DAX startet am Nachmittag durch: Beiersdorf, BMW, Commerzbank, Deutsche Börse, Heideldruck, Henkel, Lufthansa, ProSiebenSat.1, SAP und Toyota im Fokus
Erfreuliche Konjunkturdaten aus der Eurozone und den USA haben dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstag zu Gewinnen verholfen. Nachdem enttäuschende Zahlen des iPhone-Herstellers Apple zunächst die Börsenlaune gedrückt hatten, sorgte die im Januar aufgehellte Wirtschaftsstimmung in der Industrie und bei den Dienstleistern der Eurozone für Erleichterung. Kräftigere positive Impulse kamen nachmittags in die Märkte, denn nicht nur die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA waren erfreulich ausgefallen, sondern vor allem die wichtigeren Frühindikatoren. Der DAX schloss mit plus 0,5 Prozent bei 7.748 Punkten und damit nur rund fünf Punkte unter dem am Nachmittag erreichten Tageshoch.
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Umbau bringt Beiersdorf voran
Der Nivea-Hersteller Beiersdorf konnte im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 7,2 Prozent auf 6,04 Milliarden Euro ausbauen und somit die Analystenerwartungen leicht übertreffen. Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich bestätigte zudem die Prognose für die operative Marge von rund zwölf Prozent. Demnach lag der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) vor Sondereffekten im vergangenen Jahr rechnerisch bei rund 725 Millionen Euro und damit deutlich höher als 2011.
BMW und Toyota rücken enger zusammen
BMW und Toyota vertiefen ihre Partnerschaft bei der Entwicklung neuer Fahrzeugkonzepte und alternativer Antriebe. Neben der weiteren Forschung an modernen Leichtbau-Technologien und Batterietechnik wollen die beiden Hersteller bis 2020 gemeinsam ein Brennstoffzellen-Fahrzeugsystem entwickeln, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Dazu sollen weitere Projekte folgen. BMW-Chef Norbert Reithofer erklärte, die gesamte Industrie stehe angesichts technologischer Umbrüche vor großen Herausforderungen. "Diese Kooperation ist ein wichtiger Baustein, um beide Unternehmen auch in Zukunft auf Erfolgskurs zu halten", sagte der Manager.
Commerzbank: Tausende von Stellen sollen wegfallen
Lange wurde bereits darüber spekuliert, nun liegen erste Zahlen vor: Demnach will die Commerzbank offenbar bis zum Jahre 2016 zwischen 4.000 und 6.000 Arbeitsplätze streichen, um dadurch die Kosten deutlich verringern zu können. Die Commerzbank-Aktie hat nach einem starken Start an den vergangenen Handelstagen wieder etwas korrigiert. Für viele Anleger stellt sich nun die Frage, ob sich der Einstieg bei Deutschlands Nummer 2 im Bankenmarkt auf diesem Niveau jetzt lohnt.
Deutsche Börse setzt Rotstift an
Die Deutsche Börse will nur wenige Wochen nach dem Auslaufen des letzten Sparprogramms weiter an der Kostenschraube drehen. Nach Angaben der Frankfurter Allgemeine Zeitung werden derzeit im Vorstand weitere Kürzungen debattiert. Der Konzern geht offenbar davon aus, dass an alternative Handelsplattformen verlorene Marktanteile nicht wieder zurückgewonnen werden könnten. Vielmehr werde sich dieser Trend zu Lasten der etablierten Börsenbetreiber weiter fortsetzen, so das Blatt weiter. Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Börse auf ihrer Handelsplattform Xetra Umsätze von 1,07 Billionen Euro (minus 24 Prozent) generiert.
Analysten sehen Heideldruck positiv
Der angeschlagene Druckmaschinenhersteller hat sich an der Börse eindrucksvoll zurückgemeldet. Innerhalb weniger Wochen stieg der Kurs der Heideldruck-Aktie von 92 Cent auf 1,70 Euro. Bei der DZ Bank sieht man dennoch noch etwas Potenzial.
Gute Noten für Henkel
Henkel-Chef Rorsted blickt in Davos optimistisch in die Zukunft. Außerdem hob Analyst Seth Peterson von der Berenberg Bank die Papiere von Henkel als lohnendes Investment im europäischen Sektor für Körperpflege- und Haushaltsprodukte hervor. Kein anderes Unternehmen biete eine vergleichbare Kombination aus Werthaltigkeit, Wachstum und Stabilität. Zudem würden die Aktien - anders als die Titel der Wettbewerber Beiersdorf und L'Oreal - mit einem rund 14-prozentigen Abschlag zum globalen Konsumgütersektor gehandelt.
Lufthansa vor "anspruchsvollem Jahr"
Lufthansa-Chef Christoph Franz sieht sein Unternehmen vor einem schwierigen Jahr. "Wir haben im letzten Jahr einige Veränderungsprozesse eingeleitet, die wir in diesem Jahr auch konsequent umsetzen müssen. Das wird nicht einfach", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa dem Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos: "Ich denke, 2013 wird für uns noch ein sehr anspruchsvolles Jahr werden. Da dürfen wir uns nichts vormachen." Die Luftfracht entwickele sich weiterhin sehr verhalten. Er hoffe auf eine Wiederbelebung dieses Geschäfts in der zweiten Jahreshälfte 2013.
Barclays stuft ProSieben hoch
Die Papiere von ProSiebenSat.1 stehen nach einem positiven Analystenstatement im Blickpunkt. So hat Barclays die Papiere auf "Overweight" hochgestuft und sie als einen ihrer "Preferred Stocks" im europäischen Mediensektor bezeichnet.
SAP: Keine Übernahmen
Europas größter Softwarehersteller SAP zeigt sich zuversichtlich, das zuletzt stagnierende US-Geschäft wieder hochzufahren. "Das Fiscal Cliff hat sicherlich zu Unsicherheiten bei großen Investitionen unserer Kunden geführt", sagte SAP-Finanzvorstand Werner Brand der Börsen-Zeitung. "Ich bin überzeugt, dass wir das Software-Geschäft, das wir in Amerika zuletzt nicht realisieren konnten, im ersten Quartal nachholen werden." Übernahmen stehen nach einer ganzen Serie von Großzukäufen in den vergangenen Jahren derzeit nicht im Fokus.
(Mit Material von dpa-AFX)
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