Hoffen auf Fed pusht US-Markt – Häusermarkt stabil – Microsoft mit eigenem Tablet – Facebook akquiriert in Israel – FedEx, Marriott, Walgreen
Am Dienstag gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Plus. Der Dow Jones gewann 0,5 Prozent hinzu.
Die Händler bleiben weiterhin skeptisch. Der Markt befindet sich zwischen Hoffen und Bangen. Hoffen auf die US-Notenbank Fed, die am Mittwoch mögliche Maßnahmen bekannt geben könnte und Bangen um die Schuldenkrise in Europa.
Nach der Wahl bleibt Griechenland weiterhin im Fokus. Bundeskanzlerin Merkel (CDU) hatte eine Lockerung der Sparmaßnahmen erneut abgelehnt. Spanien konnte bei einer Anleihen-Auktion wieder gut drei Milliarden Euro einsammeln, doch das Land muss weiter hohe Zinsen zahlen.
Von Konjunkturseite lag ein Schwerpunkt auf dem Häusermarkt. Im Mai gab es 708.000 Wohnbaubeginne. Das ist schlechter als von Analysten erwartet. Im Vormonat waren es 744.000. Die Baubeginne liegen aber trotzdem den vierten Monat in Folge über der 700.000-Marke. Das ist der beste Wert seit der Krise 2008. Die Wohnbaugenehmigungen für Mai lagen bei 780.000. Im Vormonat waren es 723.000. Das ist deutlich besser als erwartet.
Von Unternehmensseite veröffentlichte das Kurier- und Logistikunternehmen FedEx die Zahlen für das vierte Geschäftsquartal. Der Gewinn pro Aktie lag bei 1,99 Dollar, erwartet hatten Analysten hier 1,92 Dollar. Der Umsatz war mit 11,0 Milliarden Dollar etwas schlechter als erwartet. Die Prognose für das kommende Quartal ist ebenfalls schwächer: Das Unternehmen erwartet einen Gewinn pro Aktie von 1,40 bis 1,60 Dollar. Volkswirte hatten zuvor mit 1,70 Dollar gerechnet. Die FedEx-Aktie bei 2,8 Prozent im Plus.
Der Gewinn der amerikanischen Drogerie-Kette Walgreen sank um 11 Prozent von 603 auf 537 Millionen Dollar, was mit einem Einmaleffekt und einem Umsatzrückgang zusammenhängt. Die Quartalsdividende wurde dennoch von 22,5 auf 27,5 Cents angehoben. Außerdem wurde eine strategische Partnerschaft mit Alliance Boots geschlossen. Die Aktie schloss bei Minus 5,8 Prozent.
Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 12.837 Punkten. Der Nasdaq Composite gewann 1,2 Prozent bei 2.930 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Gewinn von 1,0 Prozent bei 1.358 Punkten.
Zu den Gewinnern im Dow zählten: Bank of America (+4,5%), Microsoft (+2,8%) und Caterpillar (+2,4%). Die größten Verlierer waren: Hewlett Packard (-1,2%), Mc Donald's (-0,7%) und AT&T (-0,5%).
Es ist wirklich passiert: Microsoft greift Apple mit einem eigenen Tablet-Computer an und geht mit diesem Strategiewechsel in den Hardwarebereich. Der weltgrößte Software-Konzern steigt dazu selbst ins boomende Tablet-Geschäft ein. Microsoft-Chef Steve Ballmer stellte "Surface" am späten Montagabend in Los Angeles vor. Der Preis ist noch unbekannt. Apple hält zurzeit 60 Prozent an diesem Markt. Die Microsoft-Aktie gewann 2,8 Prozent.
Das soziale Netzwerk Facebook übernimmt das israelische Unternehmen Face.com, das vor allem auf Gesichtserkennung spezialisiert ist. Damit dürften Datenschützer sicher wieder Bedenken anmelden. Die Facebook-Aktie schloss mit 1,6 Prozent im Plus bei 31,96 Dollar.
Die Hotel-Kette Marriott investiert zwei Milliarden Dollar in neue Immobilien. 30 Prozent davon sollen in eine neue junge Marke fließen. Die Aktie 3,2 Prozent im Plus.
Der US-Industriegas-Konzern Air Products & Chemicals will seine Marktposition im Ausland stärken und übernimmt eine 67-prozentige Beteiligung an dem chilenischen Unternehmen Indura S.A. Die Aktie schließt 2,5 Prozent im Plus.
Am Mittwoch schauen wir vor allem auf die US-Notenbank Fed. In ihrer Ratssitzung wird sie zum einen über den Leitzins entscheiden. Klar ist, dass dieser niedrig bleiben wird. Unklar ist noch, ob neue geldpolitische Lockerungen angekündigt werden, nach denen der Markt regelrecht ruft. Außerdem kommt die Zahl der Hypothekenanträge heraus.
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