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Der Dow Jones rutscht deutlich ins Minus - Konjunkturdaten enttäuschen - Facebook, JPMorgan, Wal-Mart, Warren Buffet

Franziska Schimke

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Am Donnerstag startet der Dow nahezu unverändert in den Donnerstaghandel mit einem dünnen Plus von 0,1 Prozent. Die Probleme rund um Griechenland und die Eurozone lasten weiterhin auf den Märkten, zudem gab es wenig inspirierende Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt.

In den USA stagnierten die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche zwar, jedoch hatten Experten mit einem Rückgang gerechnet.  

In Athen ist am Donnerstagmorgen die griechische Interimsregierung vereidigt worden. Das 17-köpfige Gremium unter Ministerpräsident Panagiotis Pikrammenos soll das Land einen Monat lang bis zu den Wahlen am 17. Juni führen. Die Ratingagentur Fitch stuft Griechenland daraufhin auf "CCC" herab und der IWF legt den offiziellen Kontakt zu Griechenland bis zu den Neuwahlen auf Eis.

Die USA haben Europa vor dem G8-Gipfel aufgerufen, entschlossener gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise vorzugehen. Zwar wolle man Europa keine Vorschriften machen. Doch es müssten "weitere Schritte" unternommen werden, sagte Regierungssprecher Jay Carney in Washington. Dabei gehe es um mehr Wachstum, die Errichtung einer Feuerwand gegen Spekulationen auf den Finanzmärkten sowie notwendige Reformen in EU-Krisenländern.

Von Seiten der Konjunkturagenda wurden bereits vor Börsenstart die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Sie liegen bei 370.000, erwartet wurden 375.000, nach 367.000 in der Vorwoche. Der an den US-Finanzmärkten viel beachtete Philly Fed Index hat sich im Mai 2012 unerwartet verschlechtert. Demnach ist der Index von +8,5 Punkten im Vormonat auf nun -5,8 Punkte gefallen. Volkswirte waren im Vorfeld von einem Stand von +8,8 Punkten ausgegangen. Der Index gilt als ein wichtiger Frühindikator für das Produzierende Gewerbe in den USA. Werte unter Null deuten auf eine Kontraktion hin.

Zu Handelsende schloss der Dow Jones erneut 1,2 Prozent im Minus bei 12.442 Punkten. Dies ist der elfte Verlusttag in den letzten 12 Handelstagen. Der Nasdaq Composite ebenfalls im Minus bei 2,1 Prozent und 2.814 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gibt 1,5 Prozent ab bei und schließt bei 1.305 Punkten.

Die größten Gewinner im Dow Jones waren: Wal-Mart (+4,2%), Verizon (+1,2%) und AT&T (+0,3%). Zu den größten Verlieren gehörten: Caterpillar (-4,5%), JPMorgan (-4,3%) und Bank of America (-3,6%).

Der Facebook-Börsengang scheint ein Erfolg zu werden. Darauf deuten zumindest außerbörsliche Indikation. Der geplante Börsengang von Facebook wirft immer gigantischere Schatten voraus. Beim Broker Lang & Schwarz ist die Indikation am Donnerstagmorgen weiter kräftig gestiegen und lag zuletzt bei 63,80 US-Dollar je Stück gehandelt. Damit käme das Unternehmen auf einen Marktwert von über 172 Milliarden Dollar. Schon jetzt gilt der Börsengang als der größte einer Internetfirma seit dem von Google im Jahr 2004. Ein Händler bezeichnete die enorme Nachfrage als "völlig überzogen". Ein weiterer Börsianer sagte, am Markt gebe es deutlich unterschiedliche Schätzungen für den Eröffnungskurs, der sich zwischen 34 und 38 Dollar bewegen sollte. Nach Closing Bell wurde der Eröffnungskurs dann am Ende der Angebotsspanne bei 38 Dollar festgesetzt.

Wal-Mart legte am Donnerstag die Geschäftszahlen für das erste Quartal vor. Dabei konnte der weltweit führende Einzelhandelskonzern dank höherer Umsatzerlöse und der starken Entwicklung im internationalen Geschäft einen Gewinnanstieg ausweisen. Demnach lag der Umsatz im Einzelhandelssegment mit 112,27 Milliarden US-Dollar über dem Vorjahreswert von 103,42 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn verbesserte sich auf 3,74 Milliarden US-Dollar bzw. 1,09 US-Dollar je Aktie. Besonders erfolgreich habe sich das Auslandsgeschäft entwickelt, wobei Wal-Mart international den operativen Gewinn um 21,2 Prozent verbessern konnte. Die Aktie 4,2 Prozent im Plus.

Die amerikanische Juwelierkette Tiffany&Co kündigte am Donnertag eine Dividendenerhöhung an. Demnach hat das Board eine Anhebung der Quartalsdividende um 10 Prozent auf 0,32 US-Dollar je Aktie beschlossen. Damit wurde die Dividendenausschüttung zum elften Mal in den vergangenen zehn Jahren angehoben. Die Aktie trotzdem 3,3 Prozent im Minus.

