Griechenland-Entscheidung schiebt DAX an: Bayer, Commerzbank, DAX, Immobilientitel, Nordex, Praktiker, Sky Deutschland und United Internet im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt tendiert am Dienstag freundlich. Gegen Mittag notiert der DAX rund 0,7 Prozent fester bei 7.342 Punkten. Der freundliche Trend basiert vor allem auf der Einigung der Geldgeber auf weitere Hilfszahlungen an Griechenland. Eurostaaten, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationale Währungsfonds (IWF) verständigten sich darauf, dass 34,4 Milliarden Euro der insgesamt vereinbarten 44 Milliarden Euro noch im laufenden Jahr fließen, um eine drohende Staatspleite abzuwenden. Ein Schuldenschnitt wurde nicht vereinbart. Für frische Impulse dürften am Nachmittag folgen aus den USA einige wichtige Konjunkturdaten.
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Bayer erhält EU-Zulassung
Der Pharmakonzern Bayer darf sein Augenmedikament Eylea künftig auch in der Europäischen Union vermarkten. Demnach hat die EU-Kommission die Arznei zur Behandlung der feuchten altersbedingten Makula-Degeneration zugelassen, die als eine der häufigsten Ursachen für Erblindung gilt. Noch in diesem Jahr will das Unternehmen auch die Zulassung des Mittels für die Indikation "Zentralvenenverschluss der NetzhautÆ in Europa beantragen.
Hoffnungsschimmer bei Commerzbank
Nach der erneuten Rettung Griechenlands dürfte die Aktie der Commerzbank deutlich fester in den heutigen Handel starten. Dadurch könnte es zu einem weiteren Versuch kommen, die wichtige Marke von 1,38 Euro zurückzuerobern und eine nachhaltige Erholung zu starten.
DAX bald bei 8.000?
Die Deutsche Bank hat das Jahresendziel für den Dax für das Jahr 2013 auf 8.000 Punkte festgesetzt. Die Hoffnung auf weitere Eingriffe der Zentralbanken sollte den Aktienmarkt unterstützen, schrieb Stratege Lars Slomka in einer aktuellen Studie. Die Anleger hätten mehr Angst davor, die nächste Rally zu verpassen als vor einem Ausverkauf. Zudem gehe von konjunkturellen Leitindikatoren mittlerweile mehr positives Überraschungspotenzial als Risiken aus.
Immobilientitel legen zu
Deutsche Wohnen und GSW Immobilien zählen zu den Gewinnern am Dienstag. Analystin Bianca Riemer von Morgan Stanley hob beide Immobilientitel auf "Overweight", da sehr geringe Finanzierungskosten neuer Schulden bei Zukäufen besonders deutliche Gewinnsteigerungen zur Folge hätten. Dies habe sie nun in ihrer Bewertung mit geringeren Abschlägen gegenüber dem Buchwert berücksichtigt.
Nordex fasst Fuß in Südafrika
Der Windanlagenbauer Nordex hat einen zweiten Auftrag für die Errichtung eines Windparks in Südafrika erhalten. Das Unternehmen liefert 32 Turbinen für den Bau des 80 Megawatt-Windparks "Red Cap Kouga". Der Auftrag soll ein Volumen von rund 80 Millionen Euro haben. Nordex hatte zu Monatsbeginn bereits einen Auftrag für die Errichtung eines Windparks mit 100 Megawatt bekommen und damit den Markteintritt in dem südafrikanischen Land geschafft
Sky Deutschland vor Indexaufnahmen
Die Aktie von Sky Deutschland wird aller Voraussicht nach im Dezember in den Stoxx Europe 600 aufgenommen werden. Damit dürfte die Nachfrage nach dem Titel weiter zulegen. Im marktbreiten Benchmark-Index Stoxx Europe 600 wird laut der französischen Bank BNP Paribas die Aufnahme von insgesamt acht Unternehmen erwartet. Unter ihnen befindet sich sehr wahrscheinlich auch der Bezahlfernseh-Sender Sky Deutschland. Entnommen werden dagegen wohl gleich drei deutsche Unternehmen: Der Sportartikelhersteller Puma, der Chemiekonzern Wacker Chemie und der Autozulieferer Leoni.
Praktiker darf Kapital erhöhen
Die angeschlagene Baumarkt-Kette Praktiker hat grünes Licht für ihre geplante Kapitalerhöhung im Umfang von 60 Millionen Euro erhalten. Das Oberlandesgericht (OLG) Saarbrücken hat den Freigabeanträgen von Praktiker stattgegeben. Die Gegner in dem Verfahren hätten zuvor eine Freigabe anerkannt und auch ihre Befangenheitsanträge gegen den zuständigen 1. Zivilsenat des OLG zurückgezogen. In der vergangenen Woche hatte Praktiker angekündigt, die geplante Kapitalerhöhung werde von der Beteiligungsgesellschaft Donau Invest und der Berenberg Bank gestemmt, soweit die übrigen Aktionäre nicht von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen.
Höheres Kursziel für United Internet
Die Privatbank Berenberg hat das Kursziel für United Internet von 18,00 auf 20,00 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Er habe seine langfristigen Prognosen für das DSL-Geschäft angehoben, schrieb Analyst Usman Ghazi. Die Sparte erwirtschafte innerhalb des Konzerns einen überdurchschnittlich hohen operativen Free Cashflow. Ferner ebne die niedrige Verschuldung des Internetdienstleisters den Weg für Aktienrückkäufe, zumal die Titel niedrig bewertet seien.
(Mit Unterstützung von dpa-AFX)
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