DAX-Crash nach EZB-Sitzung: Commerzbank, Deutsche Bank, Beiersdorf, Adidas, Bayer, Deutsche Post, und ProSiebenSat.1 im Fokus
Bis zur EZB-Sitzung zeigte sich der DAX von seiner Schokoladenseite. In der Spitze stieg der deutsche Leitindex auf 6.855 Zähler. Doch "Super-Mario" Draghi, Präsident der EZB, schickte die Märkte am Nachmittag wieder auf Talfahrt. Der DAX ging im Zuge dessen mit 6.606 Punkten aus dem Handel.
Börsianern zufolge enttäuschte Draghi vor allem mit seinen Andeutungen zum Eingreifen der Notenbank zur Schuldenkrise, die zeitlich nicht konkret genug gewesen seien. "Nach der starken Rallye seit Mitte vergangener Woche wollte der Markt etwas anderes hören, als dass in den kommenden Wochen die Modalitäten festgelegt werden sollen", hieß es vom Parkett.
Die Erwartungen seien nach den Euro-stützenden Kommentaren sehr hoch gewesen, und bislang habe Draghi nicht geliefert. Auch der Euro litt unter den unkonkreten Äußerungen.
Commerzbank: Kursrutsch dank Draghi
Die Aktie der Commerzbank ist nach einem guten Start in den heutigen Handelstag mittlerweile stark unter die Räder gekommen. Schuld daran sind die zurückhaltenden Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi.
Mario Draghi hat mit seinen Aussagen zum weiteren Vorgehen der EZB die Märkte enttäuscht. Vor allem die Deutsche Bank muss Federn lassen. Die Commerzbank hat unterdessen ihr Kursziel für die Deutsche Bank gesenkt.
Beiersdorf explodiert
Die Beiersdorf-Aktie hat sich am Donnerstag nach einem zunächst schwächeren Start an die Spitze des DAX katapultiert. Der Nivea-Hersteller hat heute ordentliche Ergebnisse für das zweite Quartal präsentiert und zudem die Prognosen leicht angehoben.
Adidas: Mehr Gewinn
Das Unternehmen hat seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr nach oben geschraubt, von zwölf bis 17 auf 15 bis 17 Prozent. Der Umsatz soll weiterhin um zehn Prozent zulegen. Die Marktteilnehmer reagieren dennoch mit Gewinnmitnahmen.
Bayer: Euphorische Analysten
Nachdem der Pharmakonzern gestern die Jahresprognose angehoben hat, haben viele Analysten ihre Modelle überarbeitet. Das Resultat sind durch die Bank höhere Kursziele.
Deutsche Post: Prognose rauf
Die Deutsche Post schraubt nach einem überraschend starken zweiten Quartal die Erwartungen für das laufende Jahr herauf. Obwohl eine teure Umsatzsteuernachzahlung zwischen April und Juni am Gewinn zehrte, rechnet die Konzernführung um Vorstandschef Frank Appel für 2012 jetzt mit einem Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 2,6 bis 2,7 Milliarden Euro, wie die Post am Donnerstag in Bonn mitteilte. Bisher hatte die Prognose bei 2,5 bis 2,6 Milliarden Euro gelegen.
Lufthansa: Überraschend gutes Ergebnis
Stark präsentiert sich heute auch die Lufthansa-Aktie. Der Konzern legte ein überraschend positives Quartalsergebnis vor. Demnach stieg der operative Gewinn im Zeitraum April bis Juni trotz anhaltend hoher Treibstoffkosten um fast 28 Prozent auf 361 Millionen Euro.
Morphosys: Verlust verringert
Das Biotechnologie-Unternehmen Morphosys hat im zweiten Quartal auf die Kostenbremse gedrückt und den Verlust im Vergleich zum Vorjahr eingedämmt. Der Verlust habe sich von 3,8 Millionen Euro im Vorjahr auf ein Minus von 400.000 Euro verringert, teilte die im TecDAX-notierte Gesellschaft am Donnerstag in Martinsried bei München mit.
ProSiebenSat.1: Aktie nach Zahlen schwächer
Die Mediengesellschaft ProSiebenSat.1 Media hat auch im zweiten Quartal ihren Wachstumskurs fortgesetzt. Zudem bekräftigte Vorstand Thomas Ebeling die Ziele für 2012. Offensichtlich hatten die Marktteilnehmer etwas mehr erwartet, die Aktie notiert am MDAX-Ende.
(mit Material von dpa-AFX)
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