DAX schließt mit Verlusten: Commerzbank, Deutsche Post, Fuchs Petrolub, Lufthansa, Qiagen, QSC, Salzgitter und Siemens im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt geht am ersten Handelstag der Woche mit Verlusten aus dem Handel. Zur Schlussglocke notiert der DAX 0,5 Prozent tiefer bei 7.326 Punkten. Schwache Daten aus den USA haben die Stimmung in Deutschland eingetrübt. So sank der ISM-Index der US-Dienstleister im Oktober von 55,1 Punkten im Vormonat auf 54,2 Punkte. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 54,5 Punkte gerechnet. In den Blickpunkt der Anleger rückten hierzulande vor allem die Bilanzdaten von Unternehmen vornehmlich aus der zweiten Reihe.
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Commerzbank: Spannung vor den Zahlen
Mit Spannung erwarten die Marktteilnehmer die Bekanntgabe der Quartalszahlen der Commerzbank am Donnerstag. Mehr noch als die Bilanz interessiert die Rede von Coba-Chef Martin Blessing. Denn Blessing will sich dabei zur zukünftigen Strategie von Deutschlands zweitgrößter Privatbank äußern. Angesichts der eher enttäuschenden Gewinnentwicklung der vergangenen Monate und Jahre rechnen viele Experten mit einem tiefgreifenden Umbau des DAX-Konzerns. Weiter ...
Gewinnsprung bei Fuchs Petrolub
Der Schmierstoff-Hersteller Fuchs Petrolub hat im dritten Quartal seinen Nettogewinn nach Minderheiten von 45,1 Millionen auf 54,3 Millionen Euro ausgebaut. Neben der guten Entwicklung China und den USA konnte auch der heimische Markt weiter zulegen. Auf Jahressicht peilen die Mannheimer weiter einen Zuwachs beim operativen Gewinn um rund zehn Prozent auf 290 Millionen Euro an.
| BASF Mehr als 20 Prozent Potenzial |
| BMW 50 Prozent Potenzial |
| Munich Re Günstiger als die Konkurrenz |
| Siemens Teurer Solar-Ausstieg |
Post im Visier der Kartellwächter
Die Deutsche Post steht im Verdacht der Wettbewerbsbehinderungen. Derzeit prüft das Bundeskartellamt die Klagen von mehreren Konkurrenten. Ein Verfahren wurde bereits eingeleitet. "Der Vorwurf richtet sich dagegen, dass die Preise, die die Deutsche Post von Großkunden für die Versendung von Briefen verlangt, nicht kostendeckend seien", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.
Qiagen bekräftigt Prognosen
Im dritten Quartal konnte der Biotech-Konzern Qiagen seinen Überschuss vor Sonderposten um elf Prozent auf 62,3 Millionen Dollar ausbauen. Inklusive der Übernahmekosten für Cellestis im Vorjahr, sank der Gewinn aber um 17 Prozent auf 29,2 Millionen Dollar. Konzernchef Peer Schatz rechnet weiter mit einer Umsatz- und Gewinnsteigerung: "Wir gehen derzeit davon aus, dass wir 2013 eine Fortsetzung unseres Wachstums sehen werden", sagte zudem Finanzvorstand Roland Sackers der Nachrichtenagentur dpa-AFX.
Lufthansa und Turkish Airlines an einem Tisch
Die Lufthansa berät derzeit über eine Ausweitung der Zusammenarbeit mit ihrem Partner Turkish Airlines. Mehrere Zeitungen spekulieren auf eine mögliche Fusion. Nicht zuletzt, weil die Regierungschefs Merkel und Erdogan bereits grünes Licht gegeben haben. Mehr als nur Spekulation? Sind es nur bereitwillig gestreute Gerüchte in türkischen Medien oder wird derzeit konkret an einer Fusion gearbeitet? Hamdi Topcu, Verwaltungsratschef bei Turkish Airlines erklärte dem Blatt Milliyet: „Es geht jetzt darum, die Kooperation ein Stück weit voranzutreiben."
QSC verdient weniger
Der Telekom-Anbieter QSC konnte die eigenen Erwartungen im dritten Quartal nicht erfüllen. "Der harte Preiswettbewerb und eine nachteilige Regulierung schmälern die Attraktivität des konventionellen Telekom-Geschäfts immer weiter", sagte Unternehmenschef Bernd Schlobohm. Im dritten Quartal gingen die Erlöse von 128,3 auf 120,5 Millionen Euro zurück, gleichzeitig sank der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 20,8 leicht auf 20,4 Millionen Euro. Die bereits nach unten revidierten Ziele für 2012 haben aber weiter Bestand. Demnach soll sich der Umsatz bei 480 bis 490 Millionen Euro einpendeln.
Salzgitter-Gewinn bricht ein
Die schwache Entwicklung im Stahlgeschäft haben zu einem drastischen Gewinneinbruch bei Salzgitter geführt. Nach Angaben des Konzerns sank das Vorsteuerergebnis im dritten Quartal von 39,2 auf minus 25,0 Millionen Euro. Der Konzern hat nach neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres seine Jahresprognose nach unten revidiert: demnach erwartet man im laufenden Jahr nur noch ein ausgeglichenes Vorsteuerergebnis.
Teurer Solar-Abschied für Siemens
Üppige Gewinne in einer schnellwachsenden Branche hat sich Siemens vor etwa drei Jahren von dem Einstieg in die Solarbranche erträumt. Die Blase ist mittlerweile geplatzt. Vor zwei Wochen verkündeten die Münchner das Aus für den defizitären Geschäftsbereich. Jetzt dringen erstmals Details an die Öffentlichkeit. Nach Informationen der Financial Times Deutschland (FTD) belaufen sich die Kosten für den Ausstieg auf einen Bruttobetrag von mehr als 250 Millionen Euro. Wie das Blatt aus Siemens-Kreisen erfahren hat, summieren sich die Solar-Kosten insgesamt auf rund 800 Millionen Euro.
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