DAX auf Vortagesniveau: Commerzbank, Deutsche Börse, Deutsche Telekom, E.on, RWE, Rheinmetall, Symrise, ThyssenKrupp und US-Konjunktur im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt hält sich am Donnerstag stabil. Nach der jüngsten Kursrallye geht der DAX nahezu unverändert aus dem Handel. Sorgen bereitet vor allem das Thema Fiskalklippe. Langsam geht den Verhandlungsparteien in den USA die Zeit aus, um noch einen Kompromiss im laufenden Jahr zu erzielen, hieß es in einem Morgenkommentar der National-Bank. Ansonsten dürften sich einem Börsianer zufolge die Anleger für den großen Verfall an den Terminmärkten am morgigen Freitag positionieren.
US-Daten im Blick
In den USA ist der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren im November wie erwartet gefallen. Im Monatsvergleich habe der Index um 0,2 Prozent nachgegeben. Dies entsprach den Prognosen von Volkswirten. Im Vormonat war der Index noch um 0,3 Prozent gestiegen. Zudem sind im November überraschend viele bestehende Häuser verkauft worden. Auf Monatssicht seien die Verkäufe um 5,9 Prozent auf 5,04 Millionen Häuser geklettert. Volkswirte hatten nur mit einem Anstieg um 2,3 Prozent gerechnet. Im Oktober waren die Verkäufe noch um revidierte 1,5 (zunächst 2,1) Prozent gestiegen.
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Commerzbank: Unterstützung muss halten
Gestern glückte der Commerzbank-Aktie endlich der Ausbruch aus dem seit Februar intakten Abwärtstrend. Im heutigen Handel dürfte es bergab gehen. Grundsätzlich sind Gewinnmitnahmen nach einer derart starken Performance wie bei der Commerzbank-Aktie üblich und charttechnisch auch als gesund zu werten. Unterschreitet der Kurs jedoch eine wichtige Chartmarke, würde sich das Chartbild wieder erheblich eintrüben.
Deutsche Börse im Blick
Die Aktien der Deutschen Börse rücken in den Fokus der Marktteilnehmer, nachdem bekannt wurde, dass die US-Rohstoffbörse IntercontinentalExchange (ICE) derzeit Übernahmegespräche mit dem Börsenbetreiber NYSE Euronext führt. Wie das Wall Street Journal und die Nachrichtenagentur Bloomberg berichteten, bietet sich die NYSE der ICE zum Kauf an. Die Papiere der NYSE Euronext hatten im nachbörslichen US-Handel bereits um bis zu 21 Prozent zugelegt. Einem Händler zufolge könnten die Meldungen die Spekulationen um weitere Fusionen oder Übernahmen in der Branche anheizen und damit auch die Stimmung gegenüber den Titeln des deutschen Börsenbetreibers verbessern.
Obermann verlässt Deutsche Telekom
René Obermann, Vorstandschef der Telekom, wird das Unternehmen Ende des kommenden Jahres verlassen. Er habe den Aufsichtsrat um Entbindung von seinen Aufgaben als Vorstandsvorsitzender gebeten, heißt es in der Meldung. Der Aufsichtsrat habe dem Wunsch entsprochen. Stichtag ist der 31. Dezember 2013. Gründe für den Rückzug wurden nicht bekannt. Obermann folgt zum 1. Januar 2014 Finanzvorstand Timotheus Höttges nach. Bereits zum 1. Januar 2013 wird er stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Konzerns.
E.on findet neuen Partner
Deutschlands größter Energieversorger E.on hat mit einem zur schwedischen Investmentfondsgesellschaft EQT gehörenden Infrastrukturfonds Verträge über ein Joint Venture abgeschlossen. Das Gemeinschaftsunternehmen soll demnach 100 Prozent der Anteile an der Abfall-Tochter E.on Energy from Waste halten, die bisher zu komplett in den Händen von E.on war.
Sparprogramm spaltet RWE
Dem Handelsblatt zufolge steht dem Chef des Versorgers, Peter Terium, eine harte Auseinandersetzung mit der Belegschaft über sein Sparprogramm "RWE 2015" bevor. Die Sache könnte die Stimmung beim Energieversorger negativ beeinflussen, meinte ein Händler.
Symrise kooperiert in Schweden
Der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise geht mit dem schwedischen Biotechnologie-Unternehmen Probi eine Forschungskooperation ein. Schwerpunkt wird die Entwicklung von Inhaltsstoffen für Mundpflegeprodukte sein. Probi sitzt in Lund und stellt probiotische Kulturen für Getränke, Milchprodukte und Nahrungsergänzungsmittel her. Damit setzten die Schweden im vergangenen Jahr 95 Millionen Kronen um.
Rheinmetall unter Druck
Eine Verkaufsempfehlung belastet die Aktie von Rheinmetall. Die Citigroup senkte ihre Empfehlung für die Anteile an dem Rüstungskonzern und Autozulieferer von "Neutral" auf "Sell", hob aber das Kursziel von 33,50 auf 35,00 Euro an. Nach Ansicht von Citigroup-Analyst Jeremy Bragg steht Rheinmetall wegen des anhaltend schwachen Rüstungsmarkts sowie der nachlassenden Dynamik im europäischen Autosektor vor einem schwierigen Jahr. Die Konsensschätzungen könnten sich beim Gewinn je Aktie 2013 und 2014 um mehr als zehn Prozent zu hoch erweisen. Das Kursziel habe er aufgrund eines veränderten Bewertungshorizontes aber erhöht
ThyssenKrupp unter Druck
Im vorbörslichen Handel gerät die Aktie von ThyssenKrupp unter Verkaufsdruck. Die Deutsche Bahn hatte laut "Süddeutscher Zeitung" beim Landgericht Frankfurt Schadenersatzklage gegen den Stahlkonzern und andere Unternehmen des sogenannten Schienenkartells eingereicht. Die Absprachen hatten jahrelang überhöhte Preise für Gleise und Weichen zur Folge.
(Mit Unterstützung von dpa-AFX)
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