DAX kriegt eine Breitseite: Alno, Aurubis, Commerzbank, Daimler, Deutsche Post, EADS, E.on, Hugo Boss, Linde und RWE im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt verliert zum Wochenauftakt an Boden. Neue politische Sorgen in der Eurozone haben den DAX am Montag tief ins Minus gedrückt. Der Leitindex riss die Marken von 7.800 und 7.700 Punkten. Zum Handelsschluss büßte er 2,5 Prozent auf 7.638 Punkte ein. Am Nachmittag konnten zudem die US-Industrieaufträge für Dezember weniger stark zulegen als erhofft. Demnach stiegen die Orders lediglich um 1,8 anstatt der erhofften 2,3 Prozent.
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Alno baut Gewinn aus
Der Küchenhersteller Alno konnte im vergangenen Jahr einen Turnaround erzielen. So lag das EBIT mit 1,1 Millionen Euro wieder im positiven Bereich. Ein Jahr zuvor fiel hier noch ein Minus von 10,7 Millionen Euro an. Bereinigt um Einmaleffekte wie Restrukturierungskosten und Sanierungsbeiträge hat sich das operative Ergebnis damit von minus 35,0 auf plus 4,1 Millionen Euro in 2012 verbessert. Gleichzeitig konnte der Umsatz mit 446 Millionen Euro in etwa stabil gehalten werden. Firmenlenker Max Müller: „Wir haben unser Versprechen gehalten. Die Ergebnisse stimmen uns optimistisch für die Zukunft."
Aurubis-Zahlen enttäuschen
Der im MDAX notierte Kupferkonzern Aurubis hat die vorläufigen Zahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2012/13 (endet am 30.09.) bekannt gegeben. Das Ergebnis vor Steuern stieg von 86 Millionen Euro im Vorjahr auf nun 140 Millionen Euro. Allerdings enthält das Ergebnis positive Sondereffekte in Höhe von 65 Millionen Euro.
Commerzbank legt überraschend Zahlen vor
Die Commerzbank hat heute in einer Ad-hoc-Mitteilung das Ergebnis des vierten Quartals veröffentlicht. Demnach verbuchte der DAX-Konzern einen Verlust von 720 Millionen Euro. Im Gesamtjahr brach damit der Gewinn von 638 auf nur noch sechs Millionen Euro ein. Hauptursache für den hohen Fehlbetrag waren Abschreibungen auf latente Steueransprüche in Höhe von 560 Millionen Euro, zudem führte der Verkauf der ukrainischen Tochter Bank Forum zu einem Verlust von 185 Millionen Euro. Für das erste Quartal 2013 rechnet die Commerzbank zudem mit weiteren Sonderbelastungen.
Daimler zahlt stabile Dividende
Nach Angaben der Wirtschaftswoche will Daimler seine Dividende auch für das Jahr 2012 beibehalten. Vorstand und Aufsichtsrat wollen demnach bei der Hauptversammlung am 10. April eine Ausschüttung von voraussichtlich 2,20 Euro vorschlagen. Zudem berichtet das Blatt, dass der Vertrag von Vorstandschef Dieter Zetsche am 21. Februar bis 2018 verlängert werden. Darüber hinaus hat die HSBC ihre Einschätzung zum Automobilhersteller von „Neutral" auf „Overweight" hochgesetzt.
Zurückhaltung bei Post-Chef Appel
Deutsche-Post-Chef Frank Appel geht nicht davon aus, dass die Tochter DHL auch in den kommenden Jahren zweistellige Wachstumsraten erzielen kann. Er betonte allerdings im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Aber wir erwarten durchaus ein jährliches Wachstum des Paketmarktes von 5 bis 7 Prozent. Und das ist schon sehr viel mehr als das erwartete Wachstum der Wirtschaft insgesamt." Zudem spricht Apple über die gescheiterte TNT-Übernahme des Konkurrenten UPS, den E-Postbrief und die Wachstumschancen für seinen Konzern in anderen Bereichen
Großauftrag für Airbus
Airbus hat vom Flugzeug-Finanzierer Air Lease einen Auftrag über 25 Maschinen des Typs A350 erhalten. Wie Air Lease bekanntgab, umfasst die Order 20 Flieger des Typs A350-900 und fünf Maschinen des größeren A350-1000. Laut Listenpreis (,der in der Regel kräftig rabattiert wird,) wären somit rund 7,5 Milliarden Dollar zu überweisen. Außerdem habe es die Option, fünf weitere A350-1000 zu kaufen. Die Flugzeuge sollen zwischen 2018 und 2022 geliefert werden.
Vorerst kein Streik bei E.on
Bei Deutschlands größtem Stromversorger E.on ist ein Streik zunächst abgewendet worden. Die Gewerkschaften Verdi und IG BCE teilten am Samstag mit, dass der für Montag angekündigte Ausstand vorerst bis zum 10. Februar ausgesetzt werde. Kommenden Mittwoch entscheide eine gemeinsame Tarifkommission der Gewerkschaften Verdi und IG BCE in Hannover über eine mögliche Wiederaufnahme der Verhandlungen. "Ich sehe uns auf einem guten Weg und halte eine kurzfristige Einigung nunmehr für möglich", erklärte E.on-Vorstand Regine Stachelhaus.
JPMorgan stuft Hugo Boss herab
Die US-Bank JPMorgan hat ihr Urteil von "Overweight" auf "Neutral" herabgesetzt, das Kursziel aber von 83 auf 85 Euro angehoben. In der Begründung verwies Analystin Melanie Flouquet auf die mittlerweile durchschnittliche Bewertung. Der Bewertungsabschlag gegenüber dem Sektor sei nach der Kurserholung mittlerweile aufgebraucht, obwohl Hugo Boss zyklischer aufgestellt sowie stärker auf Europa ausgerichtet sei als die Wettbewerber. Aktuell sieht die Expertin kein weiteres Kurspotenzial.
Schlechte Noten für Linde
Die Schweizer Bank Credit Suisse hat Linde von "Neutral" auf "Underperform" abgestuft, das Kursziel aber auf 130 Euro belassen. Demnach sei das Industriegase-Kerngeschäft des Konzerns zwar von hoher Qualität, der Wachstumspfad hin zu Gesundheitsdienstleistungen wäre allerdings von geringerer Qualität. Die Tochter Lincare müsste sich zudem mit anhaltenden Preisrisiken durch Eingriffe der Regierung sowie Gewinnrisiken auseinandersetzen. Mittelfristig rechnen die Experten mit einem stagnierenden Gewinnwachstum, während das Unternehmen sechs Prozent anstrebe.
RWE fährt Investitionen zurück
Der Energiekonzern RWE erwägt deutliche Ausgabenkürzungen zum Abbau der Verschuldung. "Wir denken über weitere Einschnitte bei den Investitionen nach", sagte der neue Finanzvorstand Bernhard Günther im Interview mit der Börsen-Zeitung. Sein Ziel sei, bis spätestens 2015 wieder eine Art Haushaltsüberschuss zu erwirtschaften: Bis dahin solle der operative Cashflow wieder ausreichen, um Dividenden und Investitionen zu finanzieren.
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