DAX über 7.300 Punkte. Außerdem Adidas, Drägerwerk, Aixtron, ProSiebenSat1, Wacker Chemie, Vossloh im Fokus
Der Dax hat die anfänglichen Gewinne Donnerstagvormittag zunächst wieder abgegeben um dann gegen Mittag wieder über die 7.300-Punkte-Marke zu klettern. Zeitweise rutschte der Index sogar knapp ins Minus, nachdem enttäuschende Daten aus Großbritannien vom Einkaufsmanagerindex auf die Stimmung drückten. Am Nachmittag richtet sich der Blick daher besonders stark auf die USA. Dort stehen neue Daten des ISM-Einkaufsmanagerindex sowie zum Verbrauchervertrauen des Conference Board und zum US-Arbeitsmarkt an. Zudem werden zahlreiche Unternehmen, wie etwa Exxon Mobil, Kellogg, Linkedin, Pfizer oder Starbucks ihre Quartalsbilanzen veröffentlichen.
Drägerwerk: Gewinnrückgang trotz Umsatzplus
Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller Drägerwerk hat im dritten Quartal die Eurokrise zu spüren bekommen. Zwar kletterte der Umsatz dank einer besseren Nachfrage in der Medizintechnik von 524,0 Millionen Euro im Vorjahr auf 573,9 Millionen Euro.Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist aber auf 43,6 Millionen Euro zurückgegangen. Im Vorjahr hatte Drägerwerk ein EBIT von 45,2 Millionen Euro ausgewiesen. Analysten hatten einen kleinen Zuwachs erwartet. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 25,2 Millionen Euro nach 25,6 Millionen im dritten Quartal 2011.
General Motors: Milliardengrab Opel
Opel setzt weiter Milliarden in den Sand - und belastet mit seinem schwachen Geschäft die US-Mutter General Motors. Der Autoriese erwartet in Europa für das Gesamtjahr einen operativen Verlust von 1,5 bis 1,8 Milliarden Dollar. Auch auf dem Heimatmarkt verdiente GM zuletzt weniger, dafür warf der wichtige chinesische Markt mehr Geld ab. Unterm Strich konnte General Motors einen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar einfahren nach 1,7 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten aber mit einem noch kräftigeren Abschmelzen gerechnet. Der Umsatz stieg derweil um zwei Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar.
Sony: Weiter tiefrot
Der kriselnde japanische Elektronik-Riese Sony kommt bisher trotz aller Sanierungs-Anstrengungen nicht aus den roten Zahlen heraus. In dem Ende September abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal schrieb der Konzern einen Verlust von umgerechnet rund 150 Millionen (15,5 Milliarden Yen). Immerhin: Vor einem Jahr war das Minus mit 27 Milliarden Yen noch höher gewesen. Der Umsatz legte unterdessen um knapp zwei Prozent 15,5 Milliarden Euro.
Visa knackt die Billion
Die Kunden der weltgrößten Kreditkarten-Firma Visa haben sich im vergangenen Quartal spendabel gezeigt. Visa wickelte Zahlungen im Gesamtvolumen von über einer Billion US-Dollar ab. Umgerechnet sind das 770 Milliarden Euro und ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Rekordvolumen und eine Steuergutschrift sorgten dafür, dass der Konzern beim Gewinn im Ende September beendeten vierten Geschäftsquartal kräftig gesteigert hat. Unter dem Strich blieben 1,7 Milliarden Dollar übrig und damit fast doppelt soviel wie vor einem Jahr.
Wacker Chemie
Wacker Chemie haben am Donnerstag am MDax-Ende 3,03 Prozent auf 42,26 Euro verloren. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte das Kursziel von 45 auf 41 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Sell" belassen. Seine gekürzten Gewinnschätzungen für die Jahre 2012 bis 2014 spiegelten unter anderem niedrigere Preisprognosen für Polysilizium wider, schrieb Analyst Rudolf Dreyer. Andere Börsianer begründeten die Verluste auch mit einem Medienbericht, wonach China im Handelsstreit mit der Europäischen Union um Subventionen für die Solarbranche nun seinerseits Untersuchungen wegen möglicher Verstöße gegen Anti-Dumping-Gesetze eingeleitet habe. Wacker Chemie als Exporteur von Polysilizium wäre von möglichen Sanktionen von Seiten Chinas besonders betroffen, meinte ein Händler. (Quelle: dpa-AFX)
Aixtron
Aktien von Aixtron haben am Donnerstag mit einem Minus von 0,59 Prozent auf 10,10 Euro zu den größeren Verlierern im TecDax gehört. Händler machten dafür vor allem die Vorgaben aus Asien verantwortlich. Dort waren die Titel von Panasonic an diesem Donnerstag um knapp 20 Prozent eingebrochen, nachdem der zweitgrößte japanische TV-Hersteller bereits am Vortag nach Börsenschluss einen Milliardenverlust angekündigt hatte. Panasonic ist auch im Bereich LED-Beleuchtungen aktiv - als Lieferant für deren Produktionsmaschinen ist der Markt ein Hoffnungsträger für Aixtron. (Quelle: dpa-AFX)
ProSiebenSat.1
Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 hat Kreisen zufolge für die nächste Runde im Verkaufsprozess seines Nordeuropa-Geschäfts drei Interessenten ausgewählt. Zu den Bietern gehörten Providence Equity Partners, Nordic Capital und Discovery Communications, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwochabend unter Berufung auf Kreise. BC Partners sei demnach nicht mehr involviert.
Die Commerzbank hat die Einstufung für ProSiebenSat.1 auf "Buy" mit einem Kursziel von 22,00 Euro belassen. Analystin Sonia Rabussier verwies in einer Studie vom Donnerstag auf Presseberichte, wonach sich die Gebote für das Nordeuropa-Geschäft des Fernsehsenders auf über 1,3 Milliarden Euro belaufen könnten. Damit wäre das Nordeuropa-Geschäft sehr hoch bewertet und ProSiebenSat.1 könnte sich zum Verkauf bereit erklären. Ein Teil der Einnahmen dürfte das Unternehmen dann als Sonderdividende ausschütten. (Quelle: dpa-AFX)
Adidas
Die UBS hat die Aktien von Adidas vor Zahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 72,00 Euro belassen. Die operativen Gewinnmargen des Herstellers von Sportbekleidung dürften im dritten Quartal wegen der Marketingausgaben während der Olympischen Spiele sowie geringerer Verkäufe im Golfgeschäft um 30 Basispunkte zurückgegangen sein, schrieb Analyst Fred Speirs in einer Studie vom Donnerstag. Nach dem dritten Quartal dürfte der Konzern aber trotzdem bereits die obere Spanne des für das Gesamtjahr in Aussicht gestellten Reingewinns eingefahren haben. (Quelle: dpa-AFX)
Vossloh
Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Vossloh von 82,00 auf 100,00 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Neutral" belassen. Die Zielerhöhung für die Aktie des Verkehrstechnikkonzerns basiere auf der Verschiebung des Bewertungszeitraums von 2013 auf 2014, schrieb Analyst Rudolf Dreyer in einer Studie vom Donnerstag. (Quelle: dpa-AFX)
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