Deutsche Bank warnt vor Zusammenbruch – Chaos in Griechenland: Außerdem Douglas, EADS und TUI im Fokus

Steffen Eidam

Der deutsche Aktienmarkt dürfte mit Verlusten in den Handel starten. Experten taxieren den DAX vorbörslich rund 0,4 Prozent tiefer auf 6.740 Punkte. Zentrales Thema bleibt die Schuldenkrise in Griechenland. Das Parlament in Athen konnte sich am Sonntag auf eine teilweise Einigung unter anderem für Lohnkürzungen verständigen. Heute werden die Verhandlungen fortgesetzt. Die Troika, die sich zu Verhandlungen in Griechenland aufhielt, sprach von dramatischen Zuständen bei der Wirtschaft des Landes. So hat das defizitäre Land die vereinbarten Sparziele massiv verfehlt. Eine Rettung hängt insbesondere am Verhalten der privaten Geldgeber und einer möglichen Erweiterung des Rettungsschirms von derzeit 130 Milliarden Euro.

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Ackermann warnt vor Zusammenbruch der Eurozone

Griechenland nimmt laut Josef Ackermann eine entscheidende Rolle für die Zukunft der Eurozone ein. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank warnt daher deutlich vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone. Der scheidende Bankchef diskutierte zuerst auf der Münchner Sicherheitskonferenz mit anderen Größen aus Wirtschaft und Politik über das weitere Vorgehen. Im Anschluss flog Ackermann zu Verhandlungen nach Athen. Wenn das Land Pleite gehe, werde "eine neue Büchse der Pandora" geöffnet.

Bieterkampf bei Douglas

Bei der Parfümeriekette bahnt sich ein Kampf zwischen der
Eigentümerfamilie Kreke und Drogerie-Unternehmer Erwin Müller an. Letzterer könnte mit dem Ausbau seines Anteilspakets von derzeit 10,81 Prozent eine Sperrminorität erreichen. Müller könnten über sogenannte Verkaufsoptionen weitere 15 Prozent der Douglas-Anteile zufließen. Sollte sein Paket auf mehr als 25 Prozent ansteigen, könnte er von einem Veto bei Beschlüssen der Hauptversammlung Gebrauch machen und die Firmenpolitik entscheidend beeinflussen. Bei Douglas hieß es:  "Ob und gegebenenfalls wann dies der Fall sein wird, kann aus Sicht der Douglas-Holding nicht beurteilt werden."


EADS will große Schritte machen

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS zeigt sich optimistisch. Gegenüber der Tageszeitung Die Welt sagte Finanzchef Peter Ring: "Wenn die Weltwirtschaft so wächst, wie das derzeit die Volkswirte vorhersagen, dann können wir 2012 einen großen Schritt nach vorne machen." Neben der anhaltend guten Entwicklung bei Airbus solle auch das Segment Eurocopter wachsen. Bei der  Rüstungstochter Cassidian zeichnet sich derzeit zumindest ein stabiler Gewinn ab, während auch die Raumfahrttochter Astrium kontinuierlich den Gewinn ausbauen dürfte. Mit Blick auf das abgelaufene Geschäftsjahr sagte Ring: "Wir werden die Ziele mindestens erreichen. " EADS hatte ein Umsatzplus von vier Prozent prognostiziert und ein EBIT vor Einmaleffekten gegenüber über dem Vorjahr von 1,45 Milliarden Euro. Für 2012 peilt der Konzern vor allem höhere Renditen an. Zudem hält EADS vor dem Hintergrund eines üppigen Barmittelbestands von 11,4 Milliarden Euro auf Zukäufe Ausschau. Im Fokus steht vor allem das Services-Geschäft.



TUI verkauft Hapag-Lloyd

Der Tourismuskonzern TUI kann wie gewünscht seine Anteile (38,4 Prozent) an der Containerreederei Hapag-Lloyd verkaufen. Das 24,6-Prozent-Paket geht an das Hamburger Konsortium Albert Ballin. "Der Prozess ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber die Würfel sind gefallen", sagte Großaktionäre Klaus-Michael Kühne der Tageszeitung Die Welt. Offen ist derzeit noch, ob im Rahmen einer Verkaufsoption 33,3 Prozent der Anteile den Besitzer wechseln oder das komplette TUI-Paket. Über die Höhe des Preises wurden keine Details bekannt.

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