Richard Nitzsche
Überraschen konnte heute der deutlich gestiegene ifo-Geschäftsklimaindex, er fiel über den Erwartungen aus. "Insbesondere die robuste Lagebeurteilung durch die Unternehmen deutet auf ein stabiles Wachstum der Wirtschaft im Herbst hin. Der unerwartete Anstieg der Ifo-Geschäftserwartungen verschiebt die Aussicht auf eine deutliche Wachstumsabkühlung nach hinten", sagte Ralf Umlau, Analyst bei der Helaba. Der DAX geht heute nahezu unverändert bei 6.605 Zählern aus dem Handel - oberhalb der psychologisch wichtigen 6.600er Marke. So findet eine erfolgreiche Börsenwoche ihr Ende. Seit letztem Freitag legte der Deutsche Aktienindex 1,7 Prozent oder 113 Punkte zu und markierte beinahe täglich neue zweijahres-Höchststände. Damit auch das kleine Minus von 0,08 Prozent zum Wochenausklang durchaus als Erfolg zu werten.
BMW jetzt auch stundenweise
BMW zieht nach und testet sein eigenes Mietwagen-Programm. Künftig können Kunden Automobile des Münchner Produzenten stundenweise leihen. So sollen insbesondere junge Menschen zum Autofahren ermutigt werden, nachdem deren Interesse am fahrbaren Untersatz zusehends zu Gunsten der öffentlichen Verkehrsmittel wegbricht. Der BMW 1er lässt sich schon für 16 Euro pro Stunde mieten, für den 5er werden 23 Euro fällig. Ist nach Daimler und Peugeot der der dritte Automobilkonzern, der eine solche Produktvariante anbietet.
Neuer Korruptionsvorwurf gegen Daimler
Daimler wird in Afrika Korruption vorgeworfen, berichtet das Manager Magazin und beruft sich auf Konzernkreise. Der interne Korruptionswächter Louis Freeh habe die amerikanische SEC über einen möglichen Vorfall informiert. Das Unternehmen hält sich bedeckt. Bereits Anfang April hatte Daimler eine von der SEC untersuchte Korruptionsaffäre durch eine Ausgleichszahlung beigelegen müssen. Daimler gewinnt dennoch 0,8 Prozent.
Deutsche Bank: Postbank-Übernahme schreitet voran
Im Zuge der Postbank-Übernahme hat die Deutsche Bank ihre Aktienquote an dem Unternehmen weiter erhöht und hält jetzt 30,6 Prozent der Anteilsscheine. Vor einer Woche hatte die Deutsche Bank die 30-Prozentmarke überschritten - hier hätte sie ein Pflichtangebot machen müssen. Am Mittwoch hatte die Postbank den freien Aktionären zum Verkauf ihrer Aktien geraten. Den Teilhabern bleibt nun bis zum 24. November Zeit zur Entscheidung.
Demag Cranes: Konekranes prüft feindliche Übernahme
Der finnische Konkurrent Konecranes schließt eine feindliche Übernahme von Demag Cranes nicht mehr aus, berichtet die Financial Times Deutschland. Der Vorstandschef von Konekranes, Pekka Lundmark, sei noch immer an dem deutschen Kranhersteller interessiert und würde trotz diesen unter Umständen trotz des stark gestiegenen Aktienkurses übernehmen - notfalls auch gegen den Willen des Demag-Managements. Lundmark will einen wettbewerbsfähigen europäischen Anbieter schaffen. Eine Verinigung beider Unternehmen hätte rund 15.000 Beschäftigte und würde einen Umsatz von 2,7 Milliarden Euro schreiben.
Deutsche Euroshop will Prognose anheben
Der auf Shoppingsender spezialisierte Investor Deutsche Euroshop wird spätestens Anfang des kommenden Jahres seine Prognose anheben. "Durch den Zukauf des Billstedt-Centers in Hamburg werden wir unsere Umsatz um zirka 11 Millionen steigern", sagte Vorstandschef Claus-Matthias Böge. Für das laufende Geschäftsjahr könnte es moderate Anpassungen nach oben geben. Eine Kapitalerhöhung sei für den Erwerb nicht notwendig.
EZB: Fed will keinen schwachen Dollar
EZB-Ratsmitglied Christian Noyer ist nicht der Überzeugung, dass die US-Notenbank Fed auf einen schwachen Dollar hinarbeitet. "Die Federal Reserve betreibt ganz sicher keine Politik des niedrigen Dollars", sagte er. Er warnte, die Wechselkurse sollten die ökonomischen Fundamentaldaten widerspiegeln, dies sei nach Noyers Ansicht im Augenblick nicht der Fall. Der Euro notierte am Morgen weiterhin über der 1,39 US-Dollar-Marke.
Fuchs Petrolub erzielt Rekordumsatz
Die Fuchs Petrolub AG hat mit dem Ergebnis des abgelaufenen Quartals die eigenen Erwartungen übertroffen. Der Schmierstoffhersteller profitierte von dem günstigen konjunkturellen Umfeld. In Q3 erreichte das Unternehmen mit 383 Millionen Euro den höchsten Umsatz seiner Unternehmensgeschichte. Fuchs Petrolub erhöht den Ausblick für das laufende Jahr. Ursprünglich wollte der Schmierstoffhersteller rund 200 Millionen Euro verdienen. Diese Prognose hat die Gesellschaft nun auf 240 Millionen Euro angehoben.
Geschäftsklima positiv, Stimmung im Einzelhandel ist rückläufig
Die deutsche Konjunktur ist weiterhin auf dem Vormarsch. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg den fünften Monat in Folge auf 107,6 Punkte. Unternehmen sehen positiver in die Zukunft, die Erwartungen an die kommenden sechs Monate haben sich verbessert. Verarbeitendes Gewerbe und Großhandel schnitten gut ab, einzig der Sub-Index für den Einzelhandel ist auf 9,1 Punkte von zuvor 11,5 Punkten gefallen. Der DAX reagierte mit einem kurzen Ausschlag nach oben, kehrte aber schnell auf die ursprünglichen Stände zurück.
Lufthansa im Blick, Luftfahrtbranche ist angesagt
Die Luftfahrtbranche hat Rückenwind. Vor dem Hintergrund steigender Buchungszahlen äußerten sich zahlreiche Analysten positiv zu den weiteren Geschäftsaussichten. Auch gestern gab es eine Kaufempfehlung von den Experten der Commerzbank. In den USA meldeten zuletzt das US-Beteiligungsunternehmen Jetblue und Delta Air Lines Rekordergebnisse.
Volkswagen versechsfacht Gewinn, Ausblick negativ
Europas größter Autobauer hat in den ersten neun Monaten seinen Gewinn mehr als versechsfacht. Zwischen Januar und September schrieb Volkswagen ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von vier Milliarden Euro. Bei den Erwartungen gibt sich Volkswagen allerdings skeptisch. Das letzte Vierteljahr werde nicht mehr so stark verlaufen. Die Investoren kümmert es nicht. Mit 4,4 Prozent im Plus geht die Aktie als größter Gewinner im DAX ins Wochenende.