Die Nachricht über eine milliardenschwere Übernahme bescherte dem US-Messtechnikunternehmen Agilent Technologies kurzfristig ein überdurchschschnittliches Kursplus. Der Konzern will für 2,2 Milliarden US-Dollar den dänischen Krebstest-Spezialisten Dako kaufen. Die Aktie schließt jedoch bei 0,3 Prozent im Minus.

Die schief gegangenen Zockereien bringen JPMorgan weiteren Ärger ein. Mindestens zwei Anleger haben unabhängig von einander Klagen eingereicht, weil die Aktien der US-Großbank im Keller sind. Sie fühlen sich vom Management hinters Licht geführt und werfen Bankchef Jamie Dimon sowie Finanzchef Douglas Braunstein vor, die Risiken jener Finanzwetten schöngeredet zu, die am Ende zu einem Spekulationsverlust von 2 Milliarden US-Dollar führten. Die US-Finanzaufsichtsbehörden sowie die Bundespolizei FBI schauen sich bereits die verlustreichen Geschäfte von JPMorgan an, wobei noch vollkommen unklar ist, ob die Bank gegen Gesetze verstoßen hat. Die Spekulationsverluste bei JPMorgan sind einem Bericht zufolge innerhalb einer Woche um mindestens eine weitere Milliarde Dollar gestiegen. Das Minus aus Wetten auf den Kreditmarkt sei seit der Bekanntgabe um mindestens 50 Prozent gestiegen, da Hedgefonds und Spekulanten die Notlage der Bank ausgenutzt hätten, heißt es. Die Aktie verliert erneut 4,3 Prozent.

Nach der missglückten Übernahme des amerikanischen Kosmetikkonzerns Avon will die deutsche Milliardärsfamilie Reimann ihren Parfümhersteller Coty nun an die Börse bringen. Über Coty sollte eigentlich der 10,7 Milliarden US-Dollar schwere Kauf von Avon laufen. Doch das klappe nicht. Das Avon-Management hatte eine bis Montag laufende Frist zur Aufnahme von Gesprächen mit dem deutlich kleineren Rivalen verstreichen lassen. Die konsequente Reaktion von Coty trägt die Handschrift von US-Großinvestor Warren Buffett, dessen Firma Berkshire Hethaway einen Großteil zur Finanzierung der Transaktion beitragen sollte. Buffett lehnt es ab, sich in aufreibende Übernahmeschlachten hineinziehen zu lassen. Wie mehrere US-Medien berichten, hat Coty bereits die Banken für den Börsengang ausgewählt: Demnach könnte der Börsenprospekt binnen Wochen veröffentlicht werden, der Handel mit der Aktie dann im Herbst beginnen. Die Einnahmen wurden auf bis zu 1 Milliarde Dollar beziffert, die Gesamtbewertung von Coty mit bis zu 8 Milliarden Dollar angegeben. Coty wollte das nicht kommentieren.

Der legendäre US-Investor Warren Buffett hält der gedruckten Zeitung die Treue. Für 142 Millionen US-Dollar kauft seine Investmentholding Berkshire Hathaway auf einen Schlag 63 Tages- und Wochentitel im Süden der Vereinigten Staaten. Der Multimilliardär schmiedet damit ein regelrechtes Zeitungsimperium. Der 81-jährige Buffett ist ein alter Hase im Mediengeschäft: Er verdiente sein erstes Geld als Zeitungsjunge, besitzt seit Jahrzehnten die "Buffalo News" und ist Großaktionär der renommierten "Washington Post". Erst vor wenigen Monaten kaufte er zudem die Zeitungsgruppe seines Heimatortes Omaha, den "World-Herald".

Die amerikanische Einzelhandelskette Stage Stores konnte im ersten Quartal beim bereinigten Ergebnis mit einem Gewinn aufwarten. Der Umsatz lag mit 365,7 Millionen US-Dollar über dem Vorjahreswert von 346,5 Millionen US-Dollar. Beim Nettoergebnis wurde ein Verlust von 418.000 US-Dollar bzw. 1 Cent je Aktie ausgewiesen. Unter anderem habe man im Berichtszeitraum von einer weiteren Verbesserung bei den Umsatzerlösen profitieren können. Bei den vergleichbaren Umsatzerlösen verbuchte der Konzern einen Anstieg von 2,5 Prozent. Auch die Margen hätten sich dank der ungesetzten Kostensenkungsmaßnahmen weiter verbessert. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern ein EPS von 1,02 bis 1,14 US-Dollar sowie einen Umsatz von 1,59 bis 1,62 Milliarden US-Dollar. Die Aktie von Stage Stores notierte ein Minus von 2,0 Prozent.

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