Steffen Eidam
Der deutsche Aktienmarkt tendierte am Mittwochmorgen zunächst schwächer. Bis Mittag fiel der DAX auf 6.077 Punkte zurück, nachdem sich insbesondere die negativen Vorgaben aus Übersee und Asien belastend auf die Kurse auswirkten. Am Nachmittag gelang dem deutschen Leitindex aber die Wende. Befeuert von positiv aufgenommenen Wirtschaftsdaten aus Portugal schlugen sich viele Marktteilnehmer auf die Käuferseite und sorgten dafür, dass der DAX mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 6.164 Punkten aus dem Handel ging.
Außenhandel kühlt sich ab
Der deutsche Außenhandel hat im Juli etwas an Dynamik verloren. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sanken die Ausfuhren im Juli im Vergleich zum Vormonat um 1,5 Prozent. Die Einfuhren gingen sogar um 2,2 Prozent. Im Vormonat hatten sich kräftige Zuwächse von 3,7 Prozent (Exporte) und 1,6 Prozent (Importe) ergeben.Auf Jahressicht ergaben sich im Juli aber immer noch deutliche Zuwächse bei den Exporten (plus 18,7 Prozent) und bei den Importen (plus 24,9 Prozent). Die Außenhandelsbilanz schloss im Juli mit einem Überschuss von 13,5 Milliarden Euro ab.
Schlechte Nachrichten für BASF
Schlechte Nachrichten für Deutschlands größten Chemiekonzern BASF: In Schweden hatte sich seine Kartoffelsorte Amflora mit einer anderen Sorte von BASF vermischt, die noch nicht von der EU zugelassen ist. Das Land Mecklenburg Vorpommern, indem die Kartoffel ebenfalls testweise angebaut wird, zog Amflora, die durch das "Ausschalten" eines bestimmten Bestandteils mehr Amylopektin-Stärke produzieren soll, die in der Papier- und Klebstoffindustrie gefragt ist, daraufhin vorerst aus dem Verkehr. Diese Sperre werde erst wieder aufgehoben, wenn der Verdacht auf Verunreinigungen ausgeräumt sei. Zudem sind in der Bestechungsaffäre zwei weitere Mitarbeiter ins Visier der Ermittler geraten. Demnach durchsuchte die Polizei die Arbeitsplätze der beiden Beschäftigten, die umgehend freigestellt wurden.
Bayer siegt vor US-Gericht
Ein US-Gericht hat den Einspruch einer Gruppe von Arzneimittelhändlern gegen den Pharmakonzern Bayer abgeschmettert. Demnach hat der Court seine Entscheidung zur Rechtmäßigkeit von Patentvergleichen zwischen Medikamenten- und Generikaherstellern bestätigt. Bereits im April hatte das Gericht eine Vereinbarung zwischen dem DAX-Konzern und dem US-Generikahersteller Barr Pharmaceuticals für gültig erklärt. Die Arzneimittelhändler können sich nun an den Supreme Court der USA wenden.
Banken unter Druck
Die Titel der Commerzbank und der Deutschen Bank stehen nach einem Bericht des Wall Street Journals unter Druck. In dem Artikel werden die möglichen Belastungen für die Branche durch schärfere Regeln zur Kapitalausstattung von Banken ('Basel III') diskutiert. Am Vortag hatte ein Artikel in der Zeitung über den europäischen Bankenstresstest zu Kursverlusten bei den Finanzwerten geführt, wonach der Belastungstest die Ausfallrisiken staatlicher Schuldner nur unzureichend berücksichtigt hätte.
Übernahmekampf könnte K+S beflügeln
Der K+S-Konzern könnten vom Übernahmekampf in der Düngemittelbranche profitieren. Branchenprimus Potash wird offensichtlich nicht nur vom australischen Bergbaukonzern BHP Billiton Ziel umworben (ein erstes Angebot hat Potash bereits abgelehnt), sondern auch von Sinochem. Die Chinesen könnten sich als sogenannter "weißer Ritter" in den Kampf einmischen. Der staatliche chinesische Ölkonzern möchte sich offenbar mit Singapurs Staatsfonds Temasek Holdings Pte zusammenschließen und das BHP-Gebot übertrumpfen.
Glücksspielmonopol gekippt
Die Titel von Bwin, Tipp24 und Jaxx feiern kräftige Kursgewinne, nach dem das Staatsmonopol für Glücksspiele gekippt wurde. In einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs heißt es, dass in Deutschland Glücksspiele und Sportwetten nicht in "kohärenter und systematischer Weise" begrenzt würden. Seit 2008 gilt hierzulande der Glücksspielstaatsvertrag. Dieser besagt, dass private Unternehmen in Deutschland keine Sportwetten mehr anbieten dürfen. Toto und Oddset, die staatlichen Anbieter, wurden somit zu Monopolisten. Damit wollte der Staat das Glücksspiel, zu dem auch Sportwetten gehören, "kanalisieren".
Repower hofft auf neuen Auftrag
Der Windenergie-Spezialist Repower will an der Kostenschraube drehen. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) sagte der neue Firmenlenker Andreas Nauen: 'An guten Standorten erzielen wir schon den Durchschnittspreis der Leipziger Strombörse.' Allerdings sei die Windenergie in Deutschland zunächst weiter auf Subventionen angewiesen. Der Manager fürchtet dabei weder die Laufzeitverlängerung bei Atomkraftwerken noch die Konkurrenz aus China. Dort basiert etwa ein Drittel aller Anlagen auf Repower-Technologie. Aktuell befindet sich der Konzern in Verhandlungen mit einem potenziellen Auftraggeber aus Belgien.
Singulus kommt in China zum Zug
Der Spezialmaschinenbauer Singulus hat in China weitere Neuaufträge für Singular Inline-Beschichtungsanlagen erhalten. Nach Unternehmensangabe sind weitere aussichtsreiche Projekte in Vorbereitung. Die Beschichtungsanlagen werden sowohl für Aufgaben in der Fertigung von Silizium Solarzellen als auch für die Weiterentwicklung von neuen Solarkonzepten eingesetzt.