DAX verharrt: BMW, Deutsche Bank, Praktiker, Salzgitter, Solarworld, Centrosolar und TUI im Fokus
Nach dem gestrigen Einbruch hat sich der DAX am Donnerstag minimal erholt. Er legte um 0,19 Prozent auf 7.290 Punkte zu. Im Tagesverlauf hatte der deutsche Leitindex mit 7324 allerdings auch schon deutlich höher notiert. Zunächst gab es gute Nachrichten aus Spanien: Die drei größten spanischen Banken Santander, BBVA und La Caixa haben nach Informationen der Zeitung "El País" einen Stresstest bestanden, den die Madrider Regierung in Auftrag gegeben hatte. Diese Geldhäuser benötigten auch unter den ungünstigsten Bedingungen keine staatlichen Hilfen, berichtete das Blatt am Donnerstag in seiner Online-Ausgabe.
Überwiegend schwache Konjunkturdaten
Am Nachmittag gab es in den USA überwiegend negative Wirtschaftsdaten, die auf die Stimmung und die Aktienindizes drückten. Die Anträge auf Arbeitslosenunterstützung fielen zwar etwas geringer aus als erwartet, gleichzeitig wurde aber ein unerwartet deutlicher Einbruch beim Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter gemeldet. Er ist im August um 13,2 Prozent gefallen, obwohl nur mit einem Rückgang um 5,0 Prozent gerechnet wurde. Wenig später wurde dann auch noch veröffentlicht, dass die noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe in den USA mit 2,6 Prozent überraschend stark zurückgegangen sind. Hier war mit einem Anstieg von 0,3 Prozent gerechnet worden.
Solarworld mit Rebound
Auch am Donnerstag ist Solarworld Topgewinner im TecDAX. Das Kursplus beträgt rund neun Prozent. Rückenwind erfährt das Papier von einer neuen Forderung der Solar-Vereinigung EU ProSun. Demnach wurde bei der EU-Kommission eine Handelsbeschwerde über unzulässige Subventionen aus der Volksrepublik China eingereicht.
Centrosolar unter Druck
Die Aktie von Centrosolar ist indes deutlich unter Druck gekommen. Sie verliert rund 14 Prozent an Wert. Die Handelsumsätze sind ausgesprochen hoch, allein auf Xetra wurden drei Millionen Aktien gehandelt und damit ein Vielfaches des durchschnittlichen Tagesumsatzes der vergangenen Wochen. Verantwortlich für den Abschlag sind in erster Linie Gewinnmitnahmen. Innerhalb von zwei Wochen hatte Centrosolar um über 50 Prozent zugelegt.
Deutsche Bank erholt sich
Knapp ein Prozent legt die Deutsche Bank zu. Noch gestern verlor das Papier 6,5 Prozent. Für die kleine Gegenbewegung sorgte auch eine positive Studie von Barclays.
TUI ist zuversichtlich
Leicht zulegen kann auch die TUI-Aktie. Das Unternehmen konnte sowohl die Margen als auch die Auslastung im Vergleich zum Vorjahr verbessern. Das Unternehmen sieht sich weiterhin auf Kurs. Der Start in die Wintersaison sei ermutigend. Die TUI-Aktie legt leicht um 0,2 Prozent zu.
Salzgitter-Aktie: Goldman Sachs reduziert Kursziel
Bei Salzgitter droht die Anfang September eingeläutete Erholung zu verpuffen. Nach der schwachen Entwicklung in den zurückliegenden Tagen folgt heute Morgen ein negativer Analystenkommentar aus den USA. Das Kursziel liegt unterhalb wichtiger Chartmarken.
Praktiker: Konzernumbau nach Plan, aber ...
Bei der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker geht der Konzernumbau weiter. In einer dritten Welle sollen weitere sieben Filialen sieben Filialen bis Mitte Dezember auf Max Bahr umgestellt werden. Insgesamt will Praktiker rund 120 der insgesamt 234 Filialen umstellen.
Autowerte im Fokus, VW unter Druck
Für die Autohersteller wird die Luft angesichts der drohenden Konjunkturdelle im dünner. Das zeigen die bisherigen Äußerungen der jeweiligen Konzernchefs auf dem Pariser Autosalon, auf dem sich die Branche ab heute ein Stelldichein gibt. Aber es gibt auch wieder positive Nachrichten aus der Branche. Einem Bericht des Handelsblatts zufolge will der Münchener Autobauer BMW zudem neue Stellen in Deutschland schaffen. Im Gegenzug sollen sich die Arbeitnehmer zu mehr Flexibilität verpflichten. Während sich das Minus bei BMW mit 0,2 Prozent in Grenzen hält, verliert der die VW-Aktie 2,5 Prozent an Wert und ist damit Schlusslicht unter den 30 DAX-Aktien.
(mit Material von dpa-AFX)
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