DAX zeigt sich am Mittag stabil – Munich Re will ins Bankengeschäft: Außerdem Centrotherm, EADS, Fraport und Gerresheimer im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt tendiert am Mittwochmittag nahezu unverändert bei 6.442 Punkten. Heftig debattiert wird das weitere Vorgehen bei den Klagen gegen den Euro-Rettungsschirm ESM. Das Bundesverfassungsgericht wird wahrscheinlich erst in zwei bis drei Monaten ein Urteil fällen. Im Raum steht ein Zwischenverfahren, um die Klagen genauer zu prüfen, erklärte Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle.
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Centrotherm ist insolvent
Der Anlagenbauer Centrotherm hat Insolvenzantrag gestellt. Nach Angaben des Konzerns läuft der Geschäftsbetrieb derzeit aber in vollem Umfang weiter. Der Solarspezialist nimmt an einem neuartigen Schutzschirmverfahren teil, das eine eigenständige Restrukturierung ermöglich soll. Firmenlenker Robert M. Hartung erklärte, dass sein Unternehmen weiter zahlungsfähig sei.
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EADS will Militärgeschäft ausbauen
EADS will für seine Rüstungssparte vor allem Kunden außerhalb von Europa gewinnen. Cassidian-Chef Stefan Zoller erwägt diesen Schritte vor dem Hintergrund der Schuldenkrise auf dem alten Kontinent. Der Vorstandsvorsitzende der Verteidigungstochter Cassidian sagte zu Dow Jones Newswires, dass sich das Neugeschäft in Europa schwach entwickle. "Der Auftragseingang, den wir in den nächsten Jahren aus Spanien erwarten können, dürfte minimal sein." Die EADS-Tochter sieht sich daher außerhalb der bisherigen Kernmärkte Spanien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland um. Dabei rückt vor allem Indien, der Nahe Osten, Brasilien und die USA in den Fokus
Neuer Rekord für Fraport
Der Flughafenbetreiber Fraport hat für Juni einen neuen Rekord verzeichnet. Die Passagierzahl kletterte um 5,4 Prozent auf 5,36 Millionen Fluggäste. Es ist damit der höchste Juni-Wert, den Fraport jemals erreicht hat. Die Fracht bleibt dagegen weiter rückläufig. Allerdings profitiert Fraport auch von einem Basiseffekt bei der Passagierzahl: Im vergangenen Jahr hat die Inbetriebnahme eines neuen Kontrollturms der Flugsicherung eine Flugplanausdünnung erforderlich gemacht. Konzernweit legte die Zahl der Passagiere um 3,9 Prozent auf 10,36 Millionen Fluggäste zu. Das Frachtaufkommen ging um 2,6 Prozent zurück
Gerresheimer legt zu
Der Pharmaverpackungsspezialist Gerresheimer hat im zweiten Quartal seinen Umsatz um gut zehn auf 314 Millionen Euro ausgebaut. Gleichzeitig zog das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) um 4,3 Prozent auf 58,6 Millionen Euro an. Unter dem Strich verdienten die Düsseldorfer 17,4 Millionen Euro (plus 31 Prozent). Der Konzern rechnet mit einem anhaltenden positiven Trend in der zweiten Jahreshälfte. Für das laufende Geschäftsjahr peilt Gerresheimer nun einen währungsbereinigten Umsatzplus von neun Prozent bis zehn Prozent an. Bisher waren sieben bis acht Prozent in Aussicht gestellt worden.
Munich Re will ins Bankengeschäft
Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re prüft den Einstieg ins klassische Bankgeschäft. Auf der Suche nach rentablen Erlösquellen prüft der DAX-Konzern nun die direkte Kreditvergabe an Unternehmen. Finanzvorstand Jörg Schneider erklärte im Gespräch mit der Financial Times Deutschland: "Das Thema wird bei uns diskutiert. Ein Problem hierbei ist allerdings, dass die Munich Re dann die Kreditwürdigkeit der Gläubiger stets beobachten müsste."
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