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DAX schließt unverändert: Automobilhersteller, Bayer, Conergy, Conti, Deutsche Post, EU-Wirtschaftszahlen, EZB, Infineon, IWF, und RWE im Fokus

Richard Nitzsche

Nach einer schwächeren Eröffnung bei 6.052 Punkten dümpelte der DAX über Stunden hinweg seitwärts um die 6.070 Punkte. Die allgemein gute Stimmung,  passable EU-Konjunkturergebnisse und durchwachsen positive US-Wirtschaftszahlen schraubten den deutschen Leitindex schließlich im Hoch bis über die 6.100-Zähler Marke. In der letzten halben Stunde gab der Index aber wieder ab. Eine rote Null ist das Ergebnis des heutigen Handelstages. Der DAX schließt bei 6083 Punkten, nur 0,05 Punkte leichter als der Schlusskurs vom Mittwoch.  

Autoabsatzzahlen auf dem US-Markt

Die im DAX notierten Autobauer BMW, Daimler und Volkswagen schließen heute mit postiven Vorzeichen. Grund sind die erfreulich ausgefallenen Absatzzahlen auf dem US-Automarkt. Insbesondere im Premiumsegment spüren die Fahrzeughersteller weiterhin eine deutliche Erholung. Die Verkaufszahlen von Porsche klettern um 75 Prozent auf 2703 Automobile.  Bei VW, Mercedes-Benz und Audi sind die Steigerungen weniger stark ausgefallen, als im bisherigen Jahresverlauf.  BMW gewinnt 1,39 Prozent, Daimler schließt 2,51 Prozent im Plus und das Papier von Volkswagen kann 1,07 Prozent zulegen.

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Bayer erhält Zulassung für Pflanzenschutzmittel in Großbritannien

Der Pharmakonzern Bayer AG erhält in Großbritannien die Zulassung für das  Pflanzenschutzmittel Bixafan. Laut einer Pressemeldung des DAX Konzerns ist dies die erste Zulassung des Produktes weltweit. In Großbritannien soll es in einer Kombination mit anderen Mitteln vermarktet werden. Bayer rechnet mit einem weltweiten jährlichen Gewinnpotenzial von 300 Millionen Euro. Die Einführung auf dem britischen Markt ist für 2011 geplant. Bayer verliert am Donnerstag 1,22 Prozent. 

Conergy erhält Großauftrag

Das Solarunternehmen Conergy meldet am Donnerstag einen Großauftrag über 20 Solarkraftwerke aus Griechenland mit einem Gesamtvolumen von rund 80 Millionen Euro. Dies ist der bislang größte Solarauftrag in Griechenland. Die Regierung will den Anteil von Sonnenstrom an der Energieversorgung massiv ausbauen und hat dazu ein Förderprogramm verabschiedet.  Das Papier des Unternehmens legte nach Bekanntwerden der Meldung stark zu.  

Continental begibt weitere Anleihe

Continental emittiert eine neue Anleihe. Mindestens 750 Millionen Euro frische Barmittel möchte der Automobilzulieferer so einsammeln. Mit der zusätzlichen Liquidität sollen die Schulden verringert werden, kommentiert Finanzvorstand Wolfgang Schäfer. Details zu den Konditionen will Continental in den kommenden Tagen veröffentlichen. Die Anleihe ist der dritte Eckpfeiler in der finanziellen Neuaufstellung des Konzerns. Ende 2009 hatten die Banken bereits einen Kreditaufschub für die fälligen Milliardenkredite bewilligt, zu Jahresbeginn konnte Conti einer vorhergehenden Anleihen-Emission bereits eine Milliarde Euro erlösen.

