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DAX schließt erneut mit deutlichen Gewinnen: Celesio, Commerzbank, Delticom, Grammer, OHB Technology, RWE, Siemens, ThyssenKrupp, United Internet und Vossloh im Fokus

Steffen Eidam

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Der deutsche Aktienmarkt setzt auch am Donnerstag seinen Aufwärtstrend fort. Zur Schlussglocke notiert der DAX rund 0,8 Prozent höher bei 7.245 Punkten. Die Waffenruhe im Nahen Osten hielt den Stimmungspegel nach bislang durchweg positivem Wochenverlauf oben. Zudem besorgte sich Spanien problemlos frisches Kapital. Erstmals seit 13 Monaten ist in China der Stimmungsindikator der Einkaufsmanager in der Industrie wieder knapp über die Expansionsschwelle von 50 Punkten gestiegen und liefert damit Hinweise auf ein Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe. Indes bleiben die Impulse aus den USA wegen des Thanksgiving-Feiertages aus. Wichtige Konjunkturdaten waren auf den Vortag vorgezogen worden.

Celesio sucht Ersatz

Wie die  Financial Times Deutschland berichtet, hat Celesio-Chef Markus Pinger in mindestens einem Gespräch mit einer Investmentbank thematisiert, ob es im Notfall Ersatzaktionäre zum Mehrheitsaktionär Haniel geben würde. Der Vorstoß von Pinger sei das Ergebnis der schwachen Finanzlage Haniels mit hohen Schulden, hieß es in dem Bericht. Haniel selbst dementierte gegenüber der Zeitung allerdings, dass Pinger entsprechend sondiert.

Commerzbank unter der Lupe

Die Experten von Morgan Stanley haben die Aktie der Commerzbank noch einmal näher runter die Lupe genommen. Ihr Anlageurteil fällt allerdings weiterhin eher trüb aus: Sie halten die Anteile von Deutschlands zweitgrößter Privatbank immer noch für zu teuer.

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Daumen runter für Delticom

Die Deutsche Bank hatte die Delticom-Aktie von "Hold" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 46,00 auf 28,00 gesenkt. Der Wettbewerb habe im Kernmarkt des Online-Reifenhändlers deutlich zugenommen, schrieb Analyst Tim Rokossa in einer Studie. Daher müssten Kunden mit Kaufanreizen gelockt werde, was die Margen belaste. Diese strukturellen Bedenken überwögen das technisch bedingte Erholungspotenzial der Papiere.

E.on-Tochter so gut wie verkauft

Der Konzernumbau von E.on schreitet weiter voran. Thüringens sozialdemokratischer Wirtschaftsminister Matthias Machnig hält die geplante Übernahme von E.on Thüringen durch mehrere thüringische Kommunen bis zum Jahresende für machbar. Machnig sprach von einem ambitionierten Zeitplan, der jedoch denkbar sei. Aktuell hält E.on noch einen Anteil von 53 Prozent an E.on Thüringen. 

Grammer prüft Lieferanten

Der Autozulieferer Grammer fühlt seinen eigenen Lieferanten stärker auf den Zahn. Damit in den erneut rauen Zeiten keine wichtigen Betriebe plötzlich wegbrechen, müssen die Lieferanten auch finanziell ordentlich dastehen. "Das spielt mittlerweile eine ziemlich große Rolle", sagte Grammer-Chef Hartmut Müller der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Innovationskraft und technisches Know-How reichen dem SDax-Konzern als Kriterien heute nicht mehr aus.

OHB: Rückenwind dank Konferenz

In dieser Woche wurde auf der ESA-Ministerratskonferenz in Neapel beschlossen, dass die Trägerrakete Ariane 5 modifiziert wird. Von diesem Upgrade profitiert besonders OHB. Denn der Raumfahrtkonzern erzielt fast ein Viertel seiner Umsätze mit Bauteilen für die Ariane 5. Entsprechend erfreut ist OHB-Chef Marco Fuchs: "Die auf der ESA-Ministerratskonferenz in Neapel getroffenen Beschlüsse stellen eine sehr gute Basis für die Entwicklung der europäischen Raumfahrt in den nächsten Jahren dar. Das beschlossene Gesamtvolumen von gut zehn Milliarden Euro ist ein großer Erfolg. Besonders hervorheben möchte ich die positive Entscheidungen für sowohl die Ariane 5 ME als auch die Ariane 6, und zum neuen Projekt Electra, einem voll elektrisch angetriebenen Satelliten auf Basis der SmallGEO-Plattfom."

RWE investiert Milliarden

Der Energieversorger RWE investiert jährlich rund zwei Milliarden Euro in die Erweiterung und Modernisierung des RWE-Verteilnetzes, sagte der Chef der RWE Deutschland AG, Arndt Neuhaus. Das RWE-Verteilnetz umfasst rund 348.000 Kilometer vor allem in ländlichen Regionen in NRW, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Nötig sind die Investitionen auch aufgrund der geplanten Energiewende. Mit dem Ausbau dezentraler Photovoltaik und Windanlagen müssen die Netze zweiseitig nutzbar gemacht werden.

Siemens liefert Züge erst später

Der Münchner Technologiekonzern hat die Auslieferung der ersten acht ICE-Züge erneut verschoben. Ein genauer Termin steht wohl noch nicht fest. „Ursache dafür sind Probleme mit der Zugsteuerung, die in den vergangenen Wochen bei Testfahrten aufgetreten sind", erklärte Siemens am Mittwoch in München. Die Bahn reagierte empört. „Wir sind sehr entäuscht und verärgert, dass wir unseren Kunden durch die erneute Lieferverzögerung von Siemens wieder keine ausreichende Fahrzeugreserve in diesem Winter bieten können", sagte ein DB-Sprecher.

Verzögerungen bei ThyssenKrupp-Verkauf

Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung wird der Verkauf der neuen Stahlwerke von Thyssen-Krupp in Brasilien und in den USA länger dauern als gedacht. "Die Verhandlungen werden noch Monate in Anspruch nehmen", berichtet die Zeitung aus Aufsichtsratskreisen. Offenbar lägen die Preisvorstellungen der Interessenten und die von Thyssen-Krupp weit auseinander.

United Internet bleibt auf Kurs

United Internet steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten um 14,9 Prozent auf 1,77 Milliarden Euro und den operativen Gewinn (EBITDA) um 20,6 Prozent auf 335 Millionen Euro. Während der Umsatz besser als erwartet ausfiel, lag der Gewinn etwas darunter. Bei den Kundenzahlen gibt es hingegen keine zwei Meinungen: UI meldete für den Zeitraum insgesamt 860.000 Zugänge - Rekord. Der Bestand erhöhte sich damit auf 11,53 Millionen Kunden. Der Konzern bestätigte zudem die im Sommer wegen Abschreibungen auf die Tochter Sedo gesenkte Prognose.

Vossloh rudert zurück

Aufgrund zunehmend schwieriger Rahmenbedingungen hat der Verkehrstechnikkonzern Vossloh seine Prognose für das laufende Jahr eingegrenzt. Demnach soll der Umsatz 2012 bei rund 1,25 Milliarden Euro und der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei rund 100 Millionen Euro liegen. Vor rund vier Wochen hoffte das Unternehmen noch auf einen  Umsatz zwischen 1,25 und 1,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,2) und ein EBIT zwischen 100 und 110 Millionen Euro.

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