Ernüchterung im DAX: BMW, Commerzbank, E.on, Hannover Rück, Gagfah, HeidelbergCement, Infineon, Lufthansa, MAN und Yelp im Fokus
Am Nachmittag haben einmal mehr schwache US-Daten den DAX wieder ins Minus gedrückt. Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA ist etwa im April stärker als erwartet gefallen. Statt der erwarteten 55,5 Punkte wurden es am Ende lediglich 53,5 Punkte. Im frühen heutigen hatten noch zahlreiche positive Quartalszahlen für Rückenwind gesorgt. Experten erwarten deshalb, dass auch der morgige Arbeitsmarktberichtenttäuschen könnte. Am Ende schloss der DAX den Handeltag mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 6.695 Punkten ab.
BMW auf Rekordrunde
BMW ist erfolgreich in das neue Geschäftsjahr gestartet. "Mit neuen Höchstwerten bei Absatz, Umsatz und Ergebnis haben wir das beste erste Quartal in der Unternehmensgeschichte eingefahren", sagte Konzernchef Norbert Reithofer. Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro. Der Konzernüberschuss verbesserte sich um 18 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.
Commerzbank: Immer noch keine Klarheit
Für die Commerzbank und andere europäische Großbanken besteht immer noch keine Klarheit bezüglich der strengeren Eigenkapitalvorschriften. Die Finanzminister der Europäischen Union konnten sich auch gestern nicht auf einen Kompromiss einigen.
E.on sieht sich auf Kurs
E.on-Chef Johannes Teyssen hat auf der heutigen Hauptversammlung des Energieriesen zufrieden auf das abgelaufene Geschäftsjahr zurückgeblickt. Die stärksten Belastungen lägen mittlerweile hinter dem Unternehmen. "E.on hat sich freigeschwommen'", sagte Teyssen. Von den Aktionären hagelt es dagegen Kritik. Vor allem die Expansionspläne in Brasilien stehen im Kreuzfeuer der Kritiker.
GAGFAH: In Dresden geht die Angst um
Der Immobilienkonzern GAGFAH will sein Dresdner Portfolio verkaufen. Die Nachricht kommt völlig unerwartet, nachdem der Konzern und die Stadt erst Ende März einen langen Streit beigelegt und teuren Gerichtsprozess verhindert haben. Was treibt GAGFAH?
Hannover Rück wächst bei Umsatz und Gewinn
Der Rückversicherer Hannover Rück zeigt sich mit seinen Ergebnissen für das erste Quartal sehr zufrieden. "Wir haben in den ersten drei Monaten des Jahres ein außerordentlich gutes Konzernergebnis in Höhe von 261 Millionen Euro erzielen können und damit eine solide Basis für ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2012 geschaffen", erklärte der Vorstandsvorsitzende Ulrich Wallin. Die gebuchte Bruttoprämie wuchs um knapp zwölf Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn erhöhte sich um rund das Fünffache auf 261 Millionen Euro.
HeidelbergCement meldet Verlust
Der Baustoffhersteller HeidelbergCement hat seine Erlöse im ersten Quartal dank der hohen Nachfrage in Nordamerika und Asien um acht Prozent auf 2,8 Milliarden Euro gesteigert. Aufgrund höherer Energiekosten verschlechterte sich das Ergebnis nach Minderheiten auf minus 204 Millionen Euro (Vorjahr: minus 161 Millionen Euro).
Infineon steigert sich
Der Halbleiterkonzern Infineon konnte im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn steigern. Demnach zogen die Erlöse im Vergleich zum Vorquartal um vier Prozent auf 986 Millionen Euro an. Unter dem Strich wurde ein Gewinn in Höhe von 111 Millionen Euro erzielt - ein Anstieg um 16 Prozent. Für das dritte Quartal rechnet der Konzern damit, Umsatz und Ertrag stabil halten zu können.
Lufthansa schreibt rot
Die Deutsche Lufthansa hat im abgelaufenen ersten Quartal einen Umsatz in Höhe von 6,6 Milliarden Euro erzielt - ein Plus von 5,6 Prozent. Gestiegene Treibstoffkosten, die Besteuerung des Luftverkehrs in Deutschland und Österreich sowie Kosten für den seit Januar 2012 in Deutschland geltenden Emissionshandel wirkten sich jedoch negativ auf das operative Ergebnis aus. Dieses belief sich auf minus 381 Millionen Euro, ein Rückgang um 212 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahresquartal.
MAN fährt unter 100
Lange hat sich die MAN-Aktie nicht über der Marke von 100 Euro gehalten. Vor allem das schwache Geschäft im ersten Quartal sorgte für Abgabedruck bei dem DAX-Papier. Das operative Ergebnis ist gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent gefallen. Langfristig will der Konzern die Marktführerschaft erobern.
Yelp: Enttäuschender Jahresauftakt
Der starke Umsatzzuwachs im ersten Quartal 2012 lässt die Yelp-Aktionäre kalt. Wie vom AKTIONÄR befürchtet, kann das Bewertungsportal seine Erlöse nur auf Kosten höherer Marketingausgaben steigern. Von Skaleneffekten keine Spur. Im ersten Quartal betrug der Umsatz 27,4 Millionen Dollar, ein Plus von 66 Prozent verglichen mit Q1 2011. Die Kosten für Sales und Marketing sind im gleichen Zeitraum um 67 Prozent in die Höhe geschossen.
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