Deutsche Post darf Staatshilfen behalten

Die Deutsche Post muss ihre Staatshilfen nicht zurückzahlen. Dies entschied der Europäische Gerichtshof am Donnerstag. Mit diesem Urteil setzt der EuGH eine vorhergehende Entscheidung der EU-Kommission außer Kraft, wonach die Post 572 Millionen Euro Staatsunterstützung widerrechtlich erhalten habe und diese zurückzahlen müsste.  Für Analysten kam war die Entscheidung vorhersehbar.  Dennoch gewinnt das Papier der Deutschen Post 1,62 Prozent. 

EU-Wirtschaftszahlen: steigendes Euro-BIP, kletternde Erzeugerpreise

Die Wirtschaftsleistung der Eurozone ist im zweiten Quartal deutlich gestiegen. Das EU-BIP stieg im Vergleich zum ersten Quartal 2010 um einen Prozent, im Vergleich zur Vorjahresperiode um 1,9 Prozent. Konsumausgaben und Investitionen haben laut Eurostat das Wachstum begünstigt. Auch die EU-Erzeugerpreise sind im Aufwind. Im Juli stiegen die institutionellen Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,2 Prozent - im Jahresvergleich klettern sie um 4,0 Prozent nach zuvor + 3,0 Prozent.

EZB: Leitzins bleibt unverändert.

Die Europäische Zentralbank EZB belässt den Hauptrefinanzierungssatz weiterhin bei 1,00 Prozent. Spitzenrefinanzierungssatz und Einlagensatz bleiben ebenfalls unberührt. EZB-Chef Jean-Claude Trichet hält den tiefen Leitzins weiterhin für angemessen. Volkswirte glauben, dass die EZB ihre Niedrigzinspolitik noch bis in die zweite Hälfte des kommenden Jahres beibehalten wird. 

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Analystenkommentare für Infineon

Das Analysehaus Kepler Equities senkt das Kursziel für Infineon auf 6,00 Euro von vormals 6,20. Die Einschätzung belässt der Analyst bei "Kaufen". Tobias Loskamp  sieht keinen Grund für die relativ niedrige Bewertung der Aktie. Mit dem Verkauf der Handysparte und der daraus resultierenden Erhöhung der Barmittel verbessere sich das Risikoprofil. Eine andere Meinung hat der Broker Cheuvreux: Analyst Bernd Laux senkt das Kursziel von 5,00 Euro auf 4,10 Euro und bewertet die Aktie weiterhin mit "Underperform". Er glaubt, die Gewinne von Infineon erreichen in Q4 ihren Höhepunkt. Danach sieht er einen Abwärtstrend bei den Erlösen. Die Aktie von Infineon geht mit einem Aufschlag von 0,86 Prozent aus dem Handel. 

IWF: Stoßen auch reiche Länder jetzt an Schuldengrenze?

Der Internationale Währungsfonds (IWF) meint, dass die Verschuldungslage vieler Staaten bald an ihre Grenzen stoßen könnte. In mehreren Studien über insgesamt 23 Länder befinden sich auch einige Industrieländer wie die USA und Großbritannien auf in der Kategorie der "bedrohten" Staaten.  Die Auswirkungen wären Downgrades von den Ratingagenturen und dadurch eine Vergrößerung der Zinsbelastung. Die Angst vor gänzlicher Zahlungsunfähigkeit hält der IWF im Augenblick jedoch für übertrieben.

RWE plant Konzernumbau

Der Vorstandvorsitzende des Energiekonzerns RWE, Jürgen Großmann, will sein Unternehmen umstrukturieren. Der Plan ist eine Bündelung der Vertriebs- und Netzaktivitäten in einer deutschen Aktiengesellschaft, die einer europäischen Gesellschaft (SE) unterstellt sein soll, berichtet das Handelsblatt am Donnerstag und beruft sich auf Unternehmenskreise. RWE enthält sich derzeit eines Kommentares. Großmann möchte so erreichen, dass die Kommunen, die etwa 25 Prozent der RWE-Anteile besitzen, künftig nur noch an der deutschen Tochter beteiligt sind. Der Startschuss soll in drei Wochen erfolgen. RWE verliert in Frankfurt 0,46 Prozent. 

 

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