Fitch bestätigt Bestnote für Deutschland – DAX macht Verluste wett: Axel Springer, Douglas, Fraport, Heidelberger Druckmaschinen, Klöckner & Co, Stada und Tom Tailor im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt kann seinen Aufwärtstrend der letzten Tage am Mittwoch nicht fortsetzen. Statt des erhofften Angriffs auf die Marke von 7.000 Punkten beendet der DAX den Handel nahezu unverändert bei 6.966 Punkten. Die Berichtssaison in Deutschland brachte gemischte Ergebnisse hervor. Hingegen wurde die Kreditwürdigkeit Deutschlands von der die Ratingagentur Fitch mit der Bestnote "AAA" bestätigt. Auch die US-Produktivität hat sich im zweiten Quartal außerhalb der Landwirtschaft um 1,6 Prozent erhöht. Volkswirte hatten im Vorfeld einen Anstieg um 1,5 Prozent prognostiziert. Notenbank-Chef Ben Bernanke hatte am Vorabendauf "ziemlich signifikante" Gefahren der europäischen Schuldenkrise für die US-Wirtschaft hingewiesen. Diese werde geschwächt, da die Auslandsnachfrage nach US-Gütern sinkt und zudem Investoren verschreckt würden.
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Axel Springer hält an Prognose fest
Der Medienkonzern Axel Springer bestätigt nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr seine Jahresziele. Demnach soll der Umsatz im laufenden Jahr im einstelligen Prozentbereich steigen, das EBITDA dürfte sich leicht über dem des Vorjahres einpendeln. Axel Springer profitierte in den ersten sechs Monaten vor allem von der guten Entwicklung bei den digitalen Medien. Von Januar bis Juni zog der Umsatz um 6,2 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro zu, während das EBITDA um 6,9 Prozent auf 308,7 Millionen Euro angestiegen ist.
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Douglas macht Miese
Der Parfümeriekonzern Douglas hat nach neun Monaten des laufenden Geschäftsjahrs einen Verlust von 73 Millionen Euro angehäuft. Die Hagener Handelskette begründet die schwache Entwicklung vor allem mit den hohen Sanierungskosten bei der Tochter Thalia. Dort fielen bereits im ersten Halbjahr rund 165 Millionen Euro Sanierungskosten an. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen betrug bereinigt 204 Millionen Euro und damit knapp 15 Millionen weniger als im Vorjahr. Der Umsatz legte um 1,8 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zu. Douglas verzichtet voraussichtlich für das laufende Geschäftsjahr auf die Ausschüttung einer Dividende.
Gewinneinbruch bei Fraport
Der Betreiber des Frankfurter Flughafens musste im ersten Halbjahr einen kräftigen Gewinnrückgang vermelden. Das Unternehmen begründete dies insbesondere mit dem umstrittenen Nachtflugverbot in der Mainmetropole. So zogen die Erlöse in den ersten sechs Monaten lediglich um 2,5 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro an. Auch das EBITDA stieg nur um zwei Prozent auf 365,7 Millionen Euro. Nach Steuern sank der Gewinn um knapp 20 Prozent auf 86,9 Millionen Euro. An den bereits reduzierten Jahreserwartungen hält der Konzern aber weiter fest.
Heideldruck druckt rot
Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druckmaschinen hat im Auftaktquartal den Verlust nach Steuern von 46 Millionen auf 74 Millionen Euro ausgebaut. Auf Jahressicht peilt der Konzern aber weiterhin ein deutlich positives Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ohne Sondereinflüsse an. Im Jahr darauf sollen wegen der Kostensenkungen durch das Effizienzprogramm FOCUS 2012 das Ergebnis auf 150 Millionen Euro hochgeschraubt sowie ein Jahresüberschuss erzielt werden. "Sobald die weiteren gesamtwirtschaftlichen Markt- und Konjunkturentwicklungen sowie auch das Nachmessegeschäft besser absehbar sind, wird die Prognose weiter konkretisiert", so das Unternehmen.
Klöckner & Co meldet Verlust
Der Stahlhändler Klöckner & Co muss für das zweite Quartal einen Verlust in Höhe von 38 Millionen Euro ausweisen. Angesichts der trüben Wirtschaftsaussichten sollen nun statt 700 nun 1.300 Stellen wegfallen. Vorstandschef Gisbert Rühl macht den Anlegern keine Hoffnung auf schnelle Besserung. „Die Lage in Europa ist zunehmend angespannt und wir sehen die weitere Entwicklung weiterhin skeptisch", sagt der Konzernlenker. Das angepeilte operative Ergebnis von 217 Millionen Euro hält Rühl für „eher unwahrscheinlich".
Sparprogramm belastet Stada
Das Geschäft beim Pharmakonzern Stada weist im ersten Halbjahr aufgrund der Kosten für ein Sparprogramm Bremsspuren auf. Zwar zogen die Erlöse in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres um sieben Prozent auf 885 Millionen Euro an, der Konzerngewinn fiel dagegen um 14 Prozent auf 48 Millionen Euro zurück. Auf Jahressicht peilt das Unternehmen aus Bad Vilbel nach wie vor ein bereinigtes operatives Ergebniswachstum im hohen einstelligen Prozentbereich an.
Verlust bei Tom Tailor
Das Modeunternehmen Tom Tailor ist nach der Bonita-Übernahme in die roten Zahlen gerutscht. Im ersten Halbjahr fiel unter dem Strich ein Verlust in Höhe von 7,2 Millionen Euro an. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum schlug hier ein Minus von 2,7 Millionen Euro zu Buche. Belastend wirkten sich neben der Übernahme vor allem Investitionen in neue Läden sowie Finanzierungs- und Marketingkosten aus. Das Management zeigt sich für das zweite Halbjahr zuversichtlich die Wende zu schaffen. Laut Finanzchef Axel Rebien soll Bonita dazu „einen erhebliche Beitrag leisten". Die 960-Läden von Bonita werden ab dem 1. August erstmals konsolidiert.
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