragen. Das neue Projekt namens "CureNephron" ist bereits die zweite gemeinsame Zusammenarbeit der drei Unternehmen: Im März 2011 wurde das erfolgreiche Projekt "CureBeta" zur Entwicklung neuer Diabetes-Therapien gegründet.
Nächster Rekord für Gerry Weber
Der Modekonzern Gerry Weber hat im Geschäftsjahr 2010/11 einen neuen Rekordumsatz erzielt. Nach Konzernangaben zogen die Erlöse nach vorläufigen Zahlen um 13 Prozent auf 702,7 Millionen Euro an, während das EBIT um knapp 20 Prozent auf 99,6 Million Euro kletterte. Somit verbesserte sich die EBIT-Marge auf 14,2 Prozent. Auf das Retail-Geschäft, das unter anderem die eigenen Houses of Gerry Weber sowie den Online-Shop beinhaltet, entfielen 217,2 Millionen Euro (plus 25 Prozent). Im laufenden Geschäftsjahr soll der Umsatz auf 775 Millionen Euro steigen, bei der EBIT-Marge peilen die Westfalen einen Sprung auf 14,8 Prozent an.
Metro legt Kaufhof-Verkauf auf Eis
Der Handelskonzern Metro hat die Verkaufsverhandlungen für seine Tochter Kaufhof bis auf Weiteres beendet. "Die aktuelle Lage am Kapitalmarkt bietet keine geeigneten Rahmenbedingungen für eine so wichtige Transaktion", sagte Vorstandsvorsitzender Olaf Koch. In den vergangenen Monaten lieferten sich die österreichische Immobiliengruppe Signa sowie der Karstadt-Investor Nicolas Berggruen ein Stechen um die seit Längerem zur Disposition stehende Warenhauskette. "Aus heutiger Sicht können wir das Ertragspotenzial besser selbst heben als durch einen Verkauf", erläuterte Koch. Indes hat Metro im vierten Quartal einen Umsatzrückgang um 1,3 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Die operative Ergebnisprognose für das Gesamtjahr - ein EBIT vor Sonderfaktoren leicht unter dem Vorjahreswert von 2,4 Milliarden Euro.