Dow im Minus - Berg- und Talfahrt geht weiter - Facebook, Hewlett-Packard, Tiffany&Co
Der Dow Jones startet nahezu unverändert mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent in den Donnerstaghandel.
Neben der weiteren Entwicklung der Eurozone und Griechenland stehen Konjunkturdaten im Fokus.
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in der vergangenen Woche überraschend um 2.000 auf 370.000 gesunken, während Volkswirte mit einem unveränderten Stand gerechnet hatten. Allerdings wurden die Daten aus der Woche leicht nach oben revidiert. Bei den Auftragseingängen wurde im April ein Plus von 0,2 Prozent verzeichnet, Ökonomen hatten einen Rückgang um 0,3 Prozent prognostiziert.
Griechenland soll in der Eurozone bleiben - aber nicht um jeden Preis. "Griechenland muss zu seinen Verpflichtungen stehen", forderte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Donnerstagmorgen in Brüssel nach mehrstündigen Beratungen mit den "Chefs".
Der Dow Jones schließt 0,3 Prozent im Plus bei 12.530 Punkten. Der Nasdaq Composite verliert 0,4 Prozent und schließt bei 2.839 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 schließt bei 1.321 Punkten mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent.
Die größten Gewinner im Dow Jones waren: Hewlett-Packard (+3,3%), Home Depot (+2,0%) und Coca-Cola (+1,4%). Zu den größten Verlierern gehörten: Cisco (-1,8%), Caterpillar (-1,1%) und JPMorgan Chase (-0,9%).
Angesichts eines schrumpfenden Geschäfts legt der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard die Axt bei seiner Belegschaft an. Voraussichtlich rund 27.000 Beschäftigte müssten das Unternehmen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014 verlassen. Das sind etwa 8 Prozent aller Mitarbeiter. Durch die harten Einschnitte will HP 3,0 bis 3,5 Milliarden US-Dollar im Jahr sparen. Die Maßnahmen seien schwierig, aber notwendig, erklärte Konzernchefin Meg Whitman. Sie kämpft dagegen an, dass das Geschäft von HP zurückgeht und der Konzern die Marktführerschaft zu verlieren droht. Im zweiten Geschäftsquartal von Februar bis April ging der Umsatz um 3 Prozent auf 30,7 Milliarden US-Dollar zurück und der Gewinn gab im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 Prozent auf 1,6 Milliarden US-Dollar nach. Mit den Zahlen zum zweiten Quartal überraschte das Unternehmen die Anleger positiv. Zudem blickt HP optimistischer auf das Geschäftsjahr als die Analysten bisher, was der Aktie ein Plus von 3,3 Prozent bescherte.
Der Wirbel um Facebook hält an. Kreisen zufolge erwägt das soziale Netzwerk, wegen der massiven technischen Pannen beim Handelsstart die Börse zu wechseln. Facebook könnte demnach von der rein computergestützt arbeitenden Nasdaq zur traditionsreichen New York Stock Exchange überlaufen, die auch noch einen Parketthandel besitzt. Hier nehmen Menschen die Order entgegen. Allerdings widersprach ein NYSE-Sprecher vehement: Es habe keine Gespräche zu dem Thema gegeben. "Wir denken auch nicht, dass es angebracht wäre, darüber Gespräche zu dieser Zeit zu führen." Es ist durchaus üblich, dass Unternehmen ihren Börsenplatz wechseln. NYSE und Nasdaq verlangen etwa unterschiedliche Gebühren und bieten unterschiedliche Leistungen an. Allerdings wäre ein Wechsel nach so kurzer Zeit ein Novum. Die beiden Börsenbetreiber sind Erzrivalen. Die Facebook-Aktie schließt 3,2 Prozent im Plus.
Die amerikanische Juwelierkette Tiffany&Co konnte im ersten Quartal einen leichten Gewinnanstieg ausweisen und hat dabei aber die Markterwartungen verfehlt. Die Prognose für das laufende Fiskaljahr wurde zudem nach unten revidiert. Die Juwelierkette machte dabei vor allem die eingetrübten konjunkturellen Aussichten für die Revision der Jahresprognose verantwortlich. Der Umsatz verbesserte sich auf 819,2 Millionen US-Dollar. Der Nettogewinn lag mit 81,5 Millionen US-Dollar bzw. 64 Cents je Aktie nur leicht über dem Vorjahreswert von 81,1 Millionen US-Dollar. CEO Michael J. Kowalski verwies in diesem Zusammenhang auf die unerwartet schwache Umsatzentwicklung in der Region Amerikas. Weiterhin positiv habe sich hingegen das Auslandsgeschäft entwickelt, wobei man vor allem in der Region Asien/Pazifik deutlich zulegen konnte. Die Aktie verliert 6,8 Prozent.
Der US-Chemiekonzern Dow Chemical kann sich über eine Zahlung in Milliardenhöhe freuen. Der Internationale Strafgerichtshof hat dem BASF-Konkurrenten 2,12 Milliarden US-Dollar zugesprochen, die die kuwaitische Petrochemical Industries leisten muss. Hintergrund ist die Absage eines 17-Milliarden-US-Dollar-Joint-Venture mit der Petrochemical Industries. Die Aktie 3,4 Prozent im Plus.
Der amerikanische Lebensmittelhersteller H. J. Heinz musste im vierten Geschäftsquartal ein geringeres Ergebnis ausweisen. Jedoch wird die Dividende erhöht. Wie der Ketchup-Hersteller erklärte, sank der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn von 223,9 Millionen US-Dollar auf nun 175,3 Millionen US-Dollar. Die Aktie verliert 0,6 Prozent.
Der amerikanische Lebensmittelkonzern General Mills hat seine Marktposition im Auslandsgeschäft mit einem Zukauf verstärkt. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, wurde eine Vereinbarung zur Übernahme des brasilianischen Nahrungsmittelherstellers Yoki Alimentos S.A. geschlossen. Die Aktie 1,0 Prozent im Plus.
Die Deutsche Telekom sucht nach dem Scheitern des geplanten Verkaufs an AT&T weiter nach einer Lösung für das amerikanische Mobilfunkgeschäft. "Ein vollständiger Verkauf wie an AT&T ist aber eher unwahrscheinlich", sagte Rene Obermann am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Köln. Die Telekom müsse andere Wege finden, um den Kapitaleinsatz zu verringern. Derzeit investiert die Telekom in die Modernisierung der Infrastruktur der amerikanischen Tochter und baut ein LTE-Netz auf.
Der amerikanische Konsumgüterkonzern Procter & Gamble hat Einzelheiten bezüglich seiner Strategie im kommenden Fiskaljahr veröffentlicht. Demnach wird das Unternehmen künftig stärker auf die Stabilisierung seiner größten und profitabelsten Geschäftsfelder fokussieren anstatt in die weitere Expansion in den Emerging Marktes zu investieren. Hierfür werde man seine Investitionen im kommenden Geschäftsjahr auf die 40 größten Geschäftsfelder konzentrieren, die sich hauptsächlich in den USA und China befinden. Zu diesen gehören beispielsweise die drei Bereiche Rasierklingen, Wäsche und Windeln in den USA. Die 40 Sparten machen insgesamt mehr als 50 Prozent des Umsatzes von Procter & Gamble aus. Die Aktie 0,3 Prozent im Plus.
Von Konjunkturseite steht am Freitag das Verbauchervertrauen der Uni Michigan im Fokus der Anleger.
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