DAX marschiert weiter nach oben: Außerdem Lufthansa, ProSiebenSat.1, SAP, Tipp24, United Internet und Volkswagen im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt kann auch am Beginn der neuen Handelswoche zulegen. Zur Schlussglocke notiert der DAX rund 0,8 Prozent fester bei 6.919 Punkten. Beflügelnd wirkten sich die Nachrichten aus Griechenland aus. Dort konnte sich die Regierung mit der Troika auf ein neues milliardenschweres Sparpaket einigen. Die Kreditgeber sprachen von Fortschritten bei den Sparbemühungen der Hellenen. Indes bekräftigte EZB-Chefvolkswirt Coeure die Bereitschaft zu weiteren Anleihekäufen von Staaten mit Refinanzierungsproblemen. Maßnahmen für angeschlagene Banken seien hingegen nicht geplant. Außerdem hat sich die Lage an den Anleihemärkten der Euro-Krisenländer Italien und Spanien zu Wochenbeginn weiter entspannt.
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Lufthansa droht Streik
Bei der Deutschen Lufthansa kann es demnächst zu Arbeitsniederlegungen in größerem Umfang kommen. Für eine Urabstimmung über einen möglichen Streik des Kabinenpersonals konnte die Gewerkschaft UFO die notwendige Beteiligung von 70 Prozent aller streikberechtigten Beschäftigten in kurzer Zeit erreichen. Am Mittwoch wird das Ergebnis der Abstimmung bekannt gegeben. Allerdings wollen die Arbeitnehmervertreter der Airline bis zum 16. August Zeit geben, um ein verbessertes Angebot für die rund 18.000 Flugbegleiter vorzulegen. Stein des Anstoßes sind vor allem die Pläne des Managements für den Aufbau einer Direktfluggesellschaft aus Teilen der Lufthansa und der Tochter Germanwings, was wiederum zu zahlreichen Stellenstreichungen führen dürfte.
| Allianz Da geht noch was |
| Commerzbank 50 Cent nach unten |
| Lufthansa Belegschaft verweigert Sparkurs |
| Pfleiderer Ein Zockerpapier ohne Chance |
ProSiebenSat.1 übernimmt US-Produzent
Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 legt für die New Yorker Produktionsfirma Left-Right einen zweistelligen Millionenbetrag auf den Tisch. Das Geschäft wird über die ProSieben-Tochter Red Arrow abgewickelt. Deren Geschäftsführer Jan Frouman hat den Kauf gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bestätigt. Red Arrow wird künftig 60 Prozent der Anteile übernehmen, den Rest behalten die Unternehmensgründern Banks Tarver und Ken Druckerman. Left-Right produziert viele unterschiedliche TV-Formate und soll nun in das Red-Arrow-Netzwerk integriert werden.
SAP verschärft Sparkurs
Der Softwarekonzern SAP setzt den Rotstift an. Gegenüber der Wirtschaftswoche erklärte Finanzchef Werner Brandt: "Wir müssen in der zweiten Jahreshälfte die Ausgaben deutlich reduzieren, um unser internes Ziel zu erreichen." Neben Einschnitten beim Personal drohen nun Kürzungen bei den allgemeinen Ausgaben wie Reisekosten. "Anstatt zu reisen, sollte jeder nach Möglichkeit unsere Videokonferenz-Technik und Telepresence nutzen", so Brandt. Im laufenden Jahr peilt SAP ein Betriebsergebnis zwischen 5,05 und 5,25 Milliarden Euro an.
Tipp24 setzt Prognose hoch
Aufgrund der Abspaltung der Sparte Lotto24 hat Tipp24 die Prognose für das konsolidierte EBIT bei einem unveränderten Umsatz von 130 Millionen Euro auf mindestens 48 statt bisher 35 Millionen Euro nach oben angepasst. In den ersten sechs Monaten setzte das Unternehmen 68,2 Millionen Euro um. Ein leichter Rückgang von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das EBIT stieg um 12,4 Prozent auf 38,5 Millionen Euro. Die EBIT-Marge erreichte 56,5 nach 50,0 Prozent im Vorjahr
Sedo blockiert United Internet
Das schwache Geschäft der Tochter Sedo lastet auf der Bilanz von United Internet. Aufgrund der Probleme des Internet-Marketingspezialisten musste die Konzernmutter zuletzt Wertminderungen in Höhe von 46,3 Millionen Euro vornehmen. Bis zur Vorlage der Geschäftszahlen am 14. August könnte sich der Gewinn im abgelaufenen Berichtsquartal sogar halbiert haben. Experten befürchten daher eine Gewinnwarnung für das gesamte Geschäftsjahr.
VW-Manager dämpft Euphorie
Volkswagen-Personalvorstand Horst Neumann warnt die Manager des Konzerns vor verfrühter Euphorie. "Wir dürfen nicht glauben, es geschafft zu haben, VW sei jetzt reich und unschlagbar", sagte Horst Neumann dem Handelsblatt. Der Konzern brauche stattdessen einen klaren Blick für Stärken und Risiken. Im Vergleich mit starken Wettbewerbern wie Toyota und Hyundai habe VW manche Segmente noch nicht besetzt, das gelte etwa für kompakte Nutzfahrzeuge in Schwellenländern. "In Märkten wie Südostasien können wir noch viel tun", so Neumann.
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