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DAX schießt 200 Punkte nach oben dank Super-Mario: Commerzbank, Nokia, Continental, Lanxess, Lufthansa, MAN, Metro und Solaraktien im Blick

Alfred Maydorn

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Die Anleger feiern am Donnerstag „Super-Mario". EZB-Chef Mario Draghi hat angekündigt, unter bestimmten Bedingungen unbegrenzt Staatsanleihen aufkaufen zu wollen und damit exakt den Geschmack der Börsianer getroffen. Die reagierten sogleich mit freudigen Käufen und trieben den deutschen Leitindex zeitweise um über 200 Punkte nach oben. Der DAX erreichte in der Spitze 7.172 Punkte und damit das höchste Niveau seit März dieses Jahres. Das am 16. März markierte Jahreshoch von 7.194 Punkten ist damit in greifbare Nähe gerückt.

Die gute Stimmung in Europa hat auch die US-Börsen mit nach oben gezogen. Der Dow Jones kommt um rund 220 Punkte oder 1,8 Prozent voran und notiert bei 13.270 Punkten. Zusätzlich beflügelt wurden die US-Märkte vom ISM-Index für den Dienstleistungssektor, der im August auf 53,7 Punkte gestiegen ist, Analysten hatten mit einem Rückgang auf 52,5 Punkte gerechnet.

Commerzbank und Deutsche Bank mit satten Gewinnen

Größte Gewinner im DAX sind die Bank-Aktien. Die Deutsche Bank kann um über sechs Prozent zulegen, die Commerzbank schnellt um rund fünf Prozent nach oben. Die Banken profitieren von der zu erwartenden Entspannung auf den Finanzmärkten nach den Äußerungen Draghis. Die HSBC hat zwar das Kursziel der Commerzbank gesenkt, rät aber weiterhin zum „Übergewichten" des Banktitels.

Nokia: Aktie weiter unter Druck

Die Nokia-Aktie verliert am Donnerstag weiter an Wert, nachdem der Titel bereits am Tag zuvor um 13 Prozent einbrach. Anleger und Analysten zeigen sich enttäuscht von den neuen Lumia-Smartphones, die gestern in New York vorgestellt wurden. Ein Analyst stuft die Nokia-Aktie weiterhin mit „Underperform" ein und hat sein Kursziel von 1,00 Dollar bestätigt, umgerechnet 0,79 Euro. Nokia verliert rund vier Prozent auf 1,92 Euro.

Air Berlin: Auslastung sinkt

Im August hat Air Berlin 3.572.827 Fluggäste an Bord begrüßt, 5,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Da die Airline die Kapazität um 4,2 Prozent verringerte, ging die Auslastung im Monatsvergleich trotz des Passagierrückgangs nur leicht zurück auf 84,5 Prozent (August 2011: 85,1 Prozent). Die Aktie von Air Berlin verliert trotz des positiven Umfeldes drei Prozent an Wert.

DAX, MDAX und Co: Umschichtungen

Der Autozulieferer Continental kehrt wie erwartet in den bekanntesten deutschen Aktienindex zurück. Die Titel des Unternehmens werden mit Wirkung zum 24. September in den DAX aufgenommen. Auch die Aktien des Chemieunternehmen Lanxess steigen wie von Experten erwartet vom Index für die mittelgroßen Werte MDax in den Dax auf. Auch die Absteiger sind nicht unerwartet: Aktien des Handelskonzerns Metro und des Lkw-Bauers MAN werden künftig nicht mehr im Dax, sondern im MDax notiert sein. Zusätzlich steigen die Aktien von TAG Immobilien in den MDax auf, wo sie die Titel von Deutz ersetzen, die in den SDax absteigen. Im Technologiewerteindex TecDax gibt es ebenfalls einige Änderungen: Die Titel der schweizerischen Biotech-Holding BB Biotech ersetzen die Aktien des Telefonherstellers Gigaset. Zudem steigt LPKF Laser & Electronics in den Index auf, den der Spezialmaschinenbauer Singulus Technologies verlassen muss.

Deutsche Lufthansa: Streik am Freitag

Die Lufthansa-Aktie dürfte vor dem nächsten angekündigten Streik am Freitag im Blick stehen. Europas größte Fluggesellschaft strich nun bereits zwei Drittel ihrer Flüge am Freitag und ist wohl erstmals offen für eine Schlichtung. Allerdings nur in der Tariffrage, wie die "Financial Times Deutschland" berichtet. Vom wesentlichen Punkt, den neuen niedrigeren Entlohnungsstrukturen für das Kabinenpersonal, will sie nicht abrücken. Diese Strukturen sind jedoch die Ursache, weshalb die Gewerkschaft Ufo mit den Streiks begann. Ein Händler sagte dazu: "Folglich wird das Angebot der Lufthansa die Fortdauer des Streik nicht verhindern."

Solar: Antidumping-Verfahren gegen chinesische Solarbranche

Die wenigen im TecDax verbliebenen Solarwerte haben etwas Auftrieb erhalten, nachdem die EU-Kommission ein Antidumping-Verfahren gegen die chinesische Solarbranche eingeleitet hat. Die Wettbewerbsbehörde will prüfen, ob die Asiaten mit zu niedrigen Preisen den Wettbewerb schädigen. Sie reagiert damit auf einen Antrag von europäischen Solarfirmen wie der Bonner Solarworld, die sich durch die Billigkonkurrenz aus China geschädigt fühlen. Es lägen genügend Beweise vor, die die Einleitung eines Verfahrens rechtfertigten, erklärte die Kommission.

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