Steffen Eidam
Der deutsche Aktienmarkt beendet den Dienstagshandel in der Verlustzone. Zur Schlussglocke notiert der DAX 0,6 Prozent tiefer bei 6.118 Punkten. Händler verwiesen auf die erneut aufkommende Unsicherheit bezüglich der Schuldenproblematik einzelner europäischer Länder wie Portugal oder Griechenland.
Air Berlin steigert Passagierzahl
Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin hat im August 8,7 Prozent mehr Passagiere als im Vorjahr befördert. Inklusive der übernommenen Strecken von NIKI und TUIfly flogen 3,73 Millionen Gäste mit Air Berlin. Dabei ging die Auslastung der Flugzeuge um 0,8 Prozentpunkte auf 83,5 Prozent zurück. In den ersten acht Monaten des Jahres waren insgesamt 21.655.869 Passagiere im Streckennetz von Air Berlin unterwegs (plus 1,9 Prozent). Im Acht-Monatsvergleich sank die Auslastung der Flugzeuge um 1,8 Prozentpunkte von 77,5 auf 75,7 Prozent.
Neuer Aufsichtsrat bei BASF
Der Chemiekonzern BASF hat das Aufsichtsratsmitglied Stephen K. Green zum künftigen britischen Minister für Handel und Investitionen berufen. Der 61-Jährige soll sein neues Amt in der britischen Regierung Anfang 2011 antreten. Green werde deshalb im Dezember sein Mandat als Aufsichtsrat der BASF niederlegen. Der Nachfolger von Green im Kontrollgremium von BASF wird zu einem späteren Zeitpunkt bestimmt, teilte der Konzern weiter mit.
Gerüchte um Deutsche Telekom
Die Deutsche Telekom steht im Blickpunkt der Anleger, nachdem erneut Spekulationen um einen möglichen Zusammenschluss mit der France Telecom (FT) am Markt kursieren. Händlern zufolge haben französischen Gewerkschaften auf eine Anteilserhöhung der Deutschen Bank an FT reagiert. Dieser Schritt würde eine signifikante Veränderung der Eigentümerstruktur des Telekomkonzerns darstellen und könne eine mögliche Vorbereitung der Konsolidierung in der europäischen Telekombranche gewertet werden.
Keine Sonderausschüttung bei Infineon
Infineon-Chef Peter Bauer sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass der Konzern keine Sonderdividende nach dem Verkauf seiner Mobilfunkchipsparte an Intel ausschütten werde. Der außerordentliche Gewinn in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrages solle die Nettoliquidität des Konzerns verbessern, dies sei in der Halbleiterbranche sehr wichtig. Bauer schloss einen Aktienrückkauf ebenso aus wie eine unfreundliche Übernahme.
Siemens macht Fortschritte bei Einkauf
Der Technologie-Konzern Siemens dürfte nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeine Zeitung (unter Berufung auf Aussagen des zuständigen Vorstandsmitglieds Barbara Kux), von der vor eineinhalb Jahren gestarteten Einkaufsinitiative bereits im laufenden Geschäftsjahr 2009/2010 (30. September) deutlich profitieren. Kux verlangt unterdessen von den wichtigsten Zulieferern, dass sie die Siemens-eigenen "grünen" Programme umsetzen sollen, um das Hauptziel einer energieeffizienten Lieferkette zu erreichen."Wir wollen unsere Lieferanten nicht verdonnern, aber das ist schon eine Empfehlung."
SMA Solar droht Billig-Konkurrenz aus Asien
Dem deutschen Weltmarktführer für Solaranlagen-Wechselrichter, SMA Solar, droht nach einer Studie Fachmagazins Photon neue Konkurrenz aus Asien. Demnach gelang es dem koreanischen Hersteller Dasstech, mit einem völlig neuartigen Produktionsverfahren die Kosten deutlich zu drücken. Am Aktienmarkt befürchtet man nun, dass SMA das gleiche Schicksal erleiden könnte, wie bereits vorher eine Reihe von anderen deutschen Solarunternehmen.
ThyssenKrupp setzt auf neue Vertragsmodelle
Der größte deutsche Stahlproduzent ThyssenKrupp wird sich den veränderten Gegebenheiten am Stahlmarkt anpassen. Wie es von Unternehmensseite heißt, werde man dabei auf neue Kontraktmodelle bauen, die am Markt bereits etabliert seien: Zum einen auf langfristige Vertragslaufzeiten in Kombination mit einem so genannten "Rohstoffanhänger", zum anderen auf feste Vertragsvereinbarungen nur noch innerhalb einer kürzeren Laufzeit über maximal ein Quartal. Einige Kunden hätten diese Verträge bereits unterzeichnet. Neue Modelle seien durch die hohe Volatilität am Markt unumgänglich, hieß es weiter.
Auch TUI gibt Steuer an Kunden weiter
TUI Deutschland gibt die Belastungen aus der geplanten Luftverkehrssteuer an die Kunden weiter. Wie das Unternehmen mitteilte, werde für alle Buchungen ab dem 6. September 2010 ein Kostenbeitrag erhoben, der sich analog zum Gesetzesentwurf nach der Länge der Flugstrecke staffelt. Dieser Beitrag liegt dann bei 10, 20, 28 beziehungsweise 50 Euro. Betroffen sind ab sofort Pauschalreisen der Veranstalter TUI, 1-2-Fly, Discount Travel, airtours, Gebeco/Dr. Tigges/goXplore, Wolters Reisen und TUI Cruises.
Vossloh profitiert von Obama-Plänen
Vossloh rückt am Dienstag in den Fokus der Marktteilnehmer, nachdem US-Präsident Barack Obama am Labor-Day ein 50-Milliarden-Dollar-Programm zum Infrastrukturausbau bekannt gegeben hat. Vossloh könnte durch neue Aufträge seinen US-Anteil am Umsatz von derzeit sieben auf mehr als zehn Prozent ausbauen, rechnen Analysten vor.