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DAX greift die 6.000 an: Daimler, Deutsche Bank, E.ON, Freenet, Infineon, Metro, Siemens, Solarworld und ZEW-Index im Fokus

Steffen Eidam

Der deutsche Leitindex hat am Dienstag kräftig Fahrt aufgenommen. Angetrieben von positiven Nachrichten rund um das Thema Griechenland schloss der DAX mit einem Plus von 1,14 Prozent bei 5.971 Punkten. Für den MDAX ging es um 1,0 Prozent auf 7.931 Punkte hoch und der TecDAX legte um 0,4 Prozent auf 830 Zähler zu. Die Entscheidung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P), die Kreditwürdigkeit Griechenlands vorerst nicht abzustufen, habe für Erleichterung gesorgt. Heute Abend richtet sich der Blick auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed.

Daimler und Renault erwägen Aktientausch

Die Autokonzerne Daimler und Renault planen laut einem Pressebericht eine mögliche Überkreuzbeteiligung, bei dem es um gegenseitige Anteile nicht unter zehn Prozent gehen soll. Für Daimler könnte dies zu einem Nachteil werden, da "die Marke Mercedes verwässert würde", was wiederum zu sinkenden Absätzen der wichtigen E- und S-Klasse führen dürfte, befürchten Experten. Durch eine gegenseitige Finanzbeteiligung am anderen Unternehmen würde die Zusammenarbeit zwischen den beiden Konzernen weiter gehen als in der Branche erwartet. Eine Person aus dem Umfeld der Gespräche sagte, es sei unwahrscheinlich, dass es um eine Überkreuzbeteiligung von weniger als zehn Prozent gehen könnte.

Erholungstendenzen bei der Deutschen Bank

Die Aktie der Deutschen Bank zieht am Dienstag 1,35 Prozent an, nachdem im Geschäftsbericht ein vorsichtig optimistischer Blick in die Zukunft vermittelt wird. Demnach erwartet der deutsche Branchenprimus die Rückkehr zur Normalität in den Jahren 2010 und 2011. Händler befürchten dennoch, dass es in Zukunft schwierig werden dürfte, hohe Margen bei den etablierten Geschäftsfeldern zu erzielen. Das Risikomanagement stehe zu sehr im Vordergrund und verhindere das Agieren in lukrativen, aber risikoreichen Bereichen.

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E.ON-Großprojekt droht das Aus

Der Enegiekonzern E.ON hat eine böse Schlappe vor dem Bundesverwaltungsgericht hinnehmen müssen. Die Juristen haben den Gegnern des umstrittenen Kohlekraftwerks in Datteln recht gegeben, indem sie eine Beschwerde von E.ON und der Stadt Datteln zurückgewiesen haben. Der Bebauungsplan der Stadt wurde jetzt definitiv für unwirksam erklärt, somit ist das im Rohbau fertige Projekt für Europas größtes Kohlekraftwerk stark gefährdet. Nur wenn rechtliche Voraussetzungen für den Bau angepasst werden, gäbe es noch eine Chance.

Freenet erwartet mehr Gewinn bei sinkenden Erlösen

Der Mobilfunkkonzern Freenet erwartet in diesem Jahr und im nächsten Jahr einen Umsatzrückgang, gleichzeitig soll der Vorsteuergewinn aber anziehen. Ein Händler kommentierte den Ausblick mit den Worten:"Umsatz- und Kundenrückgang klingt aber nicht wirklich toll". Schließlich müsse der Gewinn steigen, um weiter die Dividendenstory aufrecht zu erhalten. Sowohl im Mobilfunk als auch im Portalgeschäft rechne Freenet mit einem Rückgang der Kundenbasis. Im vergangenen Jahr hatte Freenet dank der Debitel-Übernahme seinen Umsatz auf 3,65 Milliarden Euro, der Vorsteuergewinn belief sich auf 35,6 Millionen Euro.

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Infineon erweitert Produktion in Dresden

Der Chiphersteller Infineon weitet die Investitionen in Dresden aus. Firmenangaben zufolge sollen in den kommenden Monaten rund 18 Millionen Euro in das Werk fließen. Damit sollen die Fertigungskapazitäten bis Juli 2010 um zehn Prozent erweitert werden. Hiermit wolle man der anhaltend hohen Nachfrage nach Halbleiter- und Systemlösungen Rechnung tragen.

Metro sortiert seinen Großhandel um

Der Handelskonzern Metro wird seine  Großhandelssparte Cash & Carry in Zukunft zweiteilig organisieren. Ein Bereich soll sich demnach in erster Linie auf das Europa-Geschäft konzentrieren, der andere auf Asien und die neuen Märkte. Näheres zur neuen Aufteilung soll auf der morgigen Pressekonferenz bekannt gegeben werden.

Siemens hält an Hörgerätesparte fest

Der Technologiekonzern Siemens will seine Hörgerätesparte nun doch behalten. Wegen der zu geringen Gebote der Interessenten sei die Entscheidung gegen die Trennung bereits gefallen, hieß es aus Unternehmenskreisen. Dem Vernehmen nach  will Siemens nun selbst in den kommenden Jahren in die Hörgeräte-Tochter investieren, um diese im Konkurrenzkampf mit der Schweizer Sonova zu stärken. Dafür seien bis zu 600 Millionen Euro vorgesehen. Siemens wollte mit dem Verkauf der hochprofitablen Tochter rund zwei Milliarden Euro erzielen, die Angebote lagen aber deutlich darunter bei 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro.

Solarworld erhöht Dividende

Solarworld-Aktionäre dürfen sich freuen: Das Photovoltaik-Unternehmen will trotz eines Gewinneinbruchs im vergangenen Jahr seine Dividende erhöhen. Der Hauptversammlung soll im Mai die Ausschüttung von 16 Cent je Aktie vorgeschlagen werden. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen 15 Cent je Anteilsschein gezahlt. Die Ausschüttungsquote beträgt nach Solarworld-Angaben nun 30 Prozent. Der Überschuss war im vergangenen Jahr um 60 Prozent auf 59 Millionen Euro eingebrochen.

ZEW-Index leicht rückläufig

In Deutschland sind die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren im März ein weiteres Mal  leicht gefallen. Der entsprechende Index des Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sank im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Punkte auf 44,5 Punkte. Dabei fällt die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage besser aus als im Vormonat. Der entsprechende Indikator steigt um 2,9 Punkte auf minus 51,9 Punkte.

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