Richard Nitzsche
Und weiter geht’s nach Norden. Der DAX notiert zur Mittagszeit 0,55 Prozent im Plus bei 6.560 Punkten. Die Stimmung bleibt gut für Aktienwerte, der deutsche Leitindex kann die positiven Effekte des gestern vorgelegten Beige-Books in den USA in Kursgewinne umsetzen. Nun blicken Anleger wieder über den großen Teich. Verschiedene Konjunkturzahlen, unter anderem der Philadelphia-Fed-Index und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, werden hier vor Handelsstart bekannt gegeben. Außerdem legen US-Schwergewichte wie AT&T, Amazon und Xerox Quartalsergebnisse vor.
Bankentitel unter Druck
Aktien im Bankensektor handeln am Morgen unter negativen Vorzeichen. Die Ergebnisse des Schweizer Geldhauses enttäuschten. Tiefe Zinsen und eine geringe Kundenaktivität bescherten dem Kreditinstitut im dritten Quartal einen Gewinneinbruch. Die Schweizer Bank erzielte einen Reingewinn von 609 Millionen Franken - 62 Prozent weniger als im Vorquartal. Gestern hatten auf dem US-Markt schon einige Häuser Zahlen vorgelegt. Morgan Stanley schrieb Verluste, Wells Fargo überraschte mitguten Ergebnissen.
Deutsche Bank: Ist die BHF jetzt uninteressant?
Der Finanzinvestor Apollo will nur noch Teile der BHF-Bank kaufen, schreibt das Handelsblatt und beruft sich auf interne Kreise. Möglicherweise legen Apollo und das Liechtensteiner Geldinstitut LGT-Bank auch eine gemeinsame Offerte vor. Informierte Kreise sehen eine Aufspaltung der BHF kritisch. Das Handelsblatt zitiert einen Banker: "Im Zweifel wird die Deutsche Bank in den sauren Apfel beißen und einen Verkaufspreis deutlich unterhalb des Buchwertes akzeptieren." Der Verkaufsprozess läuft zäh. Die Abgabetermine für verbindliche Angebote für die Bank wurden auf Anfang November verschoben. Ursprünglich wollte die Deutsche Bank das Geschäft noch in diesem Jahr abwickeln.
Einkaufsmanagerindex gefallen
Die Stimmung der Einkaufsmanager in der Eurozone kühlt sich im Oktober weiter ab und fällt auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr. Der Index zeigt am heutigen Donnerstag nur noch einen Stand von 53,4 Punkten während er letzten Monat 54,1 Punkte auswies. Trotzdem steht das Barometer weiterhin auf "optimistisch". Ab einem Zählerstand von 50 sagen die Indikatoren wirtschaftliche Aktivität voraus.
Metro: Kursziel um zehn Euro erhöht
Die Deutsche Bank hat das Kursziel für Metro vor den Quartalszahlen um zehn Euro auf jetzt 60,00 Euro erhöht. Analyst James Collins empfiehlt die Aktie weiterhin zum Kauf. Die Ergebnisse werden seiner Ansicht nach zeigen, dass Metro Fortschritte in der Erholung mache. Das Deutschlandgeschäft beurteilt er stark, in Osteuropa sieht er ein Ende der Umsatzrückgänge. Aus diesen Gründen hebt er seine bereits gute Markterwartung ein weiteres Mal an.
Heidelberger Druck "Kaufen"
Die Analysten der Commerzbank erhöhen das Rating von Heidelberger Druck auf "Kaufen" von "Halten". Das Kursziel senken die Experten hingegen ab. Sahen sie den fairen Wert der Aktie vormals bei 6,60 Euro, erwarten sie nun Kurse um die 4,20 Euro. Analyst Ingo-Martin Schachel ist für den Wert positiv gestimmt. Die Zahlen der Gesellschaft trafen die Prognosen, der Verlust sei geringer ausgefallen als erwartet. Die Herabsetzung des Kursziels war eine Folge der kürzlich erfolgte Kapitalerhöhung.
Regierung unterstützt Hochtief gegen die Übernahme
Das Land Nordrheinwestfahlen will Hochtief gegen die feindliche Übernahme des spanischen Baukonzerns ACS unterstützen. Die Ministerpräsidentin, Hannelore Kraft (SPD) sagte am Donnerstag: "Wir wollen ein bereits laufendes Gesetzgebungsverfahren zur Regelung der Wertpapierübernahme durch einen Antrag zur Erschwerung von Übernahmen ergänzen." Unterstützung kommt auch seitens der australischen Hochtief-Tochter Leighton. Sie will vor dem australischen Gesetzgeber Maßnahmen einleiten, die dem Unternehmen in Deutschland helfen könnten.