DAX mit schwächerem Wochenauftakt erwartet: Apple, BayWa, Borussia Dortmund, Daimler, E.on, Nokia, RWE, Siemens, ThyssenKrupp und Vossloh im Fokus
Nach der starken Vorwoche dürfte sich der DAX zu Wochenbeginn eine kleine Auszeit gönnen und mit leichten Verlusten in die neue Handelswoche starten. Vorbörslich notiert der deutsche Leitindex 0,3 Prozent im Minus und damit wieder unter 7.300 Punkten. Der Fokus der Investoren wird sich heute wieder verstärkt nach Brüssel richten, wo neue Verhandlungen über Hilfen für Griechenland starten. Von Seiten der Konjunkturdaten stehen am Nachmittag neue Werte für das GfK-Verbrauchervertrauen an. Experten rechnen hierbei im Vorfeld mit einem leicht von 6,3 auf 6,2 gesunkenen Indexwert. In den USA steht heute Abend noch die Veröffentlichung des Konjunkturberichts der US-Notenbank Fed an, von dem sich Anleger Hinweise über das weitere Vorgehen der Notenbank erhoffen.
Apple: Mega-Jahr 2013
Nach einer wahren Produktflutoffensive in den vergangenen Monaten wird Apple auch 2013 mit zahlreichen Neuveröffentlichungen aufwarten. Darunter soll sich auch das lang erwartete Apple TV befinden. Erwarteter Erscheinungstermin ist der November. Analyst Gene Munster von Piper Jaffray prognostiziert vor diesem Hintergrund ein „Mega-Jahr“ für Apple.
BayWa: Einen Schnaps mehr
Konzernchef Klaus Josef Lutz sieht BayWa nach den Zukäufen der Agrarhändler Cefetra und Bohnhorst sowie des neuseeländischen Obsthändlers Turners & Growers auf gutem Weg, binnen zwei Jahren den operativen Gewinn von 150 auf bis zu 250 Millionen Euro zu steigern. "2011 hatten wir ein EBIT von 150 Millionen Euro, in diesem Jahr werden wir besser sein und einen Schnaps drauflegen", sagte Lutz der Welt am Sonntag. Auch für kommendes Jahr erwartet er einen Gewinnzuwachs. "Ich gehe fest davon aus, dass wir 2013 ein besseres Ergebnis abliefern werden als 2012." So werde BayWa dem EBIT-Ziel von 250 Millionen Euro ab 2014 "ein gutes Stück" näherkommen. Für kommendes Jahr schloss Lutz größere Akquisitionen aus. "Wir müssen uns konsolidieren und beweisen, dass unsere Strategie aufgeht", sagte der Konzernchef.
BVB: Erstmalige Dividende nach starkem Jahr
Der einzige börsennotierte Fußball-Club Deutschlands kann seinen Anteilseignern bei der heutigen Aktionärsversammlung positive Zahlen präsentieren. Der Rekordumsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 von 215,2 Millionen Euro und der in der Bundesliga-Historie bisher unerreichte Nettogewinn von 34,3 Millionen Euro soll sich auch für die Aktionäre bezahlt machen. Erstmals seit dem Börsengang am 31. Oktober 2000 will der BVB eine Dividende ausschütten.
Daimler: Neuer Sparmaßnahmen bei Mercedes?
Der Autobauer Mercedes Benz überlegt, sich von einigen seiner Handelsniederlassungen zu trennen. "Wir wollen nachhaltig wettbewerbsfähige Niederlassungen. Dabei stehen einzelne Standorte auf dem Prüfstand", sagte Harald Schuff, Chef des Mercedes Benz Vertrieb Deutschland, der Automobilwoche. In der Autobranche gelten Niederlassungen aufgrund der höheren Kosten durch die Konzernzugehörigkeit im Vergleich zum Händlernetz als weniger profitabel. Grundsätzlich müssten Niederlassungen zu den gleichen Konditionen wirtschaftlich arbeiten wie Vertreter, betonte Schuff.
Neuer Gegenwind für E.on und RWE
Schon wieder schlechte Nachrichten für E.on und RWE: Wie der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, stehen viele Gas- und Kohlekraftwerke in Nordrhein-Westfalen vor massiven wirtschaftlichen Problemen. Von 72 Kraftwerken seien 29 ab 2014 Problemkandidaten. Ihnen drohe eine vorzeitige Stilllegung. Das Magazin zitiert aus einem externen Gutachten, das das NRW-Umweltministerium in Auftrag gegeben habe. Grund für die Probleme seien schwindende Wirtschaftlichkeit im Zuge der Energiewende und sinkende Großhandelspreise.
Kartellstrafen für ThyssenKrupp und Co?
Zahlreiche Hersteller von Schienen und Weichen aus dem Stahlbereich - neben ThyssenKrupp etwa auch Vossloh und die österreichische Voestalpine - sollen über Jahre Preise und Mengen abgesprochen haben, zum Schaden der Deutschen Bahn und kommunaler Verkehrsbetriebe. In Bahn-Kreisen hieß es, allein dem Konzern sei ein Schaden in Höhe von 500 Millionen Euro entstanden. Nachdem es bislang geheißen hatte, dass man einer außergerichtlichen Einigung arbeite, will die Deutsche Bahn nun offenbar auf Schadensersatz klagen. "Wir sind im Augenblick mit Hochdruck dabei, Klageentwürfe zu erarbeiten", sagte ein Bahn-Sprecher.
Nokia bleibt heiße Turnaround-Wette
Die Nokia-Aktie bleibt eine heiße Wette auf den Turnaround. Übernahmegerüchte machen bei den Finnen weiter die Runde. So titelte der Börsenbrief AB-Daily von Hans Bernecker "Steht Nokia vor der Übernahme?". Zudem scheint sich das neue Flaggschiff Lumia 920 zum Verkaufsschlager zu entwickeln. Seit dem Marktstart Anfang November soll es sich weltweit bereits 2,5 Millionen Mal verkauft haben.
Software-Probleme bei Siemens
Auch Siemens droht Ärger mit der Deutschen Bahn. Siemens hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass acht neue ICE 3 des Typs Velaro nicht wie geplant von Dezember an eingesetzt werden können. Die ersten ICE-Züge dürften nach Einschätzung der Bahn frühestens in zwei Monaten einsatzbereit sein. Die Lieferprobleme gehen nach einem aktuellen Spiegel-Bericht auf Probleme bei der Software für die Steuerung der Bremsen zurück. Der Hersteller kämpfe zudem schon länger mit der Software des neuen ICE. Wie lange Siemens brauchen wird, um das Problem zu beheben, sei ungewiss.
Mit Material von dpa-AFX
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