Richard Nitzsche
Der DAX könnte nach der Rally der vergangenen Tage heute mit Abschlägen in den Handel starten. Trotz hervorragender Vorgaben aus den USA und Asien rechnen Händler mit Gewinnmitnahmen. Vorbörslich taxiert der deutsche Leitindex bei 6.062 Punkten, rund zwanzig Punkte leichter als der gestrige Schlusskurs. Im Fokus der Marktteilnehmer stehen heute Daten zum Bruttoinlandsprodukt für Q2 der Eurozone und die EU-Erzeugerpreise. Am Nachmittag wartet dann eine Vielzahl von US-Konjunkturzahlen auf die Bewertung durch die Händler.
Autoabsatzzahlen auf dem US-Markt
Deutsche Autobauer machen eine gute Figur auf dem US-Markt. Die Absatzzahlen von BMW, Daimler und Volkswagen in den Vereinigten Staaten sind durchweg erfreulich ausgefallen. Insbesondere im Premiumsegment spüren die Fahrzeughersteller weiterhin eine deutliche Erholung. Die Verkaufszahlen von Porsche klettern um 75 Prozent auf 2703 Automobile. Bei VW, Mercedes-Benz und Audi sind die Steigerungen dagegen weniger stark, als im bisherigen Jahresverlauf.
Bayer erhält Zulassung für Pflanzenschutzmittel in Großbritannien
Der Pharmakonzern Bayer AG erhält in Großbritannien die Zulassung für das Pflanzenschutzmittel Bixafan. Laut einer Pressemeldung des DAX Konzerns ist dies die erste Zulassung des Produktes weltweit. In Großbritannien soll es in einer Kombination mit anderen Mitteln vermarktet werden. Bayer rechnet mit einem jährlichen Gewinnpotenzial von 300 Millionen Euro. Die Einführung auf dem britischen Markt ist für 2011 geplant.
Analystenkommentare für Infineon
Das Analysehaus Kepler Equities senkt das Kursziel für Infineon auf 6,00 Euro von vormals 6,20. Die Einschätzung belässt der Analyst bei "Kaufen". Tobias Loskamp sieht keinen Grund für die relativ niedrige Bewertung der Aktie. Mit dem Verkauf der Handysparte und der daraus resultierenden Erhöhung der Barmittel verbessere sich das Risikoprofil. Eine andere Meinung hat der Broker Cheuvreux. Analyst Bernd Laux senkt das Kursziel von 5,00 Euro auf 4,10 Euro und bewertet die Aktie weiterhin mit "Underperform". Er glaubt, die Gewinne von Infineon erreichen in Q4 ihren Höhepunkt. Danach sieht er einen Abwärtstrend bei den Erlösen.
Stoßen auch reiche Länder jetzt an Schuldengrenze?
Der Internationale Währungsfonds (IWF) meint, dass die Verschuldungslage vieler Länder bald an ihre Grenzen stoßen könnte. In mehreren Studien über insgesamt 23 Staaten befinden sich auch einige Industrieländer wie die USA und Großbritannien auf in der Kategorie der "bedrohten" Länder. Die Auswirkungen wären Downgrades von den Ratingagenturen und dadurch eine Vergrößerung der Zinsbelastung. Die Angst vor gänzlicher Zahlungsunfähigkeit hält der IWF derzeit allerdings für übertrieben.