DAX erobert 7000er-Marke zurück - Turbulenzen bei Hochtief: Außerdem Celesio, Commerzbank, Daimler, Lufthansa, SAP und Sixt im Fokus
Nach der schwachen Entwicklung in der Vorwoche erobert der DAX am Montag die 7000er-Marke zurück. Gegen Mittag notiert der DAX rund 1,3 Prozent fester bei 7.040 Punkten. Die Anleger seien nach einem ersten Spitzengespräch im Weißen Haus etwas optimistischer, dass die USA ihre zum Jahresende drohende Fiskalklippe noch umschiffen können, erläuterte ein Marktstratege. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial war am Freitag zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Ende Juni abgerutscht, konnte sich im späten Handel aber knapp in die Gewinnzone retten. Der Future auf den Index gewann seit dem Xetra-Schluss vom Freitag mehr als ein Prozent hinzu und auch in Asien dominieren die Gewinner.
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Celesio plant Einkaufstour
Der Pharmagroßhändler Celesio will 2014 auch mit Zukäufen wieder in die Offensive gehen. 2014 werde man die "strategischen Projekte in der Breite ausrollen", sagte Finanzvorstand Marion Helmes der Börsen-Zeitung. Man wolle Wachstumsmöglichkeiten auch durch Akquisitionen intensiv nutzen. Abschreibungen im Rahmen der Veräußerung überteuert gekaufter Töchter belasten laut Helmes das Ergebnis 2012 mit insgesamt 300 Millionen Euro. Nach der Platzierung einer Unternehmensanleihe über 350 Millionen Euro vor wenigen Wochen will Helmes weiter an den Märkten aktiv sein. Der nächste Baustein sei die Refinanzierung der 2014 fällig werdenden Wandelschuldverschreibung über 350 Millionen Euro und eines Schuldscheins über rund 250 Millionen Euro.
Zukunft von Commerzbank-Jobs ungewiss
Noch ist nichts fix: Die Commerzbank wird offenbar nicht mehr im laufenden Jahr darüber entscheiden, ob man wirklich bis zu 6.000 Stellen abbauen wird. In den vergangenen Wochen berichteten bereits mehrere Zeitungen über mögliche Stellenstreichungen bei der Commerzbank. Die Wochenzeitschrift Die Zeit meldete etwa, dass 5.00 bis 6.000 Arbeitsplätze bedroht seien. Bestätigt hat dies der DAX-Konzern nicht. Nun hat der Chef der Privatkundensparte, Martin Zielke, in einem Interview mit der Berliner Zeitung erklärt, dass in diesem Jahr noch keine Entscheidung fallen wird, ob es tatsächlich zu einem Stellenabbau kommen wird.
Hochtief verliert Führungskräfte
Die Aktien von Hochtief reagierten mit marktkonformem Zuwachs zunächst nicht besonders auf die jüngsten Entwicklungen.Wie der vom spanischen ACS-Konzern kontrollierte Baukonzern Hochtief mitgeteilt hatte, wird Vorstandschef Frank Stieler, der noch nicht einmal anderthalb Jahre im Amt ist, "einvernehmlich" aus dem Vorstand ausscheiden. Nachfolger solle das spanische Vorstandsmitglied Marcelino Fernandez Verdes werden. Außerdem plane auch Aufsichtsratschef Manfred Wennemer sein Mandat zum Jahresende niederzulegen. Hintergrund der Wechsel an der Spitze soll ein Streit der Hochtief-Manager mit ACS über den künftigen Kurs des Unternehmens sein.
| Commerzbank Noch keine Entscheidung über Stellenabbau |
| DAX DAX-Konzerne geben zum Jahresende Vollgas |
| Lufthansa Breitseite vom Chef |
| Solarworld Solarworld-Aktie: Alles grün! |
Daimler erweitert Führungsteam
Der Autobauer Daimler will nach einem Spiegel-Bericht seine Konzernspitze um einen China-Experten erweitern. Der Vorstand des Stuttgarter Autokonzerns werde von sieben auf acht Mitglieder vergrößert. Ein Manager solle künftig das China-Geschäft steuern, berichtete das Nachrichtenmagazin am Sonntag vorab. Konzernsprecher Jörg Howe sagte dazu auf dpa-Anfrage: "Das sind Spekulationen, die wir grundsätzlich nicht kommentieren."
Lufthansa-Chef attackiert Politik
Lufthansa -Chef Christoph Franz hat der Politik vorgeworfen, die Luftverkehrsbranche schwer zu beschädigen. Nicht zuletzt wegen der Luftverkehrssteuer gebe es in Deutschland keine Passagier-Fluggesellschaft mehr, die Gewinn mache. "Wir werden nicht mehr als Wachstumsmotor für die Volkswirtschaft gesehen, sondern als Goldesel zur Abgabe von Steuern, als Emittent von Treibhausgasen und als Lärmquelle", klagte er gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FASZ). Aufgrund verschiedener politischer Entscheidungen erfahren deutsche Airlines inzwischen einen massiven Wettbewerbsnachteil. Franz wünscht sich zudem mehr Unterstützung bei Tarifauseinandersetzungen, denn Streiks könnten „ganze Industrien blockieren."
Optimismus bei SAP
Der Softwarekonzern SAP blickt weiter optimistisch nach vorn. Gegenüber der Online-Ausgabe von Euro am Sonntag erklärte der für die Cloud-Lösungen zuständige Vorstand Lars Dalgaard: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir mit unseren Cloud-Lösungen bereits 2014 und damit deutlich früher als geplant, eine positive operative Marge erreichen werden".
Europas größter Softwarehersteller sieht sich demnach ungeachtet des wachsenden konjunkturellen Gegenwinds im laufenden vierten Quartal auf Kurs.
Weniger Gewinn bei Sixt (Update)
Höhere Kosten und Investitionen in den Ausbau des Auslandsgeschäfts drücken den Gewinn von Deutschlands größtem Autovermieter Sixt . Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 1,3 Prozent auf 428 Millionen Euro, der Gewinn sank aber um acht Prozent auf 40,6 Millionen Euro vor Steuern. Firmenchef Erich Sixt sagte am Montag: "Alles in allem haben wir nach neun Monaten ein mehr als ordentliches Ergebnis erwirtschaftet." Für das Gesamtjahr 2012 stellte er einen höheren Umsatz und ein gutes Ergebnis in Aussicht. Der Ausbau des US-Geschäfts kommt laut Financial Times Deutschland schneller voran als geplant. Spätestens Anfang 2013 sollten in den Vereinigten Staaten neben eigenen Filialen auch erste Franchisestationen eröffnet werden. Das Unternehmen habe Pläne zum Aufbau eines Franchisenetzes bestätigt, wolle aber keine Details nennen. Ursprünglich sollten erst von 2015 an Franchisestationen eröffnet werden. Durch die vorgezogene Ergänzung der eigenen Stationen spare Sixt Investitionen in einstelliger Millionen-Höhe.
(Mit Unterstützung von dpa-AFX)
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