DAX schließt über 7.400: Carl Zeiss Meditec, Commerzbank, Daimler, Hamburger Hafen, KWS Saat, Qiagen, Praktiker, Siemens, US-BIP und Volkswagen im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt tendiert am Donnerstag freundlich. Gegen Mittag legt der DAX rund 0,7 Prozent zu und notiert auf Höhe der Marke von 7.400 Zählern. Neben guten Vorgaben aus Asien sorgen Nachrichten aus den Vereinigten Staaten für Rückenwind. Am Vorabend äußerte US-Präsident Barack Obama die Hoffnung, das Budget-Thema noch vor Weihnachten abhaken zu können. Der von der US-Notenbank Fed veröffentlichten Konjunkturbericht "Beige Book" hatte dagegen kaum bewegt. In Deutschland ist im November die Zahl der Arbeitslosen bei 2,751 Millionen gefallen. Dies sind zwar 2000 weniger als im Oktober, aber 38.000 mehr als im November vorigen Jahres, wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Damit fiel die Herbstbelebung deutlich geringer aus üblich.
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Satte Dividendenerhöhung bei Carl Zeiss
Der Medizintechnik-Konzern Carl Zeiss Meditec will nach einem Gewinnanstieg im Geschäftsjahr 2011/2012 seine Dividende um ein Drittel erhöhen. Nach 0,30 Euro im Vorjahr sollen nun 0,40 Euro je Stückaktie ausgezahlt werden. Unter dem Strich steigerten die Jenaer ihren Überschuss im Vergleich zum Vorjahr von 66,9 Millionen auf 71,9 Millionen Euro. Beim Umsatz profitierte Zeiss Meditec von positiven Wechselkurseffekten und steigerte den Erlös um 13,6 Prozent auf 861,9 Millionen Euro.
Commerzbank: Droht weiteres Ungemach?
Die Aktie der Commerzbank ist erneut am Versuch gescheitert, die charttechnisch wichtige Marke von 1,38 Euro zu überwinden. Auch aus fundamentaler Sicht gibt es keine positiven Nachrichten. Im Gegenteil, ein Experte warnt vor weiterem Ungemach.
Analysten senken Daumen bei Daimler
Die Experten von Morgan Stanley stufen die Aktie von Daimler in ihrer jüngsten Studie mit "Underweight" ein. Analyst Stuart Pearson erwartet 2013 eine vergleichsweise schwache Entwicklung in China und auch bei den Barmittelzuflüssen. Er rechnet zudem mit einer Kürzung der Dividende für 2012 auf 2,00 Euro und für 2013 auf 1,70 Euro je Aktie. Sein Kursziel beträgt 39 Euro.
HHLA gibt Rabatte
Der Hamburger Hafen senkt die Anlaufkosten für große Containerschiffe. Solange die Elbe nicht vertieft ist, soll das Hafengeld bei einer Schiffsgröße von 110.000 BRZ (Bruttoraumzahl) gedeckelt werden, wie der Senat am Donnerstag mitteilte. Besonders großen Schiffen mit mehr als 360 Metern Länge soll zudem ein Rabatt von 1.500 Euro gewährt werden, bei mehr als 390 Metern Länge sogar von 3.000 Euro. Auch besonders umweltfreundlichen Schiffen sollen zusätzliche Rabatte gewährt werden.
KWS Saat steigert Umsatz
Das Saatzuchtunternehmen KWS Saat konnte im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2012/2013 seinen Umsatz um 22 Prozent auf 113,1 Millionen Euro ausbauen. Das Betriebsergebnis stagnierte bei minus 22,2 Millionen Euro. Finanzvorstand Hagen Duenbostel peilt auf Jahressicht ein Umsatzwachstum in der Gruppe von rund zehn Prozent (Vorjahr 986,3 Millionen Euro) an. Die EBIT-Marge dürfte bei gut elf Prozent liegen.
Qiagen erobert chinesischen Markt
Das Biotechnologie-Unternehmen Qiagen kommt bei seiner Expansion in Asien weiter voran. Qiagen kann einen weiteren Test zur Erkennung von Viren, die Gebärmutterhalskrebs verursachen, nun auch in China verkaufen. Die chinesische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (SFDA) habe den sogenannten careHPV-Test sowie die entsprechende Instrumentenplattform zur Vermarktung in China zugelassen. Das careHPV-System wird voraussichtlich ab Januar 2013 in China verfügbar. Im weiteren Verlauf des Jahres 2013 sollen Indien und weitere Schwellenländern folgen.
Praktiker legt Ausgabepreis fest
Die angeschlagene Baumarktkette Praktiker hat den Preis für die im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgeben neuen Aktien festgesetzt. Jede Aktie solle 1,08 Euro kosten. Mit rund 55,6 Millionen Papieren sollen beinahe so viele Aktien platziert werden, wie derzeit im Umlauf sind. Praktiker will so rund 60 Millionen Euro erlösen. Mit dem Geld soll ein Großteil der Märkte auf die ertragreichere Konzernmarke Max Bahr umgeflaggt werden.
Siemens kauft in Großbritannien zu
Siemens verstärkt mit einer Milliardenübernahme sein Bahngeschäft. Der Münchner Elektrokonzern kauft für umgerechnet 2,2 Milliarden Euro die Bahnautomatisierungssparte Invensys Rail der Invensys-Gruppe. Die Briten sind auf softwarebasierte Signal- und Leittechnik für den Schienenverkehr spezialisiert. Zugleich sucht Siemens einen Käufer für das Geschäft mit Systemen zur Gepäckabfertigung, Brief- und Paketsortierung, in dem etwa 3.600 Mitarbeiter beschäftigt sind. "Mit diesen beiden Transaktionen fokussieren wir unsere Kernaktivitäten", erklärte Spartenleiter Roland Busch.
Volkswagen baut Kooperation in China aus
Volkswagen will seine Kooperation mit dem chinesischen Autohersteller First Automotive Works (FAW) deutlich früher als bisher erwartet verlängern. In dem Joint Venture sind seit 1991 bereits mehr als sechs Millionen Autos gebaut worden. Zudem hoben die Analysten von Morgan Stanley das Kursziel für den Autobauer von 185,00 auf 205,00 Euro angehoben.
(Mit Unterstützung von dpa-AFX)
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