DAX feiert Gewinne – Hugo Boss enttäuscht: Bayer, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Post, E.on, Hugo Boss, Metro, RWE und Wall Street im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt legt am Dienstag kräftig zu. Zur Schlussglocke notiert der DAX rund 1,1 Prozent höher bei 7.284 Punkten. Während hierzulande zahlreiche Unternehmen aus der ersten Reihe ihre Quartalszahlen vorlegen, muss die Wall Street erneut eine Zwangspause einlegen. Schuld ist der Wirbelsturm Sandy, der beim Aufprall auf die US-Küste Schäden in Höhe von geschätzten 20 Milliarden Dollar verursacht hat. In New Jersey kam es darüber hinaus zu einem Alarm im ältesten Atomkraftwerk der Vereinigten Staaten. Unterdessen ist Japans Industrieproduktion im September um 4,1 Prozent gesunken. Das ist der dritte Rückgang in Folge.
Allianz hebt Prognose
Dank einer guten Geschäftsentwicklung hat der Versicherungskonzern Allianz seine Jahresprognose nach oben geschraubt. Auf Jahressicht soll sich das operative Ergebnis auf mehr als neun Milliarden Euro verbessern. Bislang lag das Ziel bei lediglich 7,7 bis 8,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 7,9 Milliarden Euro). Der Konzern spricht von einer "sehr guten operativen Leistung". Im dritten Quartal kletterte das operative Ergebnis auf 2,5 Milliarden Euro, während der Quartalsüberschuss bei 1,4 Milliarden Euro lag.
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Bayer kauft groß ein
Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer übernimmt für 920 Millionen Euro den auf Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel spezialisierten US-Hersteller Schiff Nutrition. Die Leverkusener legen somit etwa 34 Dollar je Aktie in bar auf den Tisch. Bayer hat im zweiten Quartal das operative Ergebnis (EBITDA) vor Sonderposten um 2,2 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro ausgebaut. Allerdings sorgten hohe Sonderbelastungen für einen Rückgang beim EBIT um 24 Prozent auf 838 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet Bayer beim EBITDA vor Sonderposten weiterhin mit einem Anstieg im oberen einstelligen Prozentbereich.
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Commerzbank-Tochter enttäuscht
Keine guten Nachrichten für die Commerzbank. Die polnische BRE Bank, an der der Frankfurter Bankenriese rund 70 Prozent hält, hat im dritten Quartal 2012 weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. So sank der Gewinn des Kreditinstituts von 307 auf 280 Millionen Polnische Zloty (rund 68 Millionen Euro). Damit verfehlte der Konzern die Prognosen der Analysten, die mit 285 Millionen Zloty gerechnet hatten.
Deutsche Bank verhalten optimistisch
Die Führung der Deutschen Bank dämpft nach einem ordentlichen dritten Quartal die Erwartungen für den Rest des Jahres: "Angesichts dieses wirtschaftlichen Umfelds und aufgrund von Rechtsrisiken erwarten wir für das restliche Jahr eine moderat positive Entwicklung," so Co-Vorstandsvorsitzender Jürgen Fitschen und Anshu Jain. Im dritten Quartal verdiente die Deutsche Bank unterm Strich 747 Millionen Euro. Das sind drei Prozent mehr als vor einem Jahr, als der Gewinn angesichts der sich zuspitzenden Eurokrise eingebrochen war. Damit übertraf die Bank die Erwartungen von Analysten leicht.
Daimler will flexiblere Arbeitszeitmodelle
Der Autobauer Daimler will neue Arbeitszeiten einführen. "Vor dem Hintergrund immer volatilerer Märkte und verkürzter Konjunkturzyklen müssen wir die Flexibilität unserer Arbeitsmodelle rechtzeitig und ohne Vorbehalte auf breiter Basis miteinander diskutieren", sagte Personalvorstand Wilfried Porth in Stuttgart. Ein Zukunftsdialog mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Forschung soll die Rahmenbedingungen ausloten.
Post forciert Transport von Lebensmitteln
Die Deutsche Post wird sich künftig verstärkt dem Transport von Lebensmitteln widmen. Die Bonner wollen nach eigenen Angaben den Online-Vertrieb von Lebensmitteln ausbauen. Der Logistik-Konzern hält jetzt die Mehrheit am Online-Supermarkt Allyouneed.com. Die Post habe alle Anteile des Mitgründers Christian Heitmeyer erworben, teilte Allyouneed mit.
E.on und RWE verkaufen Tochter
Die beiden deutschen Energiekonzerne haben ihr britisches Atom-Join-Venture Horizon an den japanischen Hitachi-Konzern veräußert. Der Kaufpreis beträgt umgerechnet rund 864 Millionen Euro. Der Kaufpreis wird jeweils zur Hälfte auf E.on und RWE aufgeteilt. Die beiden Konzerne begründen den Verkauf damit, dass der Bau neuer Atomkraftwerke Milliardensummen verschlingt, viele Jahre dauert und sich bei den gegenwärtigen Strompreisen nicht lohne. Die Transaktion soll bereits im Laufe des Novembers sollen abgeschlossen werden.
Umbau verhagelt die Bilanz von Hugo Boss
Der Modekonzern Hugo Boss hat im dritten Quartal aufgrund höherer Kosten für Marketingmaßnahmen sowie für den Ausbau des Filialnetzes einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Demnach sank der operative Gewinn (EBITDA) um sieben Prozent auf 165 Millionen Euro. Unter dem Strich ging das Ergebnis um 14 Prozent auf 103,4 Millionen Euro zurück. Im Berichtszeitraum wuchs der Umsatz um fünf Prozent auf 646 Millionen Euro. "Die Änderung unseres Kollektionsrhythmus hat im Großhandelsgeschäft zu einer Umsatzverlagerung vom dritten in das vierte Quartal geführt und damit unsere traditionell starke Ergebnissituation im dritten Quartal beeinträchtigt", sagte Firmenlenker Claus-Dietrich Lahrs. Die Jahresprognose ließ der Konzern aber unberührt.
Gewinneinbruch bei Metro
Der Einzelhandelskonzern Metro musste für das dritte Quartal einen Einbruch beim um Sondereffekte bereinigten operativen Ergebnis (EBIT) von 614 auf 398 Millionen Euro vermelden. Aufgrund der Kaufzurückhaltung vor allem in Süd- und Osteuropa blieben unter dem Strich nur noch 77 Millionen Euro nach 190 Millionen Euro im Vorjahr hängen. Der Umsatz verbesserte sich minimal von 15,8 auf 15,9 Milliarden Euro. Auf Jahressicht hält der Konzern an den bereits zuvor revidierten Prognosen fest. Nach Angaben der Düsseldorfer soll das operative Ergebnis unter dem des Vorjahres ausfallen. Beim Umsatz wird mit einem Anstieg gerechnet.
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