DAX startet freundlich in die neue Handelswoche: BASF, Commerzbank, Deutsche Börse, Erzeugerpreise, Euromicron, E.on, Fraport, Griechenland, Sky, Vossloh und Wincor Nixdorf im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt legt zum Wochenauftakt zu. Zur Schlussglocke notiert der DAX rund 0,6 Prozent fester bei 7.749 Punkten. In einem ruhigen Umfeld richteten sich die Blicke vor allem auf das am Nachmittag startende Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Zudem stand die Diskussion um eine kurzfristige Ausweitung der Schuldengrenze in den USA weiter im Blick. Erfreuliche Kunde kommt aus Griechenland. Wie es aus Kreisen des Finanzministeriums hieß, sei bis Ende 2013 erstmals im Jahresdurchschnitt ein sogenannter primärer Überschuss greifbar.
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BASF löst Joint-Venture
Das geplante Joint-Venture zwischen BASF und der malaysischen Petronas ist gescheitert, ehe es noch angelaufen ist. Beide Unternehmen haben ihre Vereinbarungen über die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens „in gegenseitigem Einvernehmen" aufgehoben. Wie bekannt wurde, konnte man keine Einigung über die Bedingungen innerhalb des Petronas-Projekts Refinery & Petrochemical Integrated Development (RAPID) in Pengerang erzielen. Ursprünglich wollte die Konzerne gemeinsam Produktionsanlagen für verschiedene Spezialchemikalien im Rahmen von RAPID bauen und betreiben.
Geplanter Stellenabbau beflügelt Commerzbank
Bei der Commerzbank machen erneut Berichte über einen Kahlschlag im Inlandsgeschäft die Runde. Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom Freitag erwägt die Bank den Abbau von 4.000 bis 6.500 Stellen in Deutschland. Die Aktie profitiert von den Plänen.
Deutsche Börse warnt vor Turbulenzen
Die Deutsche Börse stimmt auf ein weiteres turbulentes Jahr ein. "Die akuten Flächenbrände der Finanzkrise mit ihrem bisherigen Höhepunkt im Jahr 2008 und der nachfolgenden Euro-Schuldenkrise lodern zwar nicht mehr. Doch nach wie vor existieren hinreichend ernstzunehmende Glutherde, die weiter schwelen", sagte Vorstandschef Reto Francioni laut Redetext beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse AG am Montagabend in Eschborn. Eine Hypothek sei die US-Staatsverschuldung. Unter den Börsen erwartet Francioni weitere Fusionen, vor allem in Asien. Die Deutsche Börse wolle weltweit weiter ganz vorne mitspielen: "Wir greifen an."
Moderate Erzeugerpreise
In Deutschland hat die Teuerung auf Produzentenebene im Dezember überraschend schwach zugelegt. Auf Jahressicht stiegen die Erzeugerpreise um 1,5 Prozent, nach 1,4 Prozent im Vormonat. Dies teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Bankvolkswirte hatten mit einem stärkeren Anstieg um 1,7 Prozent gerechnet.
E.on will Streik verhindern
Der Energiekonzern E.on forderte die Gewerkschaften auf, im aktuellen Tarifkonflikt an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Wir haben uns bewegt, wir ringen darum, eine faire Lösung hinzubekommen", sagte Regine Stachelhaus, Eon-Personalvorstand, der Zeitung Welt am Sonntag. Die Gewerkschaften hatten die Verhandlungen vergangenen Mittwoch für gescheitert erklärt. Die Urabstimmung wird vorbereitet und soll am 28. Januar beginnen. Zudem soll das am Freitag ausgelaufene Übernahmeangebot für den Omega-3-Fettsäuren-Hersteller Pronova BioPharma erfolgreich gewesen sein.
Euromicron stutzt Marge
Der Netzwerk- und Glasfaserkabelhersteller Euromicron peilt für 2012 und 2013 eine EBIT-Marge von sieben statt ursprünglich acht Prozent an. Wie Unternehmenschef Willibald Spaeth gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg mitteilte habe der Umsatz 2012 oberhalb von 330 Millionen Euro gelegen. Zuvor hatte Euromicron einen Umsatz von 330 Millionen bis 345 Millionen Euro (Vorjahr: 305 Millionen Euro) angekündigt. Im nun angelaufenen Jahr will das Unternehmen beim Umsatz um zehn Prozent zulegen.
Flugchaos in Frankfurt
Das Winterwetter fordert am Frankfurter Flughafen seinen Tribut. So hat die Lufthansa bereits 140 Verbindungen zu Zielen in Deutschland und Europa gestrichen, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport am Morgen. Am Nachmittag summierte sich die Zahl der Flugausfälle auf rund 500. "Es kommt mit Sicherheit noch zu Verspätungen." Noch schneie es, es müsse weiter enteist werden. Eisregen hatte am Sonntag Deutschlands größten Airport vorübergehend lahmgelegt.
Enttäuschendes Quartal von Sky
Im MDax sackten die Anteilsscheine von Sky Deutschland nach vorläufigen Zahlen für 2012 und Details zur geplanten Kapitalerhöhung um mehr als fünf Prozent ab. Der Bezahlsender Sky Deutschland ist im vierten Quartal operativ wieder tief in die roten Zahlen gerutscht. Der rechnerische Verlust betrug 49 bis 59 Millionen Euro.
Übernahme bei Vossloh
Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh kündigte die Übernahme der in der Provinz Sao Paulo beheimateten Barros Monteiro (MBM) an. Die mehr als 100 Mitarbeitern hätten 2011 mit Weichen und Weichenkomponenten einen Umsatz von 9 Millionen Euro erzielt. In Argentinien gründete Vossloh ein Konsortium mit der lokalen Bahninfrastrukturbehörde und will das bislang einzige Weichenwerk in dem Land errichten. Es soll 60 Kilometer von der Hauptstadt Buenos Aires entstehen und in diesem Jahr mit der Produktion beginnen. Vossloh hält an an dem Konsortium mit 51 Prozent die Mehrheit
Gute Zahlen von Wincor Nixdorf
Der Geldautomaten- und Kassensystem-Hersteller Wincor Nixdorf hat dank eines wieder anziehenden Hardwaregeschäftes im ersten Quartal ein überraschend kräftiges Umsatzplus von zehn Prozent auf 669 Millionen Euro erzielt. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Unternehmenswerte (EBITA) stagnierte bei 40 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben mit 27 Millionen Euro acht Prozent mehr übrig als noch vor einem Jahr. Analysten hatten bei Umsatz und Gewinn mit weniger gerechnet. Dennoch kann der Vorstand noch keine prinzipielle Aufhellung erkennen, besonders in wichtigen Industrieländern Europas sei es weiterhin schwierig. Im laufenden Geschäftsjahr (Ende September) will der Konzern weiterhin dank des Wachstum in den Schwellenländern beim Umsatz um zwei Prozent zulegen. Das EBITA dürfte auf dem Niveau des vergangenen Jahres (101 Millionen Euro) stagnieren, wenn man Umbaukosten von 20 Millionen Euro heraus rechnet.
(Mit Material von dpa-AFX)
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