DAX berappelt sich am Nachmittag: Außerdem Aareal Bank, Bechtle, Commerzbank, Conergy, Constantin, E.on, Kabel Deutschland, K+S, Lufthansa und Nordex im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt hat sich nach einer schwachen Tendenz am Vormittag nach oben gearbeitet. Zur Schlussglocke notierte der DAX unverändert bei 7.169 Zählern. Beflügelnd wirkten sich am Nachmittag die guten Vorgaben von den US-Börsen aus. Der Beschluss der Euro-Finanzminister, Griechenland zwei Jahre mehr Zeit bei seinen Sparzielen einzuräumen, stützte zuvor weder den Aktienmarkt noch den Euro. Am Geldmarkt konnte sich das krisengeschüttelte Euro-Mitglied gut vier Milliarden Euro besorgen und übertraf damit das Platzierungsziel deutlich. Auf der Konjunkturseite enttäuschte darüber hinaus der ZEW-Index mit einem überraschenden Rückgang um 4,2 Prozent auf minus 15,7 Punkte.
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Vorsicht bei der Aareal Bank
Die Aareal Bank agiert angesichts der europäischen Schuldenkrise weiterhin sehr vorsichtig. Der Zinsüberschuss sank im Jahresvergleich von 123 auf 114 Millionen Euro. Auch deshalb ging der operative Gewinn um zehn Prozent auf 42 Millionen Euro zurück, der Nettogewinn verringerte sich um acht Prozent auf 22 Millionen Euro. Mit diesen Zahlen lag die Aareal Bank im Rahmen der Markterwartungen. Für das Gesamtjahr geht der Aareal-Bank-Vorstand nach wie vor davon aus, dass der operative Gewinn leicht unter dem 2011 erzielten Ergebnis von 185 Millionen Euro liegen dürfte.
Bechtle-Gewinnziel in Gefahr
Der IT-Dienstleister Bechtle hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres seinen Umsatz um 5,3 Prozent auf 1,48 Milliarden Euro ausgebaut. Der Gewinn vor Steuern sank um 15 Prozent auf 50,6 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr peilt Bechtle weiterhin eine Steigerung des Vorjahresumsatzes von zwei Milliarden Euro an. 'Auf der Ertragsseite erscheint es nach dem Verlauf des ersten Halbjahres zwar durchaus ambitioniert, das Niveau des Vorjahres zu halten beziehungsweise zu übertreffen. Angesichts der im unterjährigen Vergleich zu erwartenden starken beiden Quartale der zweiten Jahreshälfte können wir dieses Ziel jedoch nach wie vor erreichen', erklärte Bechtle-Chef Thomas Olemotz.
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Commerzbank: Das müssen Sie wissen
Schwere Zeiten für die Commerzbank: Deutschlands zweitgrößte Privatbank hat es erneut geschafft, mit den Zahlen zum dritten Quartal und dem Ausblick die ohnehin schon niedrigen Erwartungen des Marktes noch zu verfehlen. Wie geht es weiter nach dem Quartalszahlen-Desaster? DER AKTIONÄR liefert die Antworten.
Gewinneinbruch bei Conergy
Der Solarkonzern Conergy hat im dritten Quartal einen Verlust von 37,8 Millionen Euro ausgewiesen. Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um gut 40 Prozent auf 108 Millionen Euro eingebrochen Der operative Verlust vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) erhöhte sich im dritten Quartal 2012 auf 31,7 Millionen Euro (Q3 2011: minus 27,3 Mio.). Dabei belastete ein Sondereffekt von rund 18 Millionen Euro durch die vorzeitige Vertragsauflösung mit dem amerikanischen Waferlieferanten MEMC das EBITDA erheblich. Bereinigt um diesen Einmaleffekt betrug das EBITDA minus 13,7 Millionen Euro. Das Konzernergebnis lag mit minus 37,8 Millionen Euro aber tatsächlich 40 Prozent unter dem Vorjahreswert von minus 62,2 Millionen Euro. Die Prognose für das Gesamtjahr geht weiter von Umsätzen unter dem Vorjahresniveau und einem EBITDA im „mittleren zweistellige Millionenbereich" aus.
