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DAX knickt am Nachmittag ein: Air Berlin, Commerzbank, Daimler, Fraport, Gea Group, Hamburger Hafen, Hochtief, Lufthansa, Porsche, SAP und US-Konjunktur im Fokus

Steffen Eidam

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Der deutsche Aktienmarkt konnte sich bis Dienstagmittag zunächst stabil halten, dann setzte jedoch eine Verkaufswelle ein und führte den DAX in die Verlustzone. Wenig neue Erkenntnisse brachte am Vorabend die Rede des US-Notenbankchefs Ben Bernanke. Hinsichtlich der weiteren geldpolitischen Strategie hielt er sich weitgehend bedeckt. Im Tagesverlauf dürften insbesondere die US-Einzelhandelsumsätze für Dezember frischen Schwung bringen. Daneben geht die Berichtssaison in den Vereinigten Staaten in die nächste Runde.

Entlassungen bei Air Berlin

Die defizitäre Fluggesellschaft Air Berlin will 900 der rund 9.300 Arbeitsplätze streichen. Zudem sollen im Rahmen des Sparprogramms "Turbine", das in diesem und im nächsten Jahr Einsparungen in Höhe von insgesamt rund 400 Millionen Euro vorsieht, die Flotte weiter verkleinert werden: und zwar von 158 auf 142 Flugzeuge, sechs Flieger davon sind als Reserve vorgesehen. Air Berlin will sich künftig verstärkt auf das Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz konzentrieren.

Commerzbank verhandelt mit Betriebsrat

Die Commerzbank verhandelt derzeit mit dem Betriebsrat. Im Zentrum der Gespräche stehen dabei die Öffnungszeiten an Werktagen. Der Vorstand möchte schnellstmöglich Klarheit haben, damit der Umbau des Privatkundengeschäfts reibungslos voranschreiten kann. Dabei geht es insbesonder um flexiblere Arbeitszeiten der Mitarbeiter. Privatkunden-Vorstand Martin Zielke sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: "Je besser unser Angebot ist, je zufriedener unsere Kunden sind, um so stärker sind wir damit auf der Ertragsseite und umso weniger Personal müssen wir abbauen."

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Noch keine Wende bei Daimler

Nach einem durchwachsenen Jahr 2012 mit Gewinnwarnung, Sparprogramm und weiterem Rückstand auf die Konkurrenten Audi und BMW spricht Daimler-Chef Dieter Zetsche auch im laufenden Jahr noch von keinem Wendepunkt. 365 Tage Aufschub, in denen der Daimler-Vorstand endlich die richtigen Weichen stellen will, um den Abstand auf die beiden davon eilenden Konkurrenten im Premium-Bereich Audi und BMW zu verringern. "Wir haben gesagt, dass wir spätestens 2020 vor unserem Wettbewerb sein wollen. Wir haben nicht gesagt, dass wir 2013 schon dort sein werden", sagte Zetsche am Montag auf der US-Automesse in Detroit.


Gedämpftes Wachstum bei Fraport

Der Flughafenbetreiber Fraport konnte seine Vorgaben für 2012 nicht ganz erfüllen. So lag das Passagierwachstum in Frankfurt mit 1,9 Prozent unter dem Fraport-Ausblick von 2,0 bis 3,0 Prozent. Aufgrund des Wintereinbruchs sowie des verringerten Flugangebots sank die Zahl der Passagiere auch im Dezember um 6,3 Prozent auf knapp vier Millionen.

Gea im Plan

Der Maschinenbaukonzern Gea Group (GEA Group) hat sein Wachstumsziel für den Auftragseingang im vergangenen Jahr wohl geschafft. Die Bestellungen seien laut vorläufigen Zahlen um fünf Prozent auf rund 5,9 Milliarden Euro gestiegen, sagte Finanzchef Helmut Schmale. Für 2012 stehen bei dem Konzern ein Plus von jeweils fünf Prozent bei Auftragseingang und Umsatz auf dem Plan. Die EBIT-Marge für das bereinigte operative Ergebnis soll mindestens die 9,7 Prozent aus dem vergangenen Jahr erreichen.

Zuversicht bei Hamburger Hafen

Der Logistikkonzern Hamburger Hafen scheint seine Ziele im abgelaufenen Jahr erreicht zu haben. Finanzvorstand Roland Lappin bekräftigte  während des German Investment Seminars der Commerzbank in New York seiner Erwartungen. Mit dem Umladen und dem Transport von Containern will das Logistikunternehmen 2012 rund 1,1 Milliarden Euro einnehmen. Nach Abzug aller Kosten soll ein Betriebsgewinn zwischen 170 und 190 Millionen Euro übrig bleiben.

Daumen rauf für Hochtief

Die Aktien von Hochtief profitieren von einem positiven Analystenkommentar. Goldman Sachs hat die Papiere auf "Conviction Buy" hochgestuft und das Kursziel auf 61 Euro angehoben. Analyst Will Morgan sieht auch nach der zuletzt guten Kursentwicklung noch Potenzial.

Aktienumplatzierung bei der Lufthansa

Die Deutsche Lufthansa leidet im frühen Handel unter einer Aktienplatzierung. Demnach verkauft die Schweizer Großbank UBS im Auftrag der Bayerischen Landesbank 8,8 Millionen Papiere. Der Preis soll den Angaben zufolge bei 14,43 Euro liegen, was wiederum 1,9 Prozent der Marktkapitalisierung entspricht.

Porsche-Chef erwartet schwachen Europa-Absatz

Die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) haben dagegen nach Aussagen von Porsche-Chef Matthias Müller gut ein halbes Prozent zugelegt. Dieser hatte erklärt, er halte nach dem endgültigen Zusammengehen mit VW spürbar höhere Einspareffekte für wahrscheinlich als zunächst angepeilt. Mit Blick auf Europas gesamten Automarkt mahnte der Manager allerdings: "Ob wir jemals wieder die Zahlen von 2007 erreichen - ich glaube, da muss man in absehbarer Zeit skeptisch sein. Also, in den nächsten ein, zwei, drei Jahren kommen wir in die Regionen glaube ich nicht mehr."

SAP verfehlt Prognosen

Europas größter Softwarehersteller hatte den Umsatz im vierten Quartal auf 5,06 Milliarden Euro und den operativen Gewinn vor Sonderposten auf 1,96 Milliarden gesteigert. Im Vorjahreszeitraum hatte SAP 4,50 und 1,78 Milliarden ausgewiesen. Bei beiden Kennzahlen blieb SAP aber etwas unter den Prognosen. Dennoch schafften die Walldorfer das zwölfte Quartal mit einem prozentual zweistelligen Umsatzwachstum mit Software und software-bezogenen Dienstleistungen, einem wichtigen Indikator für die geschäftliche Entwicklung.

US-Einzelhandel überrascht

Die Umsätze der US-Einzelhändler sind im Dezember kräftiger als erwartet gestiegen. Im Monatsvergleich legten die Umsätze um 0,5 Prozent zu, wie das amerikanische Handelsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. Bankvolkswirte hatten nur mit einem Wachstum von 0,2 Prozent gerechnet. Im November waren die Umsätze um revidiert 0,4 Prozent (zuvor 0,3 Prozent) gestiegen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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