Leon Müller
Nach Anlaufschwierigkeiten hat der DAX im Tagesverlauf Boden gutmachen können und ist mit einem Plus in Höhe von 1,00 Prozent bei 6.144,91 Zählern in den Feierabend gegangen. Dabei pendelte er am Vormittag lange Stunden um den Vortagesschluss und wirkte dabei recht orientierungslos. Marktteilnehmer zeigten sich auch am Donnerstag besorgt um die Situation in Griechenland und den PIIGS-Staaten. Weitaus kräftiger als der DAX gewann der MDAX - getrieben allen voran durch herausragende Unternehmensmeldungen. Der Index stieg um 2,46 Prozent auf 8.420,53 Punkte, schloss damit oberhalb der Marke von 8.400 Punkten. Und auch der Technologieindex TecDAX konnte eine wichtige Marke knacken. Er sprang über die Marke von 800 Zählern, schloss mit Plus 0,74 Prozent bei 805,75 Punkten.
Aixtron legt Quartalszahlen vor
Der Aachener Entwickler von Maschinen zur LED-Produktion Aixtron meldete am Morgen für das erste Quartal einen Umsatzsprung gegenüber dem Vorjahr von 46,2 auf 154,5 Millionen Euro. Unter dem Strich wurden dabei 31,8 Millionen Euro verdient, ein Plus von 480 Prozent. Die EBIT-Marge kletterte auf rund 30 Prozent. Die enorme Nachfrage nach LEDs insbesondere aus der TV-Industrie und zunehmend auch aus der Branche für allgemeine Beleuchtung, trieben die Auftragseingänge zum Stichtag auf 168,5 Millionen Euro. Am Markt wurden die Zahlen weniger positiv aufgefasst. Die Aktie verlor am TecDAX-Ende deutlich an Wert.
Bayer erfüllt Prognosen
Bayer hat den Umsatz im ersten Quartal 2010 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,3 Prozent auf 8,32 Milliarden gesteigert und lag mit diesem Wert leicht über den Prognosen der Analysten, die einen Umsatz von 8,31 Milliarden Euro erwartet hatten. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 13,2 Prozent auf 1,918 Milliarden zu, Experten hatten mit 1,940 Milliarden Euro gerechnet. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 1,20 Euro je Aktie. Die Prognosen der Analysten hatten auf ein Plus von 1,17 Euro je Anteilschein gelautet.
BASF glänzt mit Milliardenplus
Der weltgrößte Chemiekonzern BASF konnte im ersten Quartal den Jahresüberschuss nahezu verdreifachen. Der Umsatz legte um mehr als ein Viertel zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuer (EBIT) und Sondereffekten erhöhte sich auf 1,954 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2009 hatte die Gesellschaft angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise nur 985 Millionen Euro operativ verdient. Nach Steuern erzielte BASF einen Gewinn von 1,029 Milliarden Euro nach 375 Millionen Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte im Auftaktquartal um 26,5 Prozent auf 15,454 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr rechnet BASF weiterhin mit einem deutlichen Zuwachs beim EBIT sowie einer Umsatzsteigerung.
Deutsche Postbank schreibt wieder Gewinne
Die Deutsche Postbank hat im ersten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Vorsteuergewinn der Bonner Bank belief sich auf 131 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Institut noch einen Fehlbetrag von 71 Millionen Euro ausweisen müssen. Indes verbuchte die Postbank im abgelaufenen Jahr in jedem Quartal rote Zahlen. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres profitierte die Postbank vor allem von der positiven Entwicklung des Kundengeschäfts. Zudem legte der Zinsüberschuss im Jahresvergleich deutlich zu.
Hugo-Boss-Aktie verbucht kräftige Gewinne
Nicht ganz nach Plan verlief das Auftaktquartal bei Hugo Boss. Das in Metzingen ansässige Unternehmen verzeichnete einen Umsatzrückgang von acht Prozent auf 444 Millionen Euro. Analysten gingen im Vorfeld von einem Erlös in Höhe von 454 Millionen Euro aus. Gleichzeitig sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 84,5 Millionen auf 76,2 Millionen Euro (Prognose: 83,0 Millionen Euro). Unter dem Strich wies Hugo Boss einen Überschuss von 56,3 Millionen Euro aus, nach 63,6 Millionen im Vorjahr. Auch hier konnten die Markterwartungen von 60 Millionen Euro nicht erfüllt werden. Der Markt zeigte sich aber überzeugt von den Aussichten und katapultierte die Aktie gen Norden.
Analysten nehmen Infineon unter die Lupe
Einen Tag nach Bekanntwerden der Ergebnisse zum zweiten Quartal haben Analysten die Aktie des Münchener Chipherstellers Infineon unter die Lupe genommen - im Tagesverlauf gab es Kommentare am Fließband. Unter anderem meldete sich Goldman Sachs zu Wort, hob das Kursziel auf 6,60 Euro an. Auch JPMorgan ist weiterhin optimistisch für den DAX-Titel, das Kursziel: 6,50 Euro. Trotz der zahlreichen positiven Updates gelang es der Aktie nicht, sich in der Spitze der DAX-Gewinnerliste festzusetzen.
ProSiebenSat.1-Aktie schießt nach oben
Die Aktie der Münchener Sendergruppe ProSiebenSat.1 Media hat sich an die Spitze der Gewinnerliste im MDAX gesetzt und hat zwischenzeitlich den höchsten Stand seit April 2008 markiert. Marktteilnehmer reagieren auf die kurz nach 10 Uhr veröffentlichten Zahlen zum ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Der Mitteilung zufolge hat der Konzern den Gewinn nach Steuern auf 21,2 Millionen Euro gesteigert und damit die Erwartungen übertroffen. Noch im Vorjahreszeitraum war ein Verlust in Höhe von 1,7 Millionen Euro angelaufen. Auch beim Umsatz konnte sich die Sendergruppe verbessern. Die Erlöse stiegen um fünf Prozent auf 658,4 Millionen Euro.
Siemens erhöht Prognose
Siemens hat beim Umsatz im zweiten Quartal (Januar bis März) zwar einen Rückgang von 19 Milliarden auf 17,8 Milliarden Euro verbucht. Dies war aber mehr als von den Analysten erwartet worden war. Das Sektorenergebnis, in dem sich das Ergebnis der drei Kerngeschäftsfelder Industrie, Energie und Gesundheit widerspiegelt, kletterte von 1,84 Milliarden Euro auf 2,14 Milliarden Euro. Unterm Strich verdiente Siemens 1,5 Milliarden Euro und damit rund die Hälfte mehr als vor einem Jahr. Siemens-Chef Peter Löscher zeigte sich hochzufrieden: "Siemens hat seine Ertragskraft eindrucksvoll unter Beweis gestellt", so Löscher.