Constantin erzielt Gewinn
Der Medienkonzern Constantin hat dank eines starken Filmgeschäfts im dritten Quartal mehr Umsatz gemacht und schwarze Zahlen geschrieben. Die Erlöse wuchsen zwischen Juli und September dank des erfolgreichen Starts einiger Kinofilme um fast 47 Prozent auf gut 159 Millionen Euro. Unterm Strich verdiente der Konzern 3,8 Millionen Euro; vor einem Jahr stand noch ein kleiner Verlust von 600.000 Euro in den Büchern. Das Sportgeschäft mit dem TV-Sender Sport1 rutschte angesichts sinkender Werbeeinnahmen ein wenig tiefer in die roten Zahlen und schloss mit einem Minus von 1,5 Millionen Euro.
E.on dämpft Erwartungen für 2013
Der Energiekonzern E.on verbesserte in den ersten neun Monaten den um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um über ein Drittel auf 8,8 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg von Januar bis Ende September auf 93,6 (2011: 77,5) Milliarden Euro. Den Ausblick für das laufende Jahr hat E.on zwar bestätigt, die Ziele für 2013 werde der Konzern aber nicht halten können. Dann sollte der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 11,6 und 12,3 Milliarden Euro liegen. Beim bereinigten Überschuss war ein Wert zwischen 3,2 und 3,7 Milliarden Euro anvisiert worden.
K+S wird vorsichtiger
Der Salz- und Düngemittelkonzern K+S ist wegen trüberer Perspektiven bei Kali- und Magnesiumprodukten für das laufende Jahr nun etwas vorsichtiger. Demnach sollen die Zielspannen für Umsatz und operativem Ergebnis nur am unteren Ende erreicht werden. Im dritten Quartal stützte ein robustes Düngergeschäft den Rohstoffkonzern, während die Voreinlagerungen im Salzgeschäft insgesamt wie erwartet schwach ausfielen. Der Umsatz legte um 7,4 Prozent auf 917 Millionen Euro zu, während der bereinigte Gewinn wegen des Verkaufs des Stickstoffdüngergeschäft um 35,4 Prozent auf 165 Millionen Euro kletterte.
Kabel Deutschland bleibt optimistisch
Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland sieht auch im kommenden Geschäftsjahr kein Abflauen seiner Geschäftsdynamik. "Wir haben den Anspruch, dass wir im Geschäftsjahr 2013/14 beim Wachstum noch zulegen", sagte Finanzvorstand Andreas Siemen. Für das bis Ende Juni laufende Geschäftsjahr 2012/13 peilen die Unterföhringer einen Vorjahresumsatz von 1,7 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sonderposten (bereinigtes EBITDA) soll von 795,5 Millionen Euro auf 855 bis 870 Millionen Euro klettern.
Lufthansa wendet Streik ab
Der Tarifkonflikt bei der Lufthansa ist beigelegt. Das Unternehmen und die Kabinengewerkschaft Ufo erklärten am Dienstag in Wiesbaden, den Spruch des Schlichters Bert Rürup anzunehmen. Die Gewerkschaft muss das Ergebnis noch per Urabstimmung von seinen Mitgliedern bestätigen lassen. Die Flugbegleiter erhalten neben einer Einmalzahlung von 320 Euro in Summe Gehaltssteigerungen von knapp vier Prozent.
Nordex schreibt wieder schwarz
Der Windanlagenhersteller Nordex hat nach drei Verlustquartalen hintereinander die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. Im dritten Jahresviertel verdiente das Unternehmen operativ 15,4 Millionen Euro. Das waren rund zwei Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz legte um elf Prozent auf 294,4 Millionen Euro zu. Unter dem Strich blieben 7,7 Millionen Euro übrig, mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Der Vorstand bestätigte seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr von 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro. Die entsprechende Marge wird nun aber am unteren Ende der anvisierten Spanne von ein bis drei Prozent in Aussicht gestellt.
(Mit Unterstützung von dpa-AFX)
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