DAX kämpft sich ins Plus – ThyssenKrupp, Sky Deutschland und Hamburger Hafen im Fokus
Deutschland bleibt der Musterknabe. Während Italien in einer Rezession steckt und Frankreich heute ein "Wachstum" von 0,0 Prozent vorlegte, hat die deutsche Wirtschaft Stärke bewiesen. So stieg das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2012 um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Analysten hatten lediglich auf ein Wachstum von 0,1 Prozent getippt. Aufgrund dieser positive Überraschung startete der DAX am Dienstag trotz schwacher Vorgaben aus Asien deutlich im Plus. Nach einem volatilen Handelsverlauf liegt er zum Mittag mit 0,49 Prozent im grünen Bereich bei 6.484 Punkten.
Topverlierer ThyssenKrupp
Doch es gibt auch rote Vorzeichen im DAX: ThyssenKrupp verliert satte 4,7 Prozent. Bei dem Stahlkonzern läuft es nicht rund. Konzernweit brach der operative Gewinn aus dem fortzuführenden Geschäft um 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 76 Millionen Euro ein. Es sind die Töchter in Brasilien und den USA, die dem Management Sorgen bereiten
Sky Deutschland überrascht
Dass es auch anders geht, zeigt Sky Deutschland. Die Aktie führt den MDAX mit einem Plus von 6,5 Prozent an. Grund: Die Zahlen für das erste Quartal lagen leicht über den Erwartungen der Analysten. So stieg der Umsatz um 18 Prozent auf 318 Millionen Euro. Das EBITDA verbesserte sich um 26 Prozent auf minus 41 Millionen Euro. Hilfreich war das starke Kundenwachstum. Der Bezahlsender konnte im ersten Quartal 73.000 neue Abonnenten gewinnen. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Zuwachs von 71.000 gerechnet.
Hamburger Hafen geht unter
Topverlierer im MDAX ist hingegen der Hamburger Hafen mit einem Minus von knapp zehn Prozent. Der Überschuss des börsennnotierten Teilkonzerns Hafenlogistik brach im ersten Quartal unter dem Strich um 42 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro ein. Wegen der Verzögerung bei der Elbvertiefung und der Modernisierung des Container-Terminals Burchardkai rechnet Vorstandschef Klaus-Dieter Peters nun 2012 mit weniger Umsatz und Gewinn als 2011.
Centrotherm mit Rebound
Auch im TecDAX herrscht viel Bewegung. Topgewinner ist die ausgebombte Aktie des Solarmaschinenbauers Centrotherm mit einem Plus von rund acht Prozent. Dem Papier hilft eine Hochstufung durch UBS. Topverlierer ist Stratec - die Aktie verliert acht Prozent. Der Biotech-Zulieferer hat seine Prognose gesenkt: Die operative Rendite werde 2012 und 2013 zwischen 17 und 19 Prozent liegen. Bisher wurden mindestens 19 Prozent angepeilt.
Conergy und Aurelius
Bei den Nebenwerten sorgten Conergy und Aurelius mit der Vorlage ihrer Quartalszahlen für Aufsehen. Der Solarspezialist meldeten einen Umsatzeinbruch um 40 Prozent von 163 auf 98 Millionen Euro. Immerhin: Trotz des massiven Preisverfalls gelang es Conergy, die Kosten niedrig zu halten und den operativen Verlust von 18 auf 12 Millionen zu senken. Auch der Firmensanierer Aurelius hat Zahlen für das erste Quartal 2012 vorgelegt. Die größte Überraschung war der Weggang des Finanzvorstandes, worauf die Aktie mit einem leichten Minus reagiert.
Facebook will mehr
Derweil richten sich alle Augen auf das Mega-IPO von Facebook. Gerüchten zufolge will Facebook die Preisspanne für seine Aktien wegen der hohen Nachfrage auf 34 bis 38 Dollar anheben. Am oberen Ende entspricht das einem Börsenwert für das soziale Netzwerk von 104 Milliarden Dollar. Das Umsatzvielfache (KUV) beträgt damit 25, das KGV 104. Facebook plant sein Börsendebüt an der Wall Street für den 17. Mai.
Weiterhin spannend
Der heutige Handelstag bleibt spannend. Um 16 Uhr stehen Daten zu den US-Lagerbeständen für März auf dem Programm. Am Abend gibt es noch Daten vom US-Immobilienmarkt (19 Uhr) sowie eine Pressekonferenz der Bundeskanzlerin und des französischen Präsidenten Hollande.
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