DAX nicht zu stoppen: Air Berlin, Beiersdorf, Bertrandt, Carl Zeiss Meditec, Commerzbank, Constantin, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, EADS, EZB, Sky Deutschland, Talanx und ThyssenKrupp im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt erreichte am Donnerstag ein neues 12-Monats-Hoch. Selbst der verhaltene Ausblick der EZB (siehe unten) konnte dem Markt nichts anhaben. Zur Schlussglocke notierte der DAX rund ein Prozent höher bei 7.535 Punkten. Unterstützung erhält der deutsche Leitindex von den US-Börsen, die am Vorabend eine solide Entwicklung nahmen. In den Fokus dürften heute vor allem die Zinsentscheidungen in Europa inklusive der anschließenden Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank(EZB).
![]() |
DER AKTIONÄR auf Facebook |
Weniger Passagiere bei Air Berlin
Die Fluggesellschaft Air Berlin hat im November bei stark reduziertem Flugangebot erneut die Auslastung ihrer Flugzeuge verbessert. 76,9 Prozent der Sitze waren besetzt, das sind 2,7 Prozentpunkte mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Allerdings stiegen nur knapp 2,1 Millionen Menschen an Bord der rot-weißen Maschinen und somit 8,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn versucht, das Unternehmen nach jahrelangen Verlusten durch die Streichung unrentabler Verbindungen zu sanieren. Dazu gehört auch eine Verkleinerung der Flotten.
Beiersdorf erhöht Umsatzprognose
Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf erhöht wegen gut laufender Geschäfte in seiner Pflegesparte rund um die Marke Nivea erneut seine Umsatzprognose. Sowohl im Gesamtkonzern als auch im Pflegebereich Consumer soll der Umsatz in diesem Jahr vermutlich um mehr als vier Prozent zulegen. Bislang war der Konzern von einem Wachstum von drei bis vier Prozent ausgegangen.
Bertrandt schafft viele neue Jobs
Die Nachfrage nach neuen Technologien hat dem Autodienstleister Bertrandt ein starkes Ergebnis beschert. Im Geschäftsjahr 2011/2012 (30.9.) legte das Ergebnis nach Ertragssteuern von rund 42 Millionen Euro im Vorjahr auf 51,7 Millionen Euro zu. Die Erlöse kletterten um mehr als 23 Prozent auf 709,3 Millionen Euro. Wegen der guten Entwicklung stellte der Konzern im zurückliegenden Geschäftsjahr kräftig ein: Insgesamt wurden mehr als 1.300 neue Arbeitsplätze geschaffen.
Carl Zeiss wächst schnell
Der Medizintechnikanbieter Carl Zeiss Meditec will im laufenden Geschäftsjahr 2012/2013 mindestens so schnell wie die Branche wachsen. Mit zweistelligen Wachstumsraten bei Umsatz und operativem Ergebnis konnten die Jenaer auch im vergangenen Geschäftsjahr (Ende: 30. September 2012) deutlich zulegen. Zu der Entwicklung hätten alle Geschäftseinheiten und Regionen beigetragen, sagte Unternehmenschef Ludwin Monz. Unter dem Strich steigerten die Jenaer ihren Überschuss im Vergleich zum Vorjahr von 66,9 Millionen auf 71,9 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 13,6 Prozent auf 861,9 Millionen Euro.
Commerzbank: So hoch kann es gehen
Gestern glückte der Commerzbank-Aktie die Zurückeroberung der charttechnisch bedeutenden Marke von 1,40 Euro. Nun wäre der Weg nach oben vorerst frei. DER AKTIONÄR zeigt auf, auf welche Marken Anleger nun achten sollten.
Keine Manipulation bei der Deutschen Bank
In einem bereits dementierten Bericht wies die Financial Times auf angeblich verschleierte Verluste während der Finanzkrise bei der Deutschen Bank hin. Auf die Notierung des deutschen Branchenprimus hatte dies jedoch keinen negativen Effekt. Ein Börsianer wertete die Geschichte unter dem Strich als alten Hut. Der "Financial Times" zufolge werfen drei frühere Mitarbeiter der Bank vor, dass sie auf dem Höhepunkt der Finanzkrise Verluste von bis zu 12 Milliarden US-Dollar bei komplizierten Finanzgeschäften verschleiert hat und nur so einer drohenden Staatshilfe entgangen ist. Das Institut weist die Vorwürfe zurück.
Großer Jobabbau bei Telekom befürchtet
Der Bonner Konzern will unbestätigten Medienberichten zufolge bis zu 12.000 Arbeitsplätze in Deutschland und den Servicesparten streichen. Details zu dem Thema dürften im Tagesverlauf im Rahmen des ein Kapitalmarkttags des DAX-Konzerns bekanntgegeben werden.
Neue Aktionärsstruktur bei EADS
Die Verhandlungen um die künftige Aktionärsstruktur beim europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS sind beendet. In Zukunft wird Deutschland mit einem Anteil von zwölf Prozent zum dritten staatlichen Großaktionär. Auch Frankreich wird künftig zwölf Prozent halten, Spanien vier Prozent. Hingegen werden der Autobauer Daimler sowie die französische Lagardère-Gruppe ihre Anteile "weitgehend reduzieren". Der Streubesitz wächst somit von knapp 50 auf mehr als 70 Prozent. "Wir vollziehen damit die wichtigste Änderung seit der Gründung von EADS vor mehr als zwölf Jahren", sagte EADS-Chef Tom Enders am Mittwochabend. Er sehe darin eine Normalisierung und Vereinfachung der Konzernführung.
EZB senkt Prognosen
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Wachstums- und Inflationsprognosen gesenkt. Konjunkturell geht sie nun sowohl für das laufende Jahr als auch für 2013 von einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung aus. Für 2012 rechnet die Notenbank mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um durchschnittlich 0,5 Prozent. Bisher hatte die Notenbank mit einem Minus von 0,4 Prozent gerechnet. Für 2013 wird eine Rate von minus 0,3 Prozent erwartet, nachdem bislang ein Wachstum um 0,5 Prozent genannt worden war. Erstmals nannte die EZB auch eine Schätzung für 2014. Sie taxiert die Wachstumsrate auf 1,2 Prozent, allerdings innerhalb einer großen Bandbreite von 0,2 bis 2,2 Prozent. Ebenfalls reduzierte die Notenbank ihre Inflationsprognosen. Demnach dürfte sich die Teuerung von 2,5 Prozent im laufenden Jahr spürbar auf 1,6 Prozent im kommenden Jahr abschwächen. Bisher war die EZB von einer Abschwächung auf 1,9 Prozent ausgegangen. Für 2014 wird eine noch geringere Rate von 1,4 Prozent erwartet.
Negativer Analystenkommentar belastet Sky
Experte Thomas Singlehurst von der US-Bank Citigroup hat sein Kursziel für die Sky-Aktie zwar ein gutes Stück angehoben, den Titel aber abgestuft. Singlehurst sieht das Kursziel nun bei 4,30 Euro nach 3,80 Euro. Das Rating für die Aktie lautet "Neutral" statt zuvor "Kaufen". Die PayTV-Senderkette stehe fundamental gut da, schrieb der Analyst in einer Studie vom Donnerstag. Nach den besser als erwartet ausgefallenen Zahlen zum dritten Quartal habe er seine mittelfristigen Schätzungen erhöht. Die Abstufung begründete er mit dem mittlerweile ausgewogenen Chance-/Risikoverhältnis.
Talanx übernimmt für Constantin Medien
Der erst im Oktober an die Börse gegangene Talanx kann einen weiteren Karriereschritt am Finanzmarkt verbuchen: Die Aktien des Versicherungskonzerns werden zum 27. Dezember in den SDAX aufgenommen. Den Platz räumen dafür muss die Constantin Medien AG.
ThyssenKrupp entlässt halben Vorstand
ThyssenKrupp-Vorstandschef Heinirch Hiesinger hat drei seiner Vorstandskollegen vor die Tür gesetzt. Der Grund: Korruptionsvorwürfe und die hohen Verluste in der Sparte Steel Americas. Mit Edwin Eichler, Olaf Berlien und Jürgen Claassen sollen gleich drei der sechs Vorstände den Industriekonzern zum Jahresende verlassen. Damit zieht Deutschlands größter Stahlkonzern Konsequenzen aus dem Milliardendebakel beim Bau von Stahlwerken in Brasilien und den USA sowie der Aufdeckung einer Reihe von Korruptionsfällen.
(Mit Unterstützung von dpa-AFX)
Leserkommentare
Die Kommentarfunktion wird moderiert. Die Moderation liegt alleine bei der Börsenmedien AG. Kritische Diskussionen sind erwünscht, persönliche Beleidigungen hingegen werden entfernt.
Disqus ist ein Online-Dienst und wird von der Big Head Labs, Inc. aus San Francisco in den USA zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden sind in den Börsenmedien-Datenschutzbestimmungen zu finden.
Aktien-Reports
Weitere Artikel zum Thema
Wenn man jemanden fragt, ob er einen Cappuccino trinken – oder zum gleichen Preis lieber einige Tausend Euro pro Jahr verdienen möchte, wird er sich vermutlich für den Zusatzverdienst entscheiden. Tatsächlich aber tun die meisten das Gegenteil, sie trinken lieber Cappuccino als Geld zu verdienen. Dabei ist es so einfach. Entscheiden Sie sich jetzt richtig....mehr |
Nach zwölf Gewinntagen in Folge war vorerst Schluss mit der Rallye beim DAX. Der größte Tagesverlust seit Langem beim japanischen Nikkei verstimmte auch die deutschen Anleger. ...mehr |
China hat den DAX ausgebremst. Schwache Wirtschaftsdaten aus dem Reich der Mitte haben den DAX einknicken lassen. Ist die Rallye damit vorbei? DER AKTIONÄR hat die Top-Experten Folker Hellmeyer, Max Otte, Robert Halver, Wieland Staud und Hendrik Leber gefragt. Im neuen AKTIONÄR sagen sie, was sie jetzt tun. Außerdem im neuen AKTIONÄR: Eine Investmentchance, die fast zu gut ist, um wahr zu sein....mehr |
Die Rallye-Bewegung des DAX mit zwölf Gewinntagen in Folge hat am Donnerstag ein Ende gefunden. Nun könnte ein Test des Ausbruchsniveaus anstehen. ...mehr |
Nach zwölf Gewinntagen in Folge scheint die Rekordfahrt des DAX vorerst eine Pause zu machen. Mehr als zwei Prozent fällt der wichtigste deutsche Aktienindex. Grund sind massive Kursverluste in Japan, nachdem China enttäuschende Konjunkturdaten veröffentlicht hatte....mehr |
























