DAX mit Verlusten erwartet: Commerzbank, Daimler, Heideldruck, Kabel Deutschland und Merck im Fokus
Ohne starke neue Impulse werden die wichtigsten deutschen Aktienindizes am Dienstag mit leichten Verlusten erwartet. IG Markets taxierte den Dax am Morgen bei 7.393 Punkten um 0,14 Prozent unter dem Xetra-Schluss. Leichte Gewinnmitnahmen drückten die internationalen Börsen nach ihrem jüngsten Höhenflug im Zuge der Notenbankmaßnahmen nun etwas nach unten, sagte Stratege Cameron Peacock von IG Markets. Das dürfte sich ohne neue Antriebsfaktoren zunächst fortsetzen. Die Märkte in Asien pendelten ohne klare Richtung um ihren Vortagesschluss.
Konjunkturdaten mit Spannung erwartet
Die ZEW-Konjunkturerwartungen könnten am Vormittag aus Sicht der Bernecker-Börsenbriefe eher positiv überraschen, denn das Tief der ZEW-Experten entspreche fast immer auch dem Tief der Kurse. Am Nachmittag wird noch die Leistungsbilanz der USA für das zweite Quartal erwartet.
Commerzbank: Im Fokus der Anleger
Behalten die Bullen bei der Commerzbank weiter die Oberhand, oder kommt es zu Wochenbeginn zu den überfälligen Gewinnmitnahmen? Nachdem der Aktie der Ausbruch über den horizontalen Widerstand bei 1,30 Euro gelungen war, schoss der Kurs vergangene Woche explosionsartig nach oben. Am Freitag erreichte der Kurs sein zwischenzeitliches Hoch bei 1,636 Euro. Mit dieser fulminanten Kursrallye konnte sich die DAX-Aktie somit um satte 33 Prozent vom Tief der Vorwoche bei 1,224 Euro lösen. Auch wenn Gewinnmitnahmen und ein deutlicher Rücksetzer Richtung 1,40 Euro mittlerweile immer wahrscheinlicher werden, könnte der Oberbulle im DAX seinen "Short-Squeeze" noch bis an die 2-Euro-Marke fortsetzen
Daimler: Im Auge behalten
Bei ruhiger Nachrichtenlage sollten Daimler-Aktien am Dienstag im Auge behalten werden. Die Zahl der Laster auf den Straßen wird nach Überzeugung des Nutzfahrzeug-Chefs Andreas Renschler auch künftig weiter stark wachsen. "Falls wir nicht zurück zu den Pferden wollen, werden wir auch nicht weniger Trucks auf den Straßen haben", sagte Renschler am Montag zum Start der Medientage auf der weltgrößten Nutzfahrzeugmesse IAA. Der Frachttransport auf der Straße werde sich bis 2050 mehr als verdreifachen, wie der Daimler-Vorstand unter Verweis auf OECD-Berechnungen sagte.
Merck: Der nächste Dämpfer
Ein erneuter Rückschlag beim wichtigen Umsatzträger Erbitux drückte die Aktien der Merck KGaA vorbörslich um 2,79 Prozent ins Minus. Die Pharma- und Chemietitel waren damit schwächster Dax-Wert. Wie das Unternehmen mitteilte, wird der Antrag bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) auf Indikationserweiterung für eine Lungenkrebsvariante zurückgezogen. Zur Begründung wurde angeführt, dass weitere Studiendaten notwendig gewesen wären. Anfang Juli hatte Merck in einer Studie zum fortgeschrittenen Magenkarzinom bereits das erhoffte Ergebnis verfehlt.
Heideldruck: Kursziel um 50 Prozent angehoben
Kaum ist Gerold Linzbach neuer Chef des krisengeschüttelten Druckmaschinenherstellers, ändert die DZ Bank ihr Urteil für die Aktie. Gleichzeitig heben die Experten das Kursziel um 50 Prozent an. Nach Ansicht der Analysten hat der SDAX-Konzern einen fairen Wert von 1,50 Euro pro Aktie. Dieses Kursziel liegt nicht nur 50 Prozent über dem ursprünglichen, sondern auch fast genauso viel über dem aktuellen Kurs. Ihr Rating haben die DZ-Banker entsprechend von "Verkaufen" auf "Kaufen" geändert.
Kabel Deutschland: Analysten sehen kaum Potenzial
Die Aktie des Kabelnetzbetreibers könnte am Dienstag in den Fokus der Aktionäre geraten. Am Morgen hat Nomura das Kursziel für den MDAX-Titel zwar um 25 Prozent von 42 auf 52 Euro angehoben, die Einstufung verbleibt jedoch bei "Neutral". Kabel Deutschland beendete den Montag bei 51,68 Euro.
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