DAX am Donnerstag tiefrot: Allianz, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Freenet, Gagfah, Hochtief, Rhön-Klinikum, US-Konjunktur und Zapf im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt geht am Donnerstag in die Knie. Belastet von schwachen Daten und steigender Unsicherheit rutscht der DAX zur Schlussglocke unter die Marke von 7.600 Punkten. Dass das Ende der geldpolitischen Lockerung in den USA näher rücken könnte, habe bereits die US-Börsen belastet und sollte sich auch auf den deutschen Aktienmarkt niederschlagen, erklärten Händler. Zudem belasten die anhaltenden Turbulenzen an den Rohstoffmärkten mit fallenden Preisen für Metalle und Energie, die durch Gerüchte über Schwierigkeiten eines Rohstoff-Hedgefonds mit angefeuert worden seien.
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Allianz legt kräftig zu
Die Allianz hat im vergangenen Jahr mehr verdient als erwartet. Der Versicherer konnte den Gewinn verdoppeln und trotz der Belastungen durch Hurrikan "Sandy" unter dem Strich einen Überschuss von 5,2 Milliarden Euro erzielen. Die Aktionäre können mit einer stabilen Dividende von 4,50 Euro rechnen. Zum laufenden Jahr äußerte sich Vorstandschef Michael Diekmann vorsichtig optimistisch.
Spanien-Pleite belastet Commerzbank
Wieder einmal keine erfreulichen Nachrichten für Commerzbank-Aktionäre: Der Bankenriese ist über eine Tochtergesellschaft von der Pleite des spanischen Immobilienkonzerns Reyal Urbis betroffen. Allerdings entfällt von den Krediten in Milliardenhöhe nur ein relativ geringer Anteil auf die Frankfurter Bank
Daimler verlängert nur drei Jahre mit Zetsche
Dämpfer für Daimler-Chef Dieter Zetsche: Der Aufsichtsrat des Autobauers hat den Vertrag des 59-Jährigen überraschend nur um drei Jahre verlängert. Eigentlich werden Vorstände bei dem Autobauer mittlerweile für fünf Jahre wiederbestellt. Der bisher als Kronprinz gehandelte Top-Manager Wolfgang Bernhard bekommt eine neue Aufgabe: Er tauscht die Posten mit dem bisherigen Nutzfahrzeugchef Andreas Renschler. Zugleich wurde auch der Kontrakt von Forschungsvorstand Thomas Weber nur bis Ende 2016 erneuert
Deutsche Bank unterstützt Hochtief
Der Essener Baukonzern Hochtief hat seine Verkaufspläne für das Flughafengeschäft laut Kreisen erneut aufgenommen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf eingeweihte Kreise berichtete, sei die Deutsche Bank mit der Begleitung des Prozesses beauftragt worden. Bis Ende März sei mit ersten Geboten zu rechnen. Im Vorjahr hatte Hochtief die Pläne auf Eis gelegt, da wegen der Schuldenkrise in Europa offenbar kein angemessener Preis erzielbar war.
Freenet will Vertrieb stärken
Der Mobilfunkanbieter Freenet will mit 51 Prozent die Mehrheit an der Vertriebsgesellschaft MOTION TM Vertriebs GmbH übernehmen. Mit dem Vollzug der Transaktion sei voraussichtlich noch im ersten Quartal 2013 zu rechnen, teilte Freenet am Mittwoch mit. Das Bundeskartellamt müsse der Übernahme noch zustimmen. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.
GAGFAH löst Kredit ab
Dem Immobilienkonzern GAGFAH ist ein entscheidender Schritt bei der Reinanzierung seines Portfolios gelungen. GAGFAH hat mit der Bank of America Merrill Lynch eine Finanzierung über 1,06 Milliarden Euro endgültig abgeschlossen. Das vorherige Darlehen für das WOBA-Portfolio in Dresden in Höhe von 1,04 Milliarden Euro, mit Fälligkeit 15. Mai 2013, ist durch den neuen Kredit abgelöst worden. Das neue Darlehen hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Weiterhin weist das Darlehen einen Zins von 3,90 Prozent auf, der 43 Basispunkte niedriger ist als der Zins von 4,33 Prozent des abgelösten Darlehens.
Gewinn bei Rhön-Klinikum bricht ein
Rhön-Klinikum verzeichnete 2012 wegen Problemen im Klinikum Gießen-Marburg einen massiven Gewinnrückgang von 43 Prozent auf 92 Millionen Euro. Infolge des starken Zuwachses an Patienten erzielte Rhön beim Umsatz einen neuen Rekord von 2,86 Milliarden Euro. Im laufenden Geschäftsjahr peilt der Konzern aber wieder eine Steigerung an. Der Konzerngewinn soll sich auf 110 Millionen Euro verbessern. Steigende Patientenzahlen sollen beim Umsatz erstmals zu einer Steigerung auf um die drei Milliarden Euro führen. Beim operativen Ergebnis (EBITDA) stellt der neue Konzernchef Martin Siebert einen Anstieg auf 325 Millionen Euro in Aussicht.
Philly-Fed-Index enttäuscht
In den USA ist der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren im Januar wie erwartet gestiegen. Im Monatsvergleich habe der Index um 0,2 Prozent zugelegt, teilte das Conference Board mit. Hingegen hat sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Februar überraschend weiter eingetrübt. Der entsprechende Index der regionalen Notenbank von Philadelphia (Philly-Fed-Index) sei von minus 5,8 Punkten im Vormonat auf minus 12,5 Zähler gesunken. Volkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg auf plus 1,0 Punkte gerechnet.
Kapital von Zapf schmilzt kräftig
Der angeschlagene Puppenhersteller Zapf Creation gerät zunehmend unter Druck. Das Unternehmen teilte mit, dass ein Verlust in Höhe von mehr als der Hälfte des Grundkapitals der Gesellschaft eingetreten ist. Dies sei zurückzuführen auf eine weitere Ergebnisbelastung im Zusammenhang mit dem Geschäftsverlauf 2012 sowie auf Wertberichtigungen. Der Vorstand werde nun unverzüglich eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen - dies ist laut Aktiengesetz vorgeschrieben
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