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DAX fällt wie ein Stein: Commerzbank, Conergy, Eon, Erzeugerpreise, Infineon, Henkel, Pfleiderer, SAP, Sixt und Volkswagen im Fokus

Richard Nitzsche

Die US-Konjunktur schlägt zurück! Der deutlich schlechter ausgefallene Philadelphia Fed Index und gestiegene Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe schüren die Angst vor einer Double-Dip Rezession in den USA. Mit Bekanntgabe der Wirtschaftszahlen brach auch der DAX ein. Konnte der Index bis 14.30 Uhr über die 6.220 Punkte Marke steigen, ging es danach in zwei kräftigen Schüben bergab. Rund 140 Punkte fällt der deutsche Leitindex vom Tageshoch. Positive Aussagen der Bundesbank zur deutschen Konjunkturentwicklung verdampften wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. 1,8 Prozent leichter mit 111 Punkten im Minus geht der DAX aus der Handelssitzung am Donnerstag bei 6.075 Zählern.

Commerzbank: Eurohypo wird auch 2010 Verlust schreiben

Das Tochterunternehmen der Commerzbank Eurohypo wird im Gesamtjahr 2010 einen Verlust ausweisen. Vorstandschef  Frank Pörschke hofft dennoch, besser als im Geschäftsjahr 2009 abzuschneiden. Hier hatte das Unternehmen 515 Millionen Euro verloren. Im ersten Halbjahr 2010 betrug der Verlust vor Steuern 215 Millionen Euro. Mittelfristig möchte Pörschke das Unternehmen wieder profitabel machen. Das Papier der Commerzbank verliert 1,58 Prozent mit dem Markt. 

Personalmaßname bei Conergy

Der hochverschuldete Softwarekonzern Conergy setzt beinahe-Vorstandschef Andreas von Zitzewitz  vor die Tür. Der wegen Bestechlichkeit vorbestrafte Ex-Infineon Vorstand sollte eigentlich die Leitung des Unternehmens übernehmen. Über den Grund schweigt sich Conergy aus. Im beidseitigen Einvernehmen scheide von Zitzewitz mit sofortiger Wirkung aus, heißt es in der Erklärung. Nach Bekanntwerden der Nachricht ging die Aktie auf Talfahrt und verlor in der Spitze 5,8 Prozent.                                                            

Eon: Kursziel gesenkt, weiterhin "Kaufen"

Die Großbank UniCredit senkt das Kursziel für Eon nach den Halbjahreszahlen von 29.50 Euro auf 29,10 Euro. Das Rating belässt der Analyst bei "Kaufen". Grund sei die gestiegene Nettoverschuldung des Energiekonzerns. Eine mögliche Brennelementesteuer oder eine Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke in Deutschland sei noch nicht berücksichtigt. Der Analyst erwartet aus diesem Grund fallende Kurse. Der Streit um die geplante Steuer bleibt spannend: erst gestern verschob die Regierung die Entscheidung auf Ende September. Die Aktie von Eon fällt 1,43 Prozent. 

Erzeugerpreise steigen

Die Erzeugerpreise in Deutschland steigen im Juli um 3,7 Prozent. Volkswirte hatten mit einer Teuerungsrate von 3,3 Prozent gerechnet. Der Grund für den verhältnismäßig starken Anstieg liegt in hohen Energiepreisen. Der Produzentenpreis gibt eine erste Indikation auf die Inflationsentwicklung. Der heutige Wert ist die stärkste Steigerung seit 19 Monaten. 

Infineon: Entscheidung über Mobilfunksparte

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Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, Infineon werde zeitnah über den Fortgang seiner Mobilfunksparte entscheiden. Möglich seien der Verkauf an ein Gemeinschaftsunternehmen oder die Weiterentwicklung des Segments innerhalb des Konzerns. Vorstandsmitglied Hermann Eul meint, es gäbe mehrere Interessenten. Der Kaufpreis wird sich Analystenschätzungen zwischen 1,0 Milliarden Euro und 1,5 Milliarden Euro bewegen. Das Papier von Infineon geht 1,56 Prozent schwächer aus dem Handel. 

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Henkel: keine weiteren Zukäufe in Klebstoffsparte

Der DAX-Konzern Henkel will keine weiteren Zukäufe in der Klebstoffsparte tätigen. Vorstand Thomas Geitner betonte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, das Unternehmen konzentriere sich in diesem Segment derzeit eher auf Konsolidierung, weniger auf neue Akquisitionen. Der Konsumgüterkonzern hatte vor drei Jahren den US-Wettbewerber National Starch erworben. Diesen müsse man erst vollständig eingliedern, der "Feinschliff" sei noch nicht erledigt. Die Aktie von Henkel verliert in Frankfurt 2,03 Prozent. 

Pfleiderer mit guten Zahlen

Die Pfleiderer AG windet sich aus der Krise. Laut einer Unternehmensmeldung knüpft das Ergebnis im im zweiten Quartal an die guten Zahlen aus Q1 an. Dennoch leidet der Werkstoffproduzent weiterhin unter hohen Rohstoffkosten. Der Umsatz in Q2 erhöhte sich um 7,3 Prozent auf 281,4 Millionen Euro. Das Ergebnis im ersten Halbjahr vor Zinsen und Steuern liegt bei 53,7 Millionen Euro. Pfleiderer rechnet mit einer stärkeren zweiten Jahreshälfte. Insgesamt strebt das Unternehmen einen Umsatz von 1,5 Milliarden an.

SAP stellt Sybase-Strategie vor

Nach der Übernahme des Softwareunternehmens Sybase stellte SAP heute die gemeinsame Produktausrichtung vor. Innerhalb von neun Monaten soll eine mobile Plattform aus Technologien beider Unternehmen entwickelt werden. Ende Juni übernahm SAP das US-Unternehmen. Ziel war die Nutzbarmachung von Synergien. Auf quantitativer Basis äußert sich SAP bisher nicht über den Output der Investition. Das Papier von SAP verliert nur leicht. Die Aktie schließt mit einem Abschlag von 0,24 Prozent. 

Sixt schreibt schwarze Zahlen

Sixt schreibt im ersten Halbjahr 2010 einen Gewinn von 25,7 Millionen Euro, nachdem Deutschlands größter Autovermieter während der Krise rote Zahlen hinnehmen musste. Kosteneinsparungen und höhere Preise bringen das Unternehmen wieder auf Kurs: der Umsatz steigt auf 759,6 Millionen Euro. Im Ausblick prognostiziert Sixt weiterhin einen guten Verlauf. Der im SDAX gelistete Konzern will eigene Aktien im Wert von bis zu 20 Millionen Euro zurückkaufen.

VW verhindert Streiks in Mexiko

Der Automobilkonzern VW muss in Mexiko künftig 6,09 Prozent mehr Lohn zahlen. Durch dieses Zugeständnis konnten die Wolfsburger einen drohenden Streik im Werk von Puebla abwenden. Hier will Volkswagen im laufenden Jahr 400.000 Fahrzeuge produzieren, ein Viertel mehr als im vergangenen Jahr. Das Lohnzugeständnis beläuft sich auf 670 Pesos,  umgerechnet auf 41,00 Euro pro Arbeiter.  Die Aktie von Volkswagen stemmt sich gegen den Trend und schließt mit einem Aufschlag von 0,33 Prozent. 

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