DAX schließt im Minus: Air Berlin, Bankaktien, Bayer, Commerzbank, Daimler, Evotec, Metro, SAP, Solarworld, ThyssenKrupp und United Internet im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt startet leichter in die neue Handelswoche. Nach den deutlichen Gewinnen der Vorwoche schloss der DAX am Montag rund 0,6 Prozent tiefer bei 7.733 Punkten. In der Vorwoche hatte er noch an seinen kräftigen Jahresgewinn von knapp 30 Prozent angeknüpft und um weitere 2,15 Prozent zugelegt. Das noch junge Jahr gerät schon in der zweiten Woche in Schwung mit Ratssitzungen von EZB und Bank of England. In den USA startet unterdessen die Berichtssaison.
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Mehdorn wirft bei Air Berlin hin
Hartmut Mehdorn hört als Vorstandschef bei Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft Air Berlin auf. Sein Nachfolger wird mit sofortiger Wirkung der bisherige Strategie-Vorstand Wolfgang Prock-Schauer, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Mehdorn wird auch künftig dem Verwaltungsrat (Board of Directors) angehören
Rückenwind für Bankentitel
Die Banken bekommen mehr Zeit für Basel III. Diese Meldung treibt die Aktienkurse von Deutscher Bank, Commerzbank und Co am Montag kräftig an. Die Banken weltweit bekommen vier Jahre mehr Zeit für den Aufbau billionenschwerer Liquiditätsreserven, mit denen sie in einer nächsten Bankenkrise eine Pleite vermeiden können. Der Ausschuss beschloss am Sonntag, dass die Banken die Mindest-Liquiditätsquote (LCR) schrittweise erst bis 2019 aufbauen müssen statt sie 2015 vollständig erfüllen zu müssen. Zu diesem Zeitpunkt reichen nun 60 Prozent der Reserve.
Bayer beantragt Zulassung
Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will sein neues Augenmittel Aflibercept in Japan bei einer weiteren Krankheitsform einsetzen. Bei der japanischen Arzneimittelbehörde sei die Zulassung für VEGF Trap-Eye zur Behandlung von Makula-Ödemen nach Zentralvenenverschluss der Netzhaut (ZVV) beantragt worden. Basis seien positive Studiendaten. Das Mittel ist einer der neuen Hoffnungsträger im Bayer-Pharmageschäft. In Japan wurde das Mittel für die Behandlung der feuchten altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD) bereits im September 2012 zugelassen.
Commerzbank-Tochter bestätigt Prognose
Die Commerzbank-Tochter comdirect liegt im Plan. Deren Chef Thorsten Reitmeyer bekräftigte seine Prognose für das Jahresergebnis. Demnach soll das Ergebnis in der zuvor angepeilten Spanne von 85 bis 90 Millionen Euro liegen. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sprach Reitmeyer von "einem guten Jahr..., auch wenn wir den Rekord von 2011 nicht erreichen". Das Zinsergebnis habe unter der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank gelitten. Auch das Provisionsergebnis im Wertpapierhandel fiel niedriger aus als 2011. "Das mag auch damit zusammenhängen, dass die Angst um Griechenland und den Euro kleiner war", so Reitmeyer weiter.
China will bei Daimler einsteigen
Nach dem Rückzug von Daimlers größtem Einzelinvestor Aabar aus Abu Dhabi könnte der Autobauer laut einem Zeitungsbericht seinen nächsten Großaktionär in China gefunden haben. Wie die staatliche chinesische Zeitung People's Daily schreibt, will der Staatsfonds China Investment Cooperation (CIC) vier bis zehn Prozent der Daimler-Anteile kaufen. Diese hätten einen Marktwert von 1,8 bis 4,5 Milliarden Euro.
Meilenstein für Evotec
Das Biotechnologie-Unternehmen Evotec erweitert seine Kooperation mit der AstraZeneca-Tochter MedImmune. Die Zusammenarbeit auf dem Gebiet Diabetes und Betazellregeneration werde bis Ende 2013 fortgesetzt. Die beiden Unternehmen hatten 2010 eine Lizenz- und Kooperationsvereinbarung zur Behandlung von Diabetes geschlossen. Inzwischen wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht, der Evotec eine halbe Million Euro einbringt und gleichzeitig die Partnerschaft verlängert. Zudem wurde das gemeinsame Forschungsteam erweitert und Evotec wird zusätzliche Forschungszahlungen für die Durchführung von In-Vitro- und In-Vivo-Experimenten erhalten.
Neuer Zoff bei Metro
Media-Saturn-Mitgründer Erich Kellerhals attackiert erneut den Mutterkonzern Metro. Metro-Chef Olaf Koch verstehe nicht viel vom Handel, behauptet Kellerhals. „Koch will mich enteignen, indem er meine Mitspracherechte durch juristische Spitzfindigkeiten auszuhöhlen versucht", sagte Kellerhals dem Nachrichtenmagazin Focus. Außerdem sprach er dem Metro-Chef die Kompetenzen ab: "Herr Koch versteht etwas von Finanzen, aber nichts von Handel. Er hat keine zukunftsweisende Strategie, sondern will nur noch sparen, sparen und nochmals sparen."
Höheres Kursziel für SAP
Die Experten der Deutschen Bank rechnen damit, dass der Software-Hersteller die eigenen Ziele für 2015 in diesem Jahr anheben wird. Daher wird das Kursziel von 65,00 auf 73,00 Euro angehoben. Weniger Zuversicht strahlt die UBS aus. Die Schweizer senken die Aktie auf "Neutral". Die Investitionen der SAP-Kunden dürften in diesem Jahr ähnlich stark zulegen wie 2012m das Kurspotenzial sei aber begrenzt. Aussagen von Co-Konzernchef Jim Hagemann Snabe gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung über ein erwartetes starkes Umsatzwachstum durch die Öffnung des chinesischen Marktes werteten Händler als "kursstützend, aber nicht neu".
Rallye bei Solarworld
Solarworld-Aktien setzen bei kräftigen Umsätzen ihre zu Jahresanfang begonnene Erholungsrally fort. Sie stiegen um exakt 19 Prozent, nachdem sie seit Anfang Januar in der Spitze bereits mehr als 47 Prozent gewonnen hatten. Positiv wirkten Händlern zufolge Berichte über eine weiter lebhafte Nutzung von Solarstrom in Deutschland.
Neue Forderungen an ThyssenKrupp
Der Stahlkonzern ThyssenKrupp gerät nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung in den Fokus. Demnach klagen nun auch Kommunen auf Schadensersatz durch ThyssenKrupp wegen des 2011 aufgeflogenen Kartells "Schienenfreunde". Über Jahre sollen zahlreiche Hersteller von Schienen und Weichen, unter ihnen auch ThyssenKrupp, Preise zum Schaden der Deutschen Bahn und kommunaler Nahverkehrsbetriebe abgesprochen haben. Ein Händler sagte dazu: "Es gab bereits einige Berichte, in denen es hieß, dass Thyssen allein mehr als 400 Millionen Euro Schadensersatz an die Deutsche Bahn zahlen müsse. Neue Forderungen dürften nun hinzukommen, was sich negativ auf den Kurs auswirken sollte
Neues Rückkaufprogramm bei United Internet
United Internet will aus dem eigenen Bestand 15 Millionen Aktien einziehen und das Grundkapital entsprechend von 215 auf 200 Millionen Euro herabsetzen. Nach dem Einzug der 15 Millionen Aktien verfügt die Gesellschaft noch über 5.662.202 eigene Anteilspapiere. Wie das im TecDax notierte Unternehmen mitteilte, hat der Vorstand ein neues Aktienrückkaufprogramm aufgelegt. Hierbei sollen weitere fünf Millionen Papiere über die Börse erworben werden. Das entspricht 2,50 Prozent des herabgesetzten Grundkapitals.
(Mit Material von dpa-AFX)
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