DAX schließt nach Achterbahnfahrt fester: EADS, E.on, Facebook, Linde, Praktiker, PSI, Rhön Klinikum und ThyssenKrupp im Fokus
Die deutschen Marktteilnehmer haben am letzten Handelstag der Woche Nerven wie Stahlseile gebraucht. Nach einem positiven Auftakt und einem deutlichen Rücksetzer am Vormittag hat sich der DAX am Ende mit kräftigen Gewinnen in das Wochenende verabschiedet. Der deutsche Leitindex beendete den Tag bei 6.689 Punkten - ein Plus von 1,6 Prozent. Für Schwung haben insbesondere die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA gesorgt. Angaben des Wirtschaftsministeriums in Washington zufolge ist das US-BIP im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,5 Prozent gewachsen. Volkswirte hatten lediglich ein Plus von 1,2 Prozent erwartet. Auch die Daten zum Verbrauchervertrauen fielen besser als prognostiziert aus.
EADS-Aktie: Prognose rauf
Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS kann auf ein starkes erstes Quartal zurückblicken. Getragen vom starken zivilen Geschäft bei Airbus erreichte das deutsch-französische Unternehmen einen Rekordauftragsbestand und erhöht die Prognosen für das Gesamtjahr.
E.on: Dämpfer aus Südamerika
Schlechte Nachrichten für E.on: Laut einem Bericht der Financial Times Deutschland muss der Energieriese bei seinen Expansionsplänen einen Dämpfer hinnehmen. Die Genehmigung für ein rund fünf Milliarden Dollar teures Kohlekraftwerk mit Hafen in Chile habe nur noch geringe Chancen, heißt es in dem Blatt.
Facebook: Aktie nach Q2-Zahlen auf Allzeittief
Das weltweit größte soziale Netzwerk meldete am Donnerstag nach Börsenschluss erstmals Quartalszahlen. Demnach verbesserten sich die Erlöse in der Periode von April bis Juni auf 1,18 Milliarden Dollar. Unter dem Strich verlor der Konzern jedoch 157 Millionen Dollar. Ohne ein Steuergeschenk wäre das Minus sogar noch weit höher ausgefallen.
Linde: Positives zweites Quartal
Der DAX-Konzern Linde konnte auch im zweiten Quartal des laufenden Jahres weiter zulegen. Die Erlöse kletterten im Vergleich zum Vorjahresquartal von 3,5 auf 3,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis konnte zum Vorjahr von 798 auf 847 Millionen Euro gesteigert werden. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit mehr Umsatz und einem weiteren Wachstum des operativen Konzernergebnisses.
Praktiker: Angebot liegt auf dem Tisch
Lange Zeit hat alles daraufhingedeutet, dass Praktiker zur Sanierung um in Hochzinsdarlehen des US-Finanzinvestors Anchorage nicht herumkommt. Doch jetzt könnte sich das Blatt wenden: Großaktionärin Isabella de Krassny hat dem Konzern ein neues Finanzierungskonzept unterbreitet.
PSI: Gewinn verdoppelt
Das Softwareunternehmen PSI ist in der ersten Jahreshälfte 2012 kräftig gewachsen. Den Berlinern ist es gelungen, dass schwache Geschäft im Energiemanagement zu kompensieren. Angesichts der starken Auftragsentwicklung ist die Konzernführung auch für die kommenden Monate optimistisch. Der PSI-Konzern hat im ersten Halbjahr Umsatzerlöse von 85,7 Millionen Euro eingefahren, nach 76,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Betriebsergebnis kletterte um ein Drittel auf 5,1 Millionen Euro und das Konzernergebnis, bedingt durch positive Steuereffekte, von 1,9 auf 4,1 Millionen Euro.
Rhön Klinikum kappt Prognose
Der Klinikbetreiber Rhön Klinikum hat seine Prognose für das Jahr 2012 gesenkt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll nun bei 315 Millionen Euro liegen. Zuvor peilte der Konzern noch 350 Millionen Euro an. Der Überschuss vor Minderheiten wird nun 117 Millionen anstatt 145 Millionen Euro betragen. Grund für die Reduzierung sind Verzögerungen bei der Restrukturierung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg sowie Kosten im Zusammenhang mit dem Übernahmeversuch von Fresenius SE.
ThyssenKrupp: Kurzarbeit
Die Krise trifft den Technologiekonzern ThyssenKrupp. Das Unternehmen hat angekündigt, wieder auf Kurzarbeit zu setzen. 2.170 der 17.500 Mitarbeiter an den Standorten Duisburg-Hamborn, Duisburg-Hüttenheim, Bochum, Dortmund und Siegerland sind davon betroffen